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Dieses Fest ist
für uns Anlass, einerseits auf 10 Jahre beständige und beharrliche
Herausforderung zurückzublicken, der aktuellen Kunstmusik aus Brandenburg
und
der internationalen Szene in herausragenden Interpretationen ein attraktives
Podium zu geben und andererseits an eine Fülle erlebnisreicher musikalischer
Ereignisse verschiedenster Couleur zu erinnern.
In einer Zeit der Kommerzialisierung der Kultur ist es nicht selbstverständlich,
dass
uns eine Reihe wichtiger Menschen aus Politik und Kultur Mut machten
und finan-
ziell unterstützten. Dafür danken wir ganz herzlich.
Gleichzeitig gilt unser Dank all den KomponistInnen, die durch dieses
Festival ihre
neuesten Werke uraufführen ließen und den MusikerInnen, die
mit Interesse und
Verve ihr ganzes Können einbrachten. Natürlich ist auch allen
Kooperationspart-
nern zu danken, die es insbesondere ermöglichten, uns über
Workshops und
Gemeinschaftsprojekte dem musikalischen Nachwuchs an den Schulen und
Hoch-
schulen Brandenburgs zu widmen. Damit haben sie der zunehmend vernachläs-
sigten Kunst des aufmerksamen Zuhörens und Lauschens in einem zumeist
lauten
Alltag ein besonderes Ohr geschenkt.
10 Jahre "intersonanzen" sind erneut Anlass, unserem Publikum
- quer durch die
Altersgruppen - ein hochkarätiges Programm zu offerieren, das in
bewährter
Weise genreübergreifende Aktionen, kammermusikalische und elektroakustische
Konzerte sowie experimentelle Performances beinhalten wird.
Drei konzeptionelle Leitgedanken bestimmen in diesem Jahr das Festival:
_zwischen bild + klang
verweist besonders auf das Eröffnungs-Event am Donnerstag in der
sperlGalerie
am Platz der Einheit, bestens geeignet für die zu erwartende spannende
Kolla-
boration zwischen Performern aus verschiedenen Kunstbereichen:
Live-Painting, Voices, Samples, Projektion, Szenisches, Inside-Piano,
Flöte und
Harfe - ein Schau-Spiel der Künste!
Der Nachmittag am Samstag hält viele Überraschungen für
die Liebhaber von
unkonventioneller Filmmusik bereit - bewegte Bilder, die sich quasi
in unserem
Kopf abspielen, geben Impulse für improvisatorische und kompositorische
Modelle
von Studierenden der Babelsberger Hochschule für Film und Fernsehen
"Konrad
Wolf". Neuvertonungen expressionistischer Stummfilme durch das
Nora-Volkova-
Ensemble lassen überraschende Beobachtungen der Verquickung von
Visuellem
mit Auditivem erwarten.
Aber auch die immer wieder neu zu stellenden Fragen, inwieweit beim
Musikhören von Instrumentalmusik bildhafte Assoziationen auftauchen
und wie diese das Musikhören beeinflussen, können in den weiteren
Konzerten ganz individuell beobachtet und anschließend diskutiert
werden.
_zwischen vokal +
instrumental
steht als Überschrift für Konzerte an den folgenden Abenden
mit vielen Ur- und
brandenburgischen Erstaufführungen. Die bravourösen Sängerinnen
Kassandra
Hoffmann (Sopran) in den Reihen des Ensembles work in progress - Berlin
(Ltg.
Gerhardt Müller-Goldbloom), Sally Wilson (Mezzosopran) aus Australien
als Gast
des Ensembles ANTHEMION (Ltg. Andreas Staffel) sowie das Gesangsdoppel-
quartett AuditivVokal (Ltg. Olaf Katzer) aus Dresden im Verbund mit
dem Ensemble
JungeMusik Berlin-Brandenburg (Ltg. Helmut Zapf) lassen außergewöhnliche
Konzerterlebnisse hoher Qualität erwarten.
Ein besonderes Highlight verspricht am Samstag die Solo-Performance
von Alex
Nowitz zu werden. In Erweiterung seiner Stimm- und Gesangskünste
gelingt es
dem Musiker, über sein am STEIM in Amsterdam entwickeltes Setup
zur kabellosen
Steuerung von Live-Elektronik bisher unberührte interpretatorische
Horizonte zu
erreichen.
_zwischen komposition
+ improvisation
könnte durchaus als Motto für mehrere Veranstaltungen des
Festivals gelten,
weist aber vordergründig auf die gewünschte Vielfalt der Angebote
hin, die in
zwei bedeutsamen Konzerten prototypisch zum Ausdruck kommen wird.
Das KlangBildEnsemble ad hoc unter der Leitung von Thomas Gerwin verspricht
im
Nachtkonzert am Samstag ein Gewitter an Spontaneität zu werden,
wobei man
sicher sein kann, dass gerade die Vielfalt des Instrumentariums - Flöte,
Saxophon,
Violine, Inside Piano, Live-Video, E-Gitarre, Kontrabass, live-Elektronik,
Perkussion
und Tanz - ein hohes Maß an sensiblem Miteinander garantiert.
Das Abschlusskonzert wiederum wird eine Musiksprache präsentieren,
die an
Komplexität und kompositorischer Konzentration zu den außergewöhnlichen
unserer Zeit gehört.
Das Sonar Quartett und Frank Gutschmidt konzertieren zwei Hauptwerke
unseres
brandenburgischen Jubilars Paul-Heinz Dittrich (*1930) - künstlerische
Tiefe und
Virtuosität.
Weitere Geburtstagsglückwünsche verteilen wir an Georg Katzer
(*1935),
Hermann Keller (*1945) und Ralf Hoyer (*1950), deren Werke in unseren
Konzerten häufig zur Aufführung kamen.
Die Leitgedanken deuten auch auf einen prinzipiellen Wesenszug des
Festivals hin:
Nicht das Bekannte, das Überschaubare, das Eingefahrene, sondern
das Uner-
kannte, Ungewöhnliche, Fremde, Fantasievolle - gemischt mit einer
gehörigen
Portion an persönlichem Risiko - stehen im Fokus der musikalischen
Ereignisse.
Es sind Klänge und spannende Verzweigungen verschiedener Genres,
die sich in
die Belange unseres Lebens einmischen wollen, auch ungewohnte und unbe-
queme Fragen und Behauptungen aufstellen und tiefere emotionale Schichten
anzusprechen wagen. Dies alles geschieht in dem Bemühen um ein
sinnvolles
und sinnreicheres Dasein, das durch Musik so wunderbar erlebt werden
kann.
Dr. Michael Schenk
Projektleitung
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