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Das Festival intersonanzen
feiert sein 10jähriges Jubiläum!
Dieses Fest ist für uns Anlass, einerseits auf 10 Jahre beständige
und beharrliche
Herausforderung zurückzublicken, der aktuellen Kunstmusik aus Brandenburg
und der internationalen Szene in herausragenden Interpretationen ein
attraktives Podium zu geben und andererseits an eine Fülle erlebnisreicher
musikalischer Ereignisse verschiedenster Couleur zu erinnern.
In einer Zeit der Kommerzialisierung der Kultur ist es nicht selbstverständlich,
dass uns eine Reihe wichtiger Menschen aus Politik und Kultur Mut machten
und
finanziell unterstützten. Dafür danken wir ganz herzlich.
Gleichzeitig gilt unser Dank all den KomponistInnen, die durch dieses
Festival ihre
neuesten Werke uraufführen ließen und den MusikerInnen, die
mit Interesse und
Verve ihr ganzes Können einbrachten. Natürlich ist auch allen
Kooperations-
partnern zu danken, die es insbesondere ermöglichten, uns über
Workshops und
Gemeinschaftsprojekte dem musikalischen Nachwuchs an den Schulen und
Hoch-
schulen Brandenburgs zu widmen. Damit haben sie der zunehmend vernach-
lässigten Kunst des aufmerksamen Zuhörens und Lauschens in
einem zumeist
lauten Alltag ein besonderes Ohr geschenkt.
10 Jahre "intersonanzen" sind erneut Anlass, unserem Publikum
- quer durch die
Altersgruppen - ein hochkarätiges Programm zu offerieren, das in
bewährter
Weise genreübergreifende Aktionen, kammermusikalische und elektroakustische
Konzerte sowie experimentelle Performances beinhalten wird.
Drei konzeptionelle Leitgedanken bestimmen in diesem Jahr das Festival:
_zwischen bild + klang
verweist besonders auf das Eröffnungs-Event am Donnerstag (22.
April) in der
sperGalerie am Platz der Einheit, bestens geeignet für die zu erwartende
spannende Kollaboration zwischen Performern aus verschiedenen
Kunstbereichen:
Live-Painting, Voices, Samples, Projektion, Szenisches, Inside-Piano,
Flöte und
Harfe - ein Schau-Spiel der Künste!
Der Nachmittag am Samstag (24. April) hält viele Überraschungen
für die Lieb-
haber von unkonventioneller Filmmusik bereit - bewegte Bilder, die sich
quasi in
unserem Kopf abspielen, geben Impulse für improvisatorische und
komposi-
torische Modelle von Studierenden der Babelsberger Hochschule für
Film und
Fernsehen "Konrad Wolf".
Neuvertonungen expressionistischer Stummfilme durch das Nora-Volkova-
Ensemble lassen überraschende Beobachtungen der Verquickung von
Visuellem
mit Auditivem erwarten.
Aber auch die immer wieder neu zu stellenden Fragen, inwieweit beim
Musik-
hören von Instrumentalmusik bildhafte Assoziationen auftauchen
und wie diese
das Musikhören beeinflussen, können in den weiteren Konzerten
ganz individuell
beobachtet und anschließend diskutiert werden.
_zwischen vokal + instrumental
steht als Überschrift für die Abendkonzerte am 23., 24. und
25. April mit vielen
Ur- und brandenburgischen Erstaufführungen. Die bravourösen
Sängerinnen
Kassandra Hoffmann (Sopran) in den Reihen des Ensembles work in progress
-
Berlin (Ltg. Gerhardt Müller-Goldbloom), Sally Wilson (Mezzosopran)
aus
Australien als Gast des Ensembles ANTHEMION (Ltg. Andreas Staffel) sowie
das
Gesangsdoppelquartett AuditivVokal (Ltg. Olaf Katzer) aus Dresden im
Verbund
mit dem Ensemble JungeMusik Berlin-Brandenburg (Ltg. Helmut Zapf) lassen
außergewöhnliche Konzerterlebnisse hoher Qualität erwarten.
Ein besonderes Highlight verspricht am Samstag (24. April) die Solo-Performance
von Alex Nowitz zu werden. In Erweiterung seiner Stimm- und Gesangskünste
gelingt es dem Musiker, über sein am STEIM in Amsterdam entwickeltes
Setup zur
kabellosen Steuerung von Live-Elektronik bisher unberührte interpretatorische
Horizonte zu erreichen.
_zwischen komposition + improvisation
könnte durchaus als Motto für mehrere Veranstaltungenzu des
Festivals gelten,
weist aber vordergründig auf die gewünschte Vielfalt der Angebote
hin, die in
zwei bedeutsamen Konzerten prototypisch zum Ausdruck kommen wird.
Das KlangBildEnsemble ad hoc unter der Leitung von Thomas Gerwin verspricht
im Nachtkonzert am Samstag (24. April) ein Gewitter an Spontaneität
zu werden,
wobei man sicher sein kann, dass gerade die Vielfalt des Instrumentariums
-
Flöte, Saxophon, Violine, Inside Piano, Live-Video, E-Gitarre,
Kontrabass, live-
Elektronik, Perkussion und Tanz - ein hohes Maß an sensiblem Miteinander
garantiert.
Das Abschlusskonzert wiederum wird eine Musiksprache präsentieren,
die an
Komplexität und kompositorischer Konzentration zu den außergewöhnlichen
unserer Zeit gehört. Das Sonar Quartett und Frank Gutschmidt konzertieren
zwei Hauptwerke unseres brandenburgischen Jubilars Paul-Heinz Dittrich
(*1930)
- künstlerische Tiefe und Virtuosität.
Weitere Geburtstagsglückwünsche verteilen wir an Georg Katzer
(*1935),
Hermann Keller (*1945) und Ralf Hoyer (*1950), deren Werke in unseren
Konzerten häufig zur Aufführung kamen.
Die Leitgedanken deuten auch auf einen prinzipiellen Wesenszug des
Festivals hin: Nicht das Bekannte, das Überschaubare, das Eingefahrene,
sondern das
Unerkannte, Ungewöhnliche, Fremde, Fantasievolle - gemischt mit
einer
gehörigen Portion an persönlichem Risiko - stehen im Fokus
der musikalischen
Ereignisse.
Es sind Klänge und spannende Verzweigungen verschiedener Genres,
die sich in
die Belange unseres Lebens einmischen wollen, auch ungewohnte und
unbequeme Fragen und Behauptungen aufstellen und tiefere emotionale
Schichten anzusprechen wagen. Dies alles geschieht in dem Bemühen
um ein
sinnvolles und sinnreicheres Dasein, das durch Musik so wunderbar erlebt
werden kann.
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