4–7 June 2026
Brandenburgisches Fest der Neuen Musik 2026
Neue Musik schafft neue Räume: Die Energien zwischen den verschiedenen Aussagen, Stilen, Formaten und Klängen der Neuen Musik freizusetzen, ist das Ziel des diesjährigen Festivals intersonanzen. Unter dem Titel different traces veranstaltet der Brandenburgische Verein für Neue Musik ein spannendes, weltoffenes Musikfest mit vielfältigen Veranstaltungen und Performances.
Renommierte Musiker:innen und Ensembles bringen unter der Schirmherrinnenschaft von Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, die Klänge der Brandenburger Komponist:innenszene und der internationalen aktuellen Neuen Musik zum Leuchten. Zu erleben sind unterschiedlichste Formate: Konzerte – mit über 20 Uraufführungen – Klanginstallationen, Performances und Soundwalks
different traces, unter der Künstlerischen Leitung des Komponisten Henry Mex, symbolisiert die Einzigartigkeit individueller musikalischer Ausdrucksformen, die in jedem Werk und in jeder Darbietung zum Vorschein kommen. Dieses Motto lädt dazu ein, die unterschiedlichen Spuren und Perspektiven der Neuen Musik zu erkunden.
Highlights sind u.a. Hezarfen aus Istanbul, eines der führenden türkischen Ensembles, die Ensembles Aventure, UnitedBerlin, Quillo sowie die Performancekünstlerinnen Maren Strack und Kerstin Lücker mit Bandoneon-Klangkleidern. Zudem, zum ersten Mal als Duo: die international ausgezeichnete Sopranistin Pia Davila aus Potsdam und die herausragende slowenische Musikerin Neža Torkar am Akkordeon, dem Instrument des Jahres. Präsentiert werden das DUO F:LAUT:E (Marianna Schürmann und Laurenz Karsten), das Duo Tocar mit Susanne Zapf und Nadeshda Tseluykina (Violine + Klavier), der Kontrabassist Matthias Bauer und Hanna Hartman an Klangobjekten sowie die Composer-Performer Sabine Vogel, Katia Guedes, Alex Nowitz, Dietrich Petzold und Gebhard Ullmann. Der Pianist Jared Redmond spielt unter anderem Morton Feldman und Betsy Jolas, deren 100. Geburtstage gefeiert werden.
Auch mit ihrer 26. Ausgabe sind die intersonanzen ein Festival der Begegnungen. Dazu gehören Dialoge mit Bildender Kunst im museum FLUXUS+ sowie ein großer Tag der Musikschulen im Waschhaus Potsdam, bei dem junge Musiker:innen zwischen 8 und 25 Jahren aus Potsdam, Potsdam-Mittelmark und Strausberg ihren Zugang zur Neuen Musik zeigen werden. Mit den Partnerfestivals Guten Morgen Eberswalde und Cottbuser Musikherbst finden Begegnungen auch zwischen verschiedenen brandenburgischen Städten statt.
Neue Musik schafft neue Räume: Die Energien zwischen den verschiedenen Aussagen, Stilen, Formaten und Klängen der Neuen Musik freizusetzen, ist das Ziel des diesjährigen Festivals intersonanzen. Unter dem Titel different traces veranstaltet der Brandenburgische Verein für Neue Musik ein spannendes, weltoffenes Musikfest mit vielfältigen Veranstaltungen und Performances.
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Renommierte Musiker:innen und Ensembles bringen unter der Schirmherrinnenschaft von Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, die Klänge der Brandenburger Komponist:innenszene und der internationalen aktuellen Neuen Musik zum Leuchten. Zu erleben sind unterschiedlichste Formate: Konzerte – mit über 20 Uraufführungen – Klanginstallationen, Performances und Soundwalks
different traces, unter der Künstlerischen Leitung des Komponisten Henry Mex, symbolisiert die Einzigartigkeit individueller musikalischer Ausdrucksformen, die in jedem Werk und in jeder Darbietung zum Vorschein kommen. Dieses Motto lädt dazu ein, die unterschiedlichen Spuren und Perspektiven der Neuen Musik zu erkunden.
Highlights sind u.a. Hezarfen aus Istanbul, eines der führenden türkischen Ensembles, die Ensembles Aventure, UnitedBerlin, Quillo sowie die Performancekünstlerinnen Maren Strack und Kerstin Lücker mit Bandoneon-Klangkleidern. Zudem, zum ersten Mal als Duo: die international ausgezeichnete Sopranistin Pia Davila aus Potsdam und die herausragende slowenische Musikerin Neža Torkar am Akkordeon, dem Instrument des Jahres. Präsentiert werden das DUO F:LAUT:E (Marianna Schürmann und Laurenz Karsten), das Duo Tocar mit Susanne Zapf und Nadeshda Tseluykina (Violine + Klavier), der Kontrabassist Matthias Bauer und Hanna Hartman an Klangobjekten sowie die Composer-Performer Sabine Vogel, Katia Guedes, Alex Nowitz, Dietrich Petzold und Gebhard Ullmann. Der Pianist Jared Redmond spielt unter anderem Morton Feldman und Betsy Jolas, deren 100. Geburtstage gefeiert werden.
Auch mit ihrer 26. Ausgabe sind die intersonanzen ein Festival der Begegnungen. Dazu gehören Dialoge mit Bildender Kunst im museum FLUXUS+ sowie ein großer Tag der Musikschulen im Waschhaus Potsdam, bei dem junge Musiker:innen zwischen 8 und 25 Jahren aus Potsdam, Potsdam-Mittelmark und Strausberg ihren Zugang zur Neuen Musik zeigen werden. Mit den Partnerfestivals Guten Morgen Eberswalde und Cottbuser Musikherbst finden Begegnungen auch zwischen verschiedenen brandenburgischen Städten statt.
Opening Credits
Dr. Manja Schüle
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Liebe Freundinnen und Freunde der Neuen Musik,
liebes Festival-Publikum!
Das Festival für Neue Musik „Intersonanzen“ ist so alt wie dieses Jahrtausend: Zum 26. Mal sind Musikfans mit offenen Ohren für Neues zu einer Reise in ungehörte und überraschende Klangwelten eingeladen. Es ist ein Festival für Neugierige
Und die bekommen in diesem Jahr wieder Hörerlebnisse von höchster Qualität geboten, inklusive der Chance, hierzulande wenig verbreiteten türkischen Instrumenten zu lauschen wie der gestrichenen Langhalslaute Yaylı Tambur, der nachgesagt wird, nur sie habe diesen unverwechselbaren atmenden Klang. Oder der kleinen dreisaitigen Fidel Kemençe, deren Spiel in höchster Präzision gleich bei der Eröffnung mit dem Ensemble Hezarfen aus Istanbul zu erleben sein wird Es wird international, aber auch regional brandenburgisch an den vier „Intersonanzen“- Tagen. In diesem Jahr will sich das Festival auf Spurensuche begeben und „different traces“ – so das diesjährige Motto – erforschen. Dafür zeigen die unterschiedlichsten Konzertformate, welche Vielfalt in der Neuen Musik steckt, mit Performances und Klanginstallationen, dem Auftritt von Ensembles in ungewöhnlichen Zusammensetzungen und an verschiedenen Orten. Das Festival macht einen Abstecher nach Eberswalde, lädt ein zum Soundwalk durch Potsdam, bietet Musikschulen eine Bühne.
Ein „spartenübergreifendes Labor“ will das Festival sein – aber ein Labor, das sich nicht im Elfenbeinturm einschließt, sondern dessen Türen sich weit öffnen. In seiner Art und Vielseitigkeit ist es einmalig in Brandenburg, und beweist Jahr um Jahr, dass musikalische Exzellenz sich nicht nur in den klassischen Konzertsälen entfaltet.
Herzlich,
Ihre Dr. Manja Schüle
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Noosha Aubel
Oberbürgermeisterin der Stadt Potsdam
Liebe Potsdamerinnen und Potsdamer, liebe Gäste der Stadt,
Divers, weltoffen und vielfältig – mit dieser vielversprechenden und schönen Botschaft präsentiert sich das Brandenburgische Fest der Neuen Musik – Intersonanzen mit vielen herausragenden brandenburgischen und internationalen Gästen in der kommenden Festivalsaison.
Unter dem diesjährigen Motto „Different Traces“ lädt uns das Festival dazu ein, Vielfalt nicht nur zu hören, sondern zu verstehen, bewusst wahrzunehmen und dabei immer den Anspruch zu haben, bei sich zu sein und dennoch das zu sagen, was alle angeht. Gerade in der heutigen Zeit, wo gesellschaftlicher Zusammenhalt von großer Bedeutung ist, erinnert uns dieses Motto daran, wie bereichernd und wertvoll Vielfalt ist.
Liebes Publikum, vom 4. bis 7. Juni erwarten uns vier Tage voller Innovation, Inspiration und intensiver musikalischer Begegnungen. Mit aktuellen Werken und Uraufführungen in unterschiedlichsten Formaten, darunter Konzerte, Klanginstallationen, Performances sowie Soundwalks und Diskurse, werden uns auch in diesem Jahr wieder neu Hör- und Wahrnehmungsräume eröffnet.
Besonders gespannt sein dürfen Sie auf das große Konzert der Musikschulen aus Potsdam, Straußberg und dem Inklusionsensemble der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark, das Sie am 7. Juni in der Waschhaus Arena erleben können, die das erste Mal ein Veranstaltungsort des Festivals sein wird. Die Verschiedenheit, der persönliche Ausdruck und die Individualität der Jugendlichen werden diesen Nachmittag in der Schiffbauergasse zum einmaligen Erlebnis werden lassen.
Auch im Palais Lichtenau und im MuseumFLUXUS+ werden Ihnen wieder außergewöhnliche Klangerlebnisse sowie interessante Begegnungen von Neuer Musik und Bildender Kunst geboten. Und mit der Soundwalk Hör-Expedition können Sie unsere Landeshauptstadt auf neue und ungewöhnlich klangvolle Weise wahrnehmen.
Potsdam ist stolz, Gastgeberin eines Festivals zu sein, das Offenheit, Vielfalt und Kreativität verkörpert. Kulturelle Vielfalt und internationaler Geist sind Werte, die unsere Stadt seit jeher ausmachen und im Programm des Intersonanzen-Festivals deutlich spürbar sind.
Ich hoffe, ich habe Ihre Neugier geweckt, Teil dieses einzigartigen Klangkunstfestes zu sein und wünsche allen viel Freude beim Besuch der vielfältigen Formate des Brandenburgischen Festes für Neue Musik.
Ihre
Noosha Aubel
Oberbürgermeisterin der Stadt Potsdam
Dr. Ulrike Liedtke
Präsidentin des Landtages Brandenburg Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates
Liebe Musikerinnen und Musiker, liebe Freunde der Neuen Musik!
different traces – verschieden sind die Spuren, Klangspuren. Wo kommen wir her,
welchen Spuren folgen wir oder nicht, was bleibt? Hörbar, erlebbar, erinnerbar. Orientierungen, Richtungen, Schüler von Vorbildern oder allein losgegangen.
Festivals leben auch vom Vergleichen, vom Werten eigener Erfahrung mit Musik.
Jedes Programm ist einzigartig in Konzerten, Klanginstallationen, Performances und Soundwalks. Wie die Instrumente und die Künstler selbst. Vielfalt aus Individuellem mit Stimme, Kontrabass, Flöte, Klavier, im Ensemble und mit dem Akkordeon als Instrument des Jahres.
Spuren in viele Richtungen sind möglich, individuell eingedrückt im märkischen Sandboden, in den Ohren, in der Musikgeschichte. Für 4 Tage Zusammenhalt in Vielfalt, musikalische Umsetzung des UNESCO-Welttages der kulturellen Vielfalt, der gerade am 21. Mai stattfand. Neues in Uraufführungen ist garantiert, vielleicht mit experimentellen Schritten oder Sprüngen, vielleicht mit bleibenden Spuren, das weiß man vorher nicht
Zum 26. Mal findet das Festival intersonanzen in Potsdam statt. Die Aufführungsorte inspirieren: museum FLUXUS, Waschhaus, Palais Lichtenau und zu Gast im Stadtmuseum Eberswalde. Das Festival unter der künstlerischen Leitung von Henry Mex wird überall Spuren hinterlassen, Zeichen setzen, nachhaltig. Rein musikalisch oder mit Botschaften. Das wird ganz verschieden sein. Darin liegt der Reiz.
Allen Mitwirkenden ein kräftiges toi, toi, toi!
Ihre
Prof. Dr. Ulrike Liedtke
Präsidentin des Landtages Brandenburg
Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates
Dr. Jana Buschmann
Präsidentin des Landesmusikrates Brandenburg
"Musik lebt von Vielfalt. Sie entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen, individuelle Ausdrucksformen Raum finden und neue Generationen ihre eigenen künstlerischen Stimmen entwickeln können.
Das Festival Intersonanzen greift diesen Gedanken mit seinem diesjährigen Motto „Different Traces“ in besonderer Weise auf. Vom 4. bis 7. Juni 2026 eröffnet das Festival mit Konzerten, Klanginstallationen, Performances und rund 20 Uraufführungen Räume für neue künstlerische Perspektiven und setzt ein starkes Zeichen für Diversität, Individualität und Offenheit. Internationale Ensembles wie das Hezarfen Ensemble, Beiträge brandenburgischer Komponistinnen und Komponisten sowie spartenübergreifende Formate machen die künstlerische Breite des Programms eindrucksvoll sichtbar.
Besonders begrüßen wir, dass das Festival 2026 einen Schwerpunkt auf den musikalischen Nachwuchs setzt. Mit Beiträgen von Musikschulen aus Potsdam, Strausberg und Potsdam-Mittelmark, dem Jugendsinfonieorchester sowie dem Inklusionsensemble der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark wird jungen Musikerinnen und Musikern eine herausgehobene Plattform geboten. Gerade diese Verbindung von Nachwuchsförderung, Teilhabe und künstlerischem Anspruch macht die besondere Stärke dieses Festivals aus.
Als Landesmusikrat Brandenburg begrüßen wir es sehr, dass Intersonanzen musikalische Vielfalt nicht nur thematisch verhandelt, sondern im Programm konkret erlebbar macht. Wo Individualität gefördert, junge Stimmen gestärkt und unterschiedliche künstlerische Spuren zusammengeführt werden, entsteht ein lebendiger Raum für Zukunft.
Wir wünschen dem Festival inspirierende Begegnungen, ein neugieriges Publikum und allen Mitwirkenden bereichernde musikalische Erfahrungen."
Viele Grüße
Dr. Jana Buschmann, Präsidentin des Landesmusikrates Brandenburg
Henry Mex
Künstlerischer Leiter
intersonanzen – Different Traces
Was wäre wenn? Stellen Sie sich nicht auch manchmal die Frage, wie sähe Ihre Gegenwart aus, hätten Sie sich an diesen oder jenem Punkt im Leben anders entschieden? Für einen anderen Beruf, einen anderen Lebensort. Oder welchen Lauf nimmt die Geschichte durch das zufällige Aufeinandertreffen von Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort, oder deren Nichtaufeinandertreffen? Hinterlassen die mäandernden Möglichkeiten dieser Wenn-Dann-Begebenheiten irgendwo eine Spur? In einer Parallelwelt, einer geistigen oder sogar realen?
Es gibt den sehr interessanten Umkehrschluss in der Wissenschaft, dass nur die Existenz von Paralleluniversen (Multiversen) das perfekte Gleichgewicht der Naturgesetze, also unsere Realität, möglich machen konnte. Nur in einer endlosen Reihe von tatsächlich existierenden Universen konnte sich durch Zufall, auch diese schier unmögliche Feinabstimmung für unser Universum ergeben, die organisches Leben möglich macht.
Was heißt das für uns? Dass Unfälle oder Fehlentscheidungen sehr schnell das ganze Gleichgewicht unseres Daseins in eine Welt katapultieren könnten, in dem menschliches Leben unmöglich ist? Oder dass die verschiedenen Wege, Entscheidungen, Erfindungen, also auch in der Kunst und der Kultur, insbesondere in der Musik einander brauchen, um ein großes menschliches Gleichgewicht herzustellen? Dass genau sie einander stützen, wie die Naturgesetze die Existenz eines Sonnensystems wie dem unseren?
Solche Gedankenspiele dienen mir als künstlerische Inspiration. Vielleicht kann ich sie an die Musiker:innen, Komponist:innen und Künstler:innen der diesjährigen Intersonanzen weitergeben. Es wird auch die geben, die solch Gedanken absurd finden. Ich bin gespannt auf die vielen verschiedene Ansätze oder Wege, auch zwischen Neuem und Altem. Auf die vielen neuen Werke, die Musikschaffende aus ihrem ganz persönlichen Erfahrungsweg heraus geschaffen haben, die in ihrer individuellen Mischung einzigartig sein werden. Wir sehen innerhalb von 4 Tagen einem komplexen, interessanten und spannenden Zusammenspiel von 16 Konzerten, Performances, Installationen mit über 80 Kompositionen und 22 Uraufführungen entgegen.
Mein herzlicher Dank gilt den finanziellen Förderern, allen voran dem Land Brandenburg und unserer Schirmherrin, Frau Ministerin Dr. Manja Schüle (MWFK), sowie der Landeshauptstadt Potsdam und ihrer Oberbürgermeisterin Noosha Aubel. Außerdem danke ich unseren langjährigen Kooperationspartnerinnen, der Stadt Eberswalde und der Stadt Cottbus.
Ebenso gilt mein herzlicher Dank unseren Kooperationspartner:innen: dem Waschhaus Potsdam, museum FLUXUS+, Palais Lichtenau, Landesmusikrat Brandenburg, der städtischen Musikschule Potsdam »Johann Sebastian Bach«, der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark und der Musikschule Strausberg. Nicht zuletzt danke ich meinen Kolleg:innen vom Brandenburgischen Verein Neue Musik, BVNM e.V., dem aktuellen Organisationsteam und den mitwirkenden Ensembles, Musiker:innen, Komponist:innen und Künstler:innen, die mit ihrem persönlichen Engagement das Festival ermöglichen und mit Inhalt füllen.
Henry Mex, künstlerischer Leiter
Dr. Manja Schüle
Dr. Manja Schüle
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Liebe Freundinnen und Freunde der Neuen Musik,
liebes Festival-Publikum!
Das Festival für Neue Musik „Intersonanzen“ ist so alt wie dieses Jahrtausend: Zum 26. Mal sind Musikfans mit offenen Ohren für Neues zu einer Reise in ungehörte und überraschende Klangwelten eingeladen. Es ist ein Festival für Neugierige
Und die bekommen in diesem Jahr wieder Hörerlebnisse von höchster Qualität geboten, inklusive der Chance, hierzulande wenig verbreiteten türkischen Instrumenten zu lauschen wie der gestrichenen Langhalslaute Yaylı Tambur, der nachgesagt wird, nur sie habe diesen unverwechselbaren atmenden Klang. Oder der kleinen dreisaitigen Fidel Kemençe, deren Spiel in höchster Präzision gleich bei der Eröffnung mit dem Ensemble Hezarfen aus Istanbul zu erleben sein wird Es wird international, aber auch regional brandenburgisch an den vier „Intersonanzen“- Tagen. In diesem Jahr will sich das Festival auf Spurensuche begeben und „different traces“ – so das diesjährige Motto – erforschen. Dafür zeigen die unterschiedlichsten Konzertformate, welche Vielfalt in der Neuen Musik steckt, mit Performances und Klanginstallationen, dem Auftritt von Ensembles in ungewöhnlichen Zusammensetzungen und an verschiedenen Orten. Das Festival macht einen Abstecher nach Eberswalde, lädt ein zum Soundwalk durch Potsdam, bietet Musikschulen eine Bühne.
Ein „spartenübergreifendes Labor“ will das Festival sein – aber ein Labor, das sich nicht im Elfenbeinturm einschließt, sondern dessen Türen sich weit öffnen. In seiner Art und Vielseitigkeit ist es einmalig in Brandenburg, und beweist Jahr um Jahr, dass musikalische Exzellenz sich nicht nur in den klassischen Konzertsälen entfaltet.
Herzlich,
Ihre Dr. Manja Schüle
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Noosha Aubel
Noosha Aubel
Oberbürgermeisterin der Stadt Potsdam
Liebe Potsdamerinnen und Potsdamer, liebe Gäste der Stadt,
Divers, weltoffen und vielfältig – mit dieser vielversprechenden und schönen Botschaft präsentiert sich das Brandenburgische Fest der Neuen Musik – Intersonanzen mit vielen herausragenden brandenburgischen und internationalen Gästen in der kommenden Festivalsaison.
Unter dem diesjährigen Motto „Different Traces“ lädt uns das Festival dazu ein, Vielfalt nicht nur zu hören, sondern zu verstehen, bewusst wahrzunehmen und dabei immer den Anspruch zu haben, bei sich zu sein und dennoch das zu sagen, was alle angeht. Gerade in der heutigen Zeit, wo gesellschaftlicher Zusammenhalt von großer Bedeutung ist, erinnert uns dieses Motto daran, wie bereichernd und wertvoll Vielfalt ist.
Liebes Publikum, vom 4. bis 7. Juni erwarten uns vier Tage voller Innovation, Inspiration und intensiver musikalischer Begegnungen. Mit aktuellen Werken und Uraufführungen in unterschiedlichsten Formaten, darunter Konzerte, Klanginstallationen, Performances sowie Soundwalks und Diskurse, werden uns auch in diesem Jahr wieder neu Hör- und Wahrnehmungsräume eröffnet.
Besonders gespannt sein dürfen Sie auf das große Konzert der Musikschulen aus Potsdam, Straußberg und dem Inklusionsensemble der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark, das Sie am 7. Juni in der Waschhaus Arena erleben können, die das erste Mal ein Veranstaltungsort des Festivals sein wird. Die Verschiedenheit, der persönliche Ausdruck und die Individualität der Jugendlichen werden diesen Nachmittag in der Schiffbauergasse zum einmaligen Erlebnis werden lassen.
Auch im Palais Lichtenau und im MuseumFLUXUS+ werden Ihnen wieder außergewöhnliche Klangerlebnisse sowie interessante Begegnungen von Neuer Musik und Bildender Kunst geboten. Und mit der Soundwalk Hör-Expedition können Sie unsere Landeshauptstadt auf neue und ungewöhnlich klangvolle Weise wahrnehmen.
Potsdam ist stolz, Gastgeberin eines Festivals zu sein, das Offenheit, Vielfalt und Kreativität verkörpert. Kulturelle Vielfalt und internationaler Geist sind Werte, die unsere Stadt seit jeher ausmachen und im Programm des Intersonanzen-Festivals deutlich spürbar sind.
Ich hoffe, ich habe Ihre Neugier geweckt, Teil dieses einzigartigen Klangkunstfestes zu sein und wünsche allen viel Freude beim Besuch der vielfältigen Formate des Brandenburgischen Festes für Neue Musik.
Ihre
Noosha Aubel
Oberbürgermeisterin der Stadt Potsdam
Dr. Ulrike Liedtke
Dr. Ulrike Liedtke
Präsidentin des Landtages Brandenburg Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates
Liebe Musikerinnen und Musiker, liebe Freunde der Neuen Musik!
different traces – verschieden sind die Spuren, Klangspuren. Wo kommen wir her,
welchen Spuren folgen wir oder nicht, was bleibt? Hörbar, erlebbar, erinnerbar. Orientierungen, Richtungen, Schüler von Vorbildern oder allein losgegangen.
Festivals leben auch vom Vergleichen, vom Werten eigener Erfahrung mit Musik.
Jedes Programm ist einzigartig in Konzerten, Klanginstallationen, Performances und Soundwalks. Wie die Instrumente und die Künstler selbst. Vielfalt aus Individuellem mit Stimme, Kontrabass, Flöte, Klavier, im Ensemble und mit dem Akkordeon als Instrument des Jahres.
Spuren in viele Richtungen sind möglich, individuell eingedrückt im märkischen Sandboden, in den Ohren, in der Musikgeschichte. Für 4 Tage Zusammenhalt in Vielfalt, musikalische Umsetzung des UNESCO-Welttages der kulturellen Vielfalt, der gerade am 21. Mai stattfand. Neues in Uraufführungen ist garantiert, vielleicht mit experimentellen Schritten oder Sprüngen, vielleicht mit bleibenden Spuren, das weiß man vorher nicht
Zum 26. Mal findet das Festival intersonanzen in Potsdam statt. Die Aufführungsorte inspirieren: museum FLUXUS, Waschhaus, Palais Lichtenau und zu Gast im Stadtmuseum Eberswalde. Das Festival unter der künstlerischen Leitung von Henry Mex wird überall Spuren hinterlassen, Zeichen setzen, nachhaltig. Rein musikalisch oder mit Botschaften. Das wird ganz verschieden sein. Darin liegt der Reiz.
Allen Mitwirkenden ein kräftiges toi, toi, toi!
Ihre
Prof. Dr. Ulrike Liedtke
Präsidentin des Landtages Brandenburg
Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates
Dr. Jana Buschmann
Dr. Jana Buschmann
Präsidentin des Landesmusikrates Brandenburg
"Musik lebt von Vielfalt. Sie entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen, individuelle Ausdrucksformen Raum finden und neue Generationen ihre eigenen künstlerischen Stimmen entwickeln können.
Das Festival Intersonanzen greift diesen Gedanken mit seinem diesjährigen Motto „Different Traces“ in besonderer Weise auf. Vom 4. bis 7. Juni 2026 eröffnet das Festival mit Konzerten, Klanginstallationen, Performances und rund 20 Uraufführungen Räume für neue künstlerische Perspektiven und setzt ein starkes Zeichen für Diversität, Individualität und Offenheit. Internationale Ensembles wie das Hezarfen Ensemble, Beiträge brandenburgischer Komponistinnen und Komponisten sowie spartenübergreifende Formate machen die künstlerische Breite des Programms eindrucksvoll sichtbar.
Besonders begrüßen wir, dass das Festival 2026 einen Schwerpunkt auf den musikalischen Nachwuchs setzt. Mit Beiträgen von Musikschulen aus Potsdam, Strausberg und Potsdam-Mittelmark, dem Jugendsinfonieorchester sowie dem Inklusionsensemble der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark wird jungen Musikerinnen und Musikern eine herausgehobene Plattform geboten. Gerade diese Verbindung von Nachwuchsförderung, Teilhabe und künstlerischem Anspruch macht die besondere Stärke dieses Festivals aus.
Als Landesmusikrat Brandenburg begrüßen wir es sehr, dass Intersonanzen musikalische Vielfalt nicht nur thematisch verhandelt, sondern im Programm konkret erlebbar macht. Wo Individualität gefördert, junge Stimmen gestärkt und unterschiedliche künstlerische Spuren zusammengeführt werden, entsteht ein lebendiger Raum für Zukunft.
Wir wünschen dem Festival inspirierende Begegnungen, ein neugieriges Publikum und allen Mitwirkenden bereichernde musikalische Erfahrungen."
Viele Grüße
Dr. Jana Buschmann, Präsidentin des Landesmusikrates Brandenburg
Henry Mex
Henry Mex
Künstlerischer Leiter
intersonanzen – Different Traces
Was wäre wenn? Stellen Sie sich nicht auch manchmal die Frage, wie sähe Ihre Gegenwart aus, hätten Sie sich an diesen oder jenem Punkt im Leben anders entschieden? Für einen anderen Beruf, einen anderen Lebensort. Oder welchen Lauf nimmt die Geschichte durch das zufällige Aufeinandertreffen von Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort, oder deren Nichtaufeinandertreffen? Hinterlassen die mäandernden Möglichkeiten dieser Wenn-Dann-Begebenheiten irgendwo eine Spur? In einer Parallelwelt, einer geistigen oder sogar realen?
Es gibt den sehr interessanten Umkehrschluss in der Wissenschaft, dass nur die Existenz von Paralleluniversen (Multiversen) das perfekte Gleichgewicht der Naturgesetze, also unsere Realität, möglich machen konnte. Nur in einer endlosen Reihe von tatsächlich existierenden Universen konnte sich durch Zufall, auch diese schier unmögliche Feinabstimmung für unser Universum ergeben, die organisches Leben möglich macht.
Was heißt das für uns? Dass Unfälle oder Fehlentscheidungen sehr schnell das ganze Gleichgewicht unseres Daseins in eine Welt katapultieren könnten, in dem menschliches Leben unmöglich ist? Oder dass die verschiedenen Wege, Entscheidungen, Erfindungen, also auch in der Kunst und der Kultur, insbesondere in der Musik einander brauchen, um ein großes menschliches Gleichgewicht herzustellen? Dass genau sie einander stützen, wie die Naturgesetze die Existenz eines Sonnensystems wie dem unseren?
Solche Gedankenspiele dienen mir als künstlerische Inspiration. Vielleicht kann ich sie an die Musiker:innen, Komponist:innen und Künstler:innen der diesjährigen Intersonanzen weitergeben. Es wird auch die geben, die solch Gedanken absurd finden. Ich bin gespannt auf die vielen verschiedene Ansätze oder Wege, auch zwischen Neuem und Altem. Auf die vielen neuen Werke, die Musikschaffende aus ihrem ganz persönlichen Erfahrungsweg heraus geschaffen haben, die in ihrer individuellen Mischung einzigartig sein werden. Wir sehen innerhalb von 4 Tagen einem komplexen, interessanten und spannenden Zusammenspiel von 16 Konzerten, Performances, Installationen mit über 80 Kompositionen und 22 Uraufführungen entgegen.
Mein herzlicher Dank gilt den finanziellen Förderern, allen voran dem Land Brandenburg und unserer Schirmherrin, Frau Ministerin Dr. Manja Schüle (MWFK), sowie der Landeshauptstadt Potsdam und ihrer Oberbürgermeisterin Noosha Aubel. Außerdem danke ich unseren langjährigen Kooperationspartnerinnen, der Stadt Eberswalde und der Stadt Cottbus.
Ebenso gilt mein herzlicher Dank unseren Kooperationspartner:innen: dem Waschhaus Potsdam, museum FLUXUS+, Palais Lichtenau, Landesmusikrat Brandenburg, der städtischen Musikschule Potsdam »Johann Sebastian Bach«, der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark und der Musikschule Strausberg. Nicht zuletzt danke ich meinen Kolleg:innen vom Brandenburgischen Verein Neue Musik, BVNM e.V., dem aktuellen Organisationsteam und den mitwirkenden Ensembles, Musiker:innen, Komponist:innen und Künstler:innen, die mit ihrem persönlichen Engagement das Festival ermöglichen und mit Inhalt füllen.
Henry Mex, künstlerischer Leiter
Thursday, 4 June 2026
Eröffnung – Breathshow – Hezarfen
Eröffnung mit Grußreden aus Politik und Kultur
Es sprechen:
Herr Rainer Walleser (Abteilungsleiter Kultur im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg)
Herr Wiegel ( Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport der Landeshauptstadt Potsdam)
Frau Dr. Gruhn (Stellvertretende Landtagspräsidentin)
Frau Jana Buschmann (Präsidentin des Landesmusikrates Brandenburg)
THE BREATHSHOW - conducted by Maren Strack
Performance von Maren Strack
Künstlerische Leitung: Johan Lorbeer;
Tonregie, Komposition, Choreographie: Kerstin Lücker;
Bühnenbild: Peter Friedrich;
Video: Maren Strack, Osman Ozel; Lichtkonzept: Fabian Bleisch
Maren Strack, geboren 1967 in Hamburg, ist Bildhauerin, Choreografin, Tänzerin, Musikerin.
Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste in München. Gleichzeitig lernte sie Flamenco bei Gonzales Reyes und war langjähriges Mitglied seiner Company. Während des Studiums begann sie im Beziehungsfeld von Bildhauerei, Bewegung und Tanz zu arbeiten und entwickelte kinetische Installationen und Performances. 1995 erhielt sie das Förderstipendium für Theater und Tanz der Stadt München für ihre erste abendfüllende Performance.
Seither entstanden hauptsächlich Soli und Installationen, die sie international gezeigt hat und für die sie mehrere Preise erhielt, unter anderem den Sonderpreis für das beste deutsche Tanz-Solo, sowie den Autorenpreis des Jungen Theaters Bremen. Außerdem war sie Stipendiatin am Künstlerinnenhof Die Höge, Bassum (2000), an der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart (2001) und dem Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop (2005). Von 2008 bis 2013 war sie Gastprofessorin und Leiterin des Studiengangs Raumstrategien der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit 2009 hat sie einen Lehrauftrag für Performance an der UDK, Berlin.
Ihre Arbeiten und Performances zeigte sie unter anderem an folgenden Orten: Pavillon Mies van der Rohe, Barcelona; Goetheinstitut Salvador Bahia, Brasilien; Städelmuseum, Frankfurt; Stadtgalerie Sofia, Bulgarien; Akademie der Künste, Berlin; Panasonic Center, Tokyo, Japan; Berliner Festspiele; In Motion, Museum für moderne Kunst, Barcelona; Fondation Cartier pour
l'art contemporain, Paris; Vooruit, Genth, Belgien; Haus am Waldsee, Berlin; Deutsches Museum, München; Festival Tanz im August, Berlin; Yamaguchi Centre for Media and Arts, Yamaguchi, Japan; Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt; Pina Bausch Festival, Essen; BankArt 1929, Yokohama, Japan.
www.Maren-Strack.de
Kerstin Lücker hat über die Musiktheorie von Leoš Janáček promoviert, einem bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts, der neben der von Schönberg erfundenen Methode des Komponierens mit zwölf Tönen alternative Wege fand, tonale Harmonien fortzuschreiben. Seither hat sie fortlaufend über Janáček geschrieben (redaktionell verantwortlich für die überarbeitete Fassung von Band 7 der Musikkonzepte von Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, für die Bayrische Staatsoper, für das Musikfest Berlin u.a.), außerdem das Libretto zur Oper „Die Sache Makropulos“ für den Verlag Editio Bärenreiter Praha neu übersetzt. Als Interpretin war sie in verschiedenen Ensembles an Konzerten, Uraufführungen und Rundfunkaufnahmen der Stücke von Mathias Spahlinger, Jakob Ullmann, John Cage u.a. beteiligt. Außerdem hat sie die Einstudierung, Konzerte und die
Rundfunkproduktion (zusammen mit Mitgliedern des Ensemble Modern, Frankfurt) von Jakob Ullmanns "Voice, books and FIRE 1,2" geleitet, später die WDR-Produktion einer Neufassung des Stücks mitverantwortet.
Zwischen 2009 und 2012 war sie an der Konzeption des Studiengangs Raumstrategien der Kunsthochschule Berlin Weißensee beteiligt und hat im Studiengang Seminare unterrichtet. Als Klangregisseurin arbeitet sie derzeit u.a. mit der Künstlerin Alice Baillaud zusammen.
Zusammen mit der Historikerin Ute Daenschel schrieb sie die Weltgeschichte für junge Leserinnen (Kein & Aber, 2017, als A History of the World with the Women Put Back In, London 2019). Sie lebt als freiberufliche Autorin, Redakteurin, Übersetzerin und Klangregisseurin in Berlin.
https://kerstin-luecker.de
Johan Lorbeers künstlerisches Werk oszilliert zwischen monochromer Malerei und super-langsamer Performance. Für seine Performance "Rothko-Fax" erhielt er 1996 den Karl-Hofer-Preis der Hochschule der Künste (HdK) Berlin. Im Jahr 2011 wurde seine Publikation "Geschäftsbericht" auf der Internationalen Buchmesse in Frankfurt als bestes Kunstbuch ausgezeichnet. Von 2000 bis 2015 lehrte er als Professor an der Universität der Künste (UdK) in Berlin.
Performances/Ausstellungen (Auswahl):
Stadtgalerie Saarbrücken; Museum für moderne Kunst Frankfurt; Neue Nationalgalerie Berlin; Bauhaus Dessau; Albertinum Dresden; Neues Museum Nürnberg; Gasteig München; NBK Berlin; ART Köln;
Pinakothek München; Kunsthalle Hamburg; ZKM Karlsruhe; Goethe Institute Paris, Rom, Moskau, Beirut, Madrid, Kairo, La Paz, Caracas; Kunsthal Kopenhagen; Les Brigittines Brüssel; L‘Usine Genf; Architekturmuseum Basel; The Arches Glasgow; ART Chicago; MCBA Barcelona; China Academy of Art Hangzhou; AFA Helsinki; Stadttheater Utrecht; Lieux Public Marseille; Kunsthalle Linz;
Musée de l’Architecture Paris; CAC Malaga; vienna biennale Wien
www.johanlorbeer.com
Kerstin Lücker hat über die Musiktheorie von Leoš Janáček promoviert, einem bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts, der neben der von Schönberg erfundenen Methode des Komponierens mit zwölf Tönen alternative Wege fand, tonale Harmonien fortzuschreiben. Seither hat sie fortlaufend über Janáček geschrieben (redaktionell verantwortlich für die überarbeitete Fassung von Band 7 der Musikkonzepte von Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, für die Bayrische Staatsoper, für das Musikfest Berlin u.a.), außerdem das Libretto zur Oper „Die Sache Makropulos“ für den Verlag Editio Bärenreiter Praha neu übersetzt. Als Interpretin war sie in verschiedenen Ensembles an Konzerten, Uraufführungen und Rundfunkaufnahmen der Stücke von Mathias Spahlinger, Jakob Ullmann, John Cage u.a. beteiligt. Außerdem hat sie die Einstudierung, Konzerte und die
Rundfunkproduktion (zusammen mit Mitgliedern des Ensemble Modern, Frankfurt) von Jakob Ullmanns "Voice, books and FIRE 1,2" geleitet, später die WDR-Produktion einer Neufassung des Stücks mitverantwortet.
Zwischen 2009 und 2012 war sie an der Konzeption des Studiengangs Raumstrategien der Kunsthochschule Berlin Weißensee beteiligt und hat im Studiengang Seminare unterrichtet. Als Klangregisseurin arbeitet sie derzeit u.a. mit der Künstlerin Alice Baillaud zusammen.
Zusammen mit der Historikerin Ute Daenschel schrieb sie die Weltgeschichte für junge Leserinnen (Kein & Aber, 2017, als A History of the World with the Women Put Back In, London 2019). Sie lebt als freiberufliche Autorin, Redakteurin, Übersetzerin und Klangregisseurin in Berlin.
https://kerstin-luecker.de
Maren Strack, geboren 1967 in Hamburg, ist Bildhauerin, Choreografin, Tänzerin, Musikerin.
Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste in München. Gleichzeitig lernte sie Flamenco bei Gonzales Reyes und war langjähriges Mitglied seiner Company. Während des Studiums begann sie im Beziehungsfeld von Bildhauerei, Bewegung und Tanz zu arbeiten und entwickelte kinetische Installationen und Performances. 1995 erhielt sie das Förderstipendium für Theater und Tanz der Stadt München für ihre erste abendfüllende Performance.
Seither entstanden hauptsächlich Soli und Installationen, die sie international gezeigt hat und für die sie mehrere Preise erhielt, unter anderem den Sonderpreis für das beste deutsche Tanz-Solo, sowie den Autorenpreis des Jungen Theaters Bremen. Außerdem war sie Stipendiatin am Künstlerinnenhof Die Höge, Bassum (2000), an der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart (2001) und dem Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop (2005). Von 2008 bis 2013 war sie Gastprofessorin und Leiterin des Studiengangs Raumstrategien der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit 2009 hat sie einen Lehrauftrag für Performance an der UDK, Berlin.
Ihre Arbeiten und Performances zeigte sie unter anderem an folgenden Orten: Pavillon Mies van der Rohe, Barcelona; Goetheinstitut Salvador Bahia, Brasilien; Städelmuseum, Frankfurt; Stadtgalerie Sofia, Bulgarien; Akademie der Künste, Berlin; Panasonic Center, Tokyo, Japan; Berliner Festspiele; In Motion, Museum für moderne Kunst, Barcelona; Fondation Cartier pour
l'art contemporain, Paris; Vooruit, Genth, Belgien; Haus am Waldsee, Berlin; Deutsches Museum, München; Festival Tanz im August, Berlin; Yamaguchi Centre for Media and Arts, Yamaguchi, Japan; Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt; Pina Bausch Festival, Essen; BankArt 1929, Yokohama, Japan.
www.Maren-Strack.de
"... Atmen ist nicht gleich Atmen ..." sagt die Künstlerin Maren Strack, und präsentiert ihre neue Performance aus elektronisch verstärkten Atemschallwellen in unterschiedlichen Variationen und Modulationen. Um ihren Körper windet sich ein instrumentales Bandoneon-Outfit, das die Luftgeräusche Zug um Zug ins Tonale verlängert. Eine Airbag Couch dient als Bühne, auf der die Künstlerin eine labile Choreographie entwickelt. Ihre Atemwellen fließen als Glissando-und Flageolettkaskaden in den Raum. All das endet abrupt, erstarrt in einer schockgefrorenen Geste; bis die Atemwellen der Choreographie neues Leben verleihen.
THE BREATHSHOW: das sind surreale Lu6schlösser mit permanentem Luftzug – und eine intime Einladung, denn im Atmen spiegelt sich das Ich.
THE BREATHSHOW hatte am 7.12.2023 in der Fabrik Potsdam Premiere.
„Nüchtern, skurril und packend bis zum letzten Atemzug” schreibt Lena Schneider in ihrer Rezension im Tagesspiegel.
Die Performance befindet sich in keinem abgeschlossenen Stadium, sondern ist weiterhin in Entwicklung. Sie kann an unterschiedlichen Aufführungsorten gezeigt werden: sowohl an theatralen Orten (Theater, altes Kino, Kirche) als auch in Museen, Galerien und anderen öffentlichen Räumen.
Credits:
Performance von Maren Strack
Künstlerische Leitung: Johan Lorbeer;
Tonregie, Komposition, Choreographie: Kerstin Lücker;
Bühnenbild: Peter Friedrich;
Video: Maren Strack, Osman Ozel;
Lichtkonzept: Fabian Bleisch
Besonderer Dank für Glissandi und Flageoletts an Wolfgang Bender (Violine) und Tomáš Jamník (Cello)
Hezarfen Ensemble Istanbul
Das Hezarfen Ensemble, 2010 von Ulrich Mertin und Michael Ellison gegründet, ist das führende professionelle Ensemble für zeitgenössische Musik in der Türkei. Vom Andante Magazine als „Bestes Kammermusikensemble“ ausgezeichnet, ist der Einfluss des Ensembles auf das Musikleben in der Türkei tiefgreifend, es hat das Gesicht der zeitgenössischen Kunst im eigenen Land nachhaltig verändert. Zu den wichtigsten internationalen Auftritten zählen Bristol New Music, Acht Brücken Festival, MaerzMusik Berlin, Festspielhaus Hellerau sowie die Rotterdam Operadagen. Von 2015 bis 2023 war das Hezarfen Ensemble zentraler Partner des vom European Research Council (ERC) geförderten Forschungsprojekts Beyond East and West, mit dem Ziel der Integration von Makam-Musikern in ein zeitgenössisches Ensemble, sowie der Entwicklung neuer transkultureller Ensembleformen. 2021 wurde das Ensemble von den Donaueschinger Musiktagen eingeladen, das 100-jährige Jubiläum des Festivals mit einem Konzert im ARTER (Istanbul) zu feiern. Seit 2012 realisiert das Ensemble jährlich Projekte mit Stipendiaten der Tarabya Kulturakademie, einer Institution der Bundesrepublik Deutschland. 2023 erhielt das Hezarfen Ensemble eine Großförderung der Ernst-von-Siemens Musikstiftung.
CloseDie Musik von Michael Ellison (*1969) entzieht sich jeder Kategorisierung. Sie verbindet zeitgenössische und klassische Einflüsse nahtlos mit traditionellen Elementen zu einer einzigartigen und persönlichen Bildsprache. Vom American Record Guide als „wunderschön gestaltet, kraftvoll und fesselnd“ beschrieben, ist Ellisons Musik farbenreich und kontrastreich, atmosphärisch dicht und emotional tiefgründig.
Nachdem Ellison über zehn Jahre lang im Schmelztiegel der Kulturen Istanbuls gearbeitet hat, erforscht er in seinen jüngsten Arbeiten die Integration disparater Traditionen und klanglicher Experimente zu bedeutungsvollen neuen Formen.
Zu seinen bemerkenswerten Auftragsarbeiten und Auszeichnungen zählen die Oper „Say I Am You – Mevlana“ (2012), eine Koproduktion der Rotterdam Operadagen, des I KSV und des Istanbul Music Festivals, das „Türkische“ Konzert KV 219 für türkische Instrumente, Cello und Orchester (2008), ein Auftragswerk, das vom BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Pascal Rophé uraufgeführt wurde, „Kubla Khan“ (2011) für das Istanbul Music Festival 2011, das Streichquartett Nr. 3 (2013) der Arizona Friends of Chamber Music, der Nova Chamber Music Series und des Fry Street Quartets, das Streichquartett Nr. 2 für das Borromeo Quartet, gefördert vom National Endowment for the Arts (NEA), Copland House (2006), New York Youth Symphony (1995), der Beebe Foundation (New England Conservatory), dem Ojai Festival, dem Barlow Endowment, der Fulbright Foundation und ASCAP. Michael Ellison ist Co-Direktor des wegweisenden Hezarfen Ensembles in Istanbul. Er unterrichtet Komposition an der Universität Bristol, England.
Ursprünglich 2003 für Hafız und Kammerensemble komponiert und im Rahmen des Istanbuler Festivals der Spectral Music Conference 2003 mit gemischtem Ensemble unter der Leitung von Michael Ellison uraufgeführt, ist Elif dem renommierten Hafız Kâni Karaca gewidmet, der als einer der größten Makam-Sänger der Moderne gilt. Die erste Instrumentalfassung entstand 2016 und wurde am 7. April 2016 in Grenoble, Frankreich, im Rahmen von Detours de Babel uraufgeführt. Der Titel Elif bezieht sich auf den ersten Buchstaben des arabischen Alphabets. In der islamischen Mystik ist der gesamte Koran, ja die gesamte Existenz der Welt, im ersten Buchstaben des Alphabets enthalten (siehe Yunus Emres Gedicht „Ilim Ilim“). Das Stück ist in sechs Abschnitte unterteilt, von denen jeder einem bestimmten Makam gewidmet ist und über eigenes motivisches Material verfügt. Während das Originalwerk Kaside (vokale Improvisationen Karacas, basierend auf Texten zu Ehren des Propheten Mohammed) zuließ, ist die Abfolge der Makams und ihrer Begleittexturen festgelegt und bildet eine unveränderliche Gesamtstruktur, obwohl die meisten Elemente innerhalb der Abschnitte flexibel und aleatorisch sind. In der Instrumentalfassung wird die Kaside zu einer Folge von Makams, in der Yaylı Tanbur, Kemençe und andere Instrumente improvisieren können. Strengere, heterophone „T“-Abschnitte verbinden die Hauptabschnitte, und die Musiker müssen sich auf die Übergangspunkte zu jedem folgenden Abschnitt einigen. Bei der Uraufführung 2003, da Karaca (bekanntermaßen) blind war, folgte der Dirigent dem Solisten (rein durch Zuhören) anstatt umgekehrt. Er gab zudem Hinweise auf die Wechsel und förderte die Entwicklung von Textur und Dynamik. Hier werden die Abschnitte von den Ausführenden selbst gesteuert und vorgegeben. Gleich zu Beginn geht es in dem Werk um Anfänge – zunächst ohne Ton außer Atem oder atemähnlichen Klängen der Instrumente, die sich erst langsam zu Ton und Klang verschmelzen. Um zu den türkischen Makam-Instrumenten zu passen, werden westliche Klänge absichtlich „dekonstruiert“. Das ursprüngliche Bild des Komponisten war, als wäre die Stimme von Karaca ein in der Wüste liegender Koran, über den zerfallender Sand hinwegfegt, als sich ständig verändernde Fragmente, die eine manchmal verschleierte, manchmal sichtbare, unveränderliche Wahrheit umgeben.
CloseIrini Amargianaki begann ihre musikalische Ausbildung mit Akkordeon und Musiktheorie in Athen. Neben Musik absolvierte sie dort ihr Diplom in Theaterwissenschaften. 2005-2013 studierte sie Komposition an der UdK Berlin bei W. Zimmermann und K. Reese und gleichzeitig lernte sie die arabische Oud bei F. Sabbagh. Sie erhielt das Arbeitsstipendium von Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie von GEMA und Musikrat. Sie war nominiert für den GEMA Musikautor:Innenpreis 2024 in der Kategorie Orchester und Stimmen. In 2025 war sie Stipendiatin im Künstlerhaus „Villa Malkowski“. 2022-2023 war sie Dozentin bei Bundeswettbewerb „Jugend Komponiert“. Ihre Musik wurde (ur-) aufgeführt u.a. von D. Barenboim und E. Pahud, Pierre Boulez Ensemble, M. Pintscher und Ensemble Intercontemporain, Ensemble New Babylon, Artéfacts, Bremer Schlagzeugquartett, Ensemble Aventure. Ihre Werke erscheinen bei Verlag Neue Musik.
CloseOnur Türkmens Werk kreist hauptsächlich um zwei Konzepte: „Hat“, Betrachtungen über türkische Musikmakams und Instrumente, und „Ritualistisches Drama“, das die Verbindungen zwischen Poesie, Drama und Ritual untersucht. Für seine wichtigsten Werke der Hat- und Ritualdrama-Reihe arbeitete er mit dem Hezarfen Ensemble (Istanbul), dem Yurodny Ensemble (Dublin), Diamanda La Berge Dramm (Amsterdam) und seinem eigenen NK Ensemble zusammen. Sein Orchesterstück „Gel“ wird vom Deutschen Symphonie-Orchester Berlin aufgeführt und ist bei Prospero Records erschienen. Kürzlich wurde seine Parlando-Oper „Gılgamış“ beim Internationalen Musikfestival Ankara uraufgeführt. Sein neues Werk für Orchester, Chor und Sopran, ein Auftragswerk des Präsidentenorchesters (CSO) anlässlich dessen 200-jährigen Jubiläums, wird im April 2026 uraufgeführt. Er ist außerordentlicher Professor und stellvertretender Dekan an der Fakultät für Musik und Darstellende Künste der Bilkent-Universität in Ankara. https://onurturkmencomposer.wordpress.com/
CloseHat ist ein Begriff aus der Kalligrafie und bedeutet „Linie“. In meiner Kompositionspraxis bezeichnet er die Entfaltung von Makam-Sequenzen und deren klangliche und metaphysische Resonanzen. Das Konzept basiert auf zwei verwandten Ideen: dem Verhalten von Makams im Tonraum aus der Perspektive der reinen Stimmung und den idiomatischen Qualitäten von Makam-Instrumenten sowie deren Einfluss auf die zeitgenössische Musikästhetik. Diese beiden Miniaturen präsentieren kurze Klangmomente, die diese Erkundungen widerspiegeln.
CloseRené Kuwan (1983, bei Dresden) lebt und arbeitet als Komponist in Berlin.
Er schreibt sowohl rein instrumentale Werke für verschiedenste Instrumentenkombinationen als auch Musik für interdisziplinäre Projekte, in denen sie mit Video, Literatur oder szenischen Elementen in
Beziehung steht und häufig außermusikalische Bezüge hat. Manche seiner Stücke hingegen verweisen ausschließlich auf Musik selbst in der sowohl satztechnische als auch klangliche Aspekte großer Bedeutung
zukommen. Außerdem ist in Teilen seines Werkes ein interkulturelles Interesse an Instrumenten und musikalischen Hintergründen jenseits der westlich-abendländischen Tradition sehr präsent.
Von 2016 bis 2024 studierte er im Bachelor- und Masterstudium im Hauptfach Komposition bei Prof. Hanspeter Kyburz an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Zudem absolvierte er zwei
Auslandssemester: eines an der Sibelius-Akademie in Helsinki (Prof. Veli-Matti Puumala) und eines an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Prof. Detlev Müller-Siemens).
Während seiner Studienzeit besuchte er Lehrveranstaltungen bei Prof. Jörg Mainka (Tonsatz und Analyse) sowie bei Prof. Wolfgang Heiniger (Elektroakustische Musik). Wichtige Impulse in algorithmischer
Komposition erhielt er von Eres Holz, in Instrumentation und Orchesterarbeit von Torsten Herrmann. Außerdem nahm er an Workshops und Sommerakademien (u. a. Impuls Academy, Graz) teil, wo er weiteren
Unterricht bei verschiedenen Komponist*innen aus Deutschland und dem Ausland erhielt. Besonders prägend waren hier die Impulse von Prof. Frank Bedrossian (Kunstuniversität Graz), Prof. Clara Iannotta
(mdw Wien), Prof. Lucia Ronchetti (Conservatorio di Musica di Salerno) und Prof. Mark André (HfM Dresden).
René Kuwans Werke wurden u. a. auf folgenden Plattformen präsentiert: Impuls Festival Graz (Österreich), Klangwerkstatt Berlin, Basel Composition Competition (Schweiz), Daegu International Contemporary Music
Festival (Südkorea), Jeju International Contemporary Music Festival (Südkorea), Alte Schmiede Wien (Österreich), Festival für Neue Musik Lüneburg, Unerhörte Musik Berlin, Zepernicker Randfestspielen (bei
Berlin), Elbphilharmonie Hamburg, Haus der Kulturen der Welt Berlin und in der Temppeliaukio-Kirche (Felsenkirche) in Helsinki (Finnland).
Er arbeitete u. a. mit Ensembles wie dem IEMA-Ensemble (Internationale Ensemble Modern Akademie), dem Platypus Ensemble, der Basel Sinfonietta, Helsinki Symphonic Brass, dem Ensemble Zeitkratzer sowie
mit jungen Ensembles wie dem Trio Klangspektrum zusammen. Da er regelmäßig für Jugendliche und junge Ensembles komponiert, wurden seine Werke bei Wettbewerben
wie „Jugend musiziert“ und dem Deutschen Musikwettbewerb von jungen Preisträgerinnen einstudiert und aufgeführt. Darüber hinaus entstanden CD-Produktionen, und seine Kompositionen wurden im Rundfunk gesendet.
„Wave and Ocean“ steht metaphorisch für die Idee einer subtilen Verbindung von verschiedenen Traditionen, Kulturen und Religionen, die sich kontinentübergreifend in alten Texten, Mythen und Symbolen wiederfindet. Oft stehen hinter unterschiedlichen kulturellen Ausdrucksformen verschiedene Zugänge zu derselben Grundaussage: eigenständig und einzigartig, zugleich jedoch Teil einer Art universeller Wahrheit – wie die Welle im Ozean, die nur kurz als separate Erscheinung sichtbar ist, um direkt wieder zur Einheit des Ozeans zu werden.
Die interkulturelle Besetzung des Hezarfen Ensembles hebt die Idee der Verbindung verschiedener Musiktraditionen hervor. Traditionelle türkische Instrumente – Kemençe und Yalı Tanbur verbinden sich im Dialog mit einem westlichen Streichtrio.
Musikalisch soll die Idee einer zugrunde liegenden, verbindenden Einheit über die Tonbeziehungen erfahrbar werden. Ein Geflecht aus Intervallen, ihren komplementären und kontrastierenden Entsprechungen sowie zentralen Klängen und wiederkehrenden Akkordstrukturen, die in unterschiedlichen Varianten erklingen, bildet das gemeinsame Material. Die zeitliche Gewichtung dieser Elemente schafft eine subtile Hierarchie innerhalb des Systems und lässt eine musikalische Struktur entstehen, die Zusammenhalt und Verbindung stiften soll.
Außerdem hat der Aufbau der hörbaren Akkorde zumindest seinen Ursprung in türkischen und arabischen Maqam-Tradition und akzentuiert markante Intervalle – häufig mikrotonale – der jeweiligen Modi. Diese werden hier von ihrer melodischen Anlage gelöst, abstrahiert und in einen neuen Kontext überführt; zugleich verbinden sie, durch das Teilen wesentlicher struktureller Elemente, beide Musiktraditionen und Denkweisen miteinander.
Das Stück steht nicht zuletzt für eine Gegenperspektive zu einem Denken in Unterschied und Abgrenzung, das in kollektiven Identitäten, Religion und Politik häufig Trennung verstärkt. Ein Musikstück für ein außergewöhnliches Ensemble, in dem Differenz und Individualität bestehen bleiben, während zugleich eine verbindende Einheit existiert, die subtil spür- und hörbar wird.
Die Musik von Michael Ellison (*1969) entzieht sich jeder Kategorisierung. Sie verbindet zeitgenössische und klassische Einflüsse nahtlos mit traditionellen Elementen zu einer einzigartigen und persönlichen Bildsprache. Vom American Record Guide als „wunderschön gestaltet, kraftvoll und fesselnd“ beschrieben, ist Ellisons Musik farbenreich und kontrastreich, atmosphärisch dicht und emotional tiefgründig.
Nachdem Ellison über zehn Jahre lang im Schmelztiegel der Kulturen Istanbuls gearbeitet hat, erforscht er in seinen jüngsten Arbeiten die Integration disparater Traditionen und klanglicher Experimente zu bedeutungsvollen neuen Formen.
Zu seinen bemerkenswerten Auftragsarbeiten und Auszeichnungen zählen die Oper „Say I Am You – Mevlana“ (2012), eine Koproduktion der Rotterdam Operadagen, des I KSV und des Istanbul Music Festivals, das „Türkische“ Konzert KV 219 für türkische Instrumente, Cello und Orchester (2008), ein Auftragswerk, das vom BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Pascal Rophé uraufgeführt wurde, „Kubla Khan“ (2011) für das Istanbul Music Festival 2011, das Streichquartett Nr. 3 (2013) der Arizona Friends of Chamber Music, der Nova Chamber Music Series und des Fry Street Quartets, das Streichquartett Nr. 2 für das Borromeo Quartet, gefördert vom National Endowment for the Arts (NEA), Copland House (2006), New York Youth Symphony (1995), der Beebe Foundation (New England Conservatory), dem Ojai Festival, dem Barlow Endowment, der Fulbright Foundation und ASCAP. Michael Ellison ist Co-Direktor des wegweisenden Hezarfen Ensembles in Istanbul. Er unterrichtet Komposition an der Universität Bristol, England.
Derivations
Das erste Werk, das vollständig in türkischer Makam-Stimmung komponiert wurde und eine neue Methode zur Notation von Alterationen einführt. Uraufgeführt von Nermin Kaygusuz und Ulrich Mertin.
Studium Klavier und Percussion an der Hochschule für Musik Hannover/Konservatorium Osnabrück und der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Neben dem Studium und der beginnenden Tätigkeit als Pianist schrieb er zunächst Musiken für Theaterproduktionen, die zunehmend von Konzertwerken abgelöst wurden.
Für Atonale e.V., eines Kollektivs Berliner Komponisten, organisierte und leitete musikalisch mehrfach Konzertreihen und Festivals, bisher allein fünfmal in Zusammenarbeit mit der der Staatsoper Berlin. Er ist als Komponist, Interpret und Jurymitglied wiederholt Gast verschiedener Institutionen und Festivals Neuer Musik und schreibt häufig im Auftrag renommierter Interpreten Neuer
Musik. Seine Werke erscheinen im Verlag Neue Musik, Berlin/Köln.
Die Werkreihe Cavemusic bezieht sich durchgehend auf Bibelzitate, die im Zusammenhang mit Situationen des „alleine auf sich Geworfen-Seins“ stehen. Die Stücke kreisen, sind Zustand, führen zu nichts. Versuche von Entwicklungen laufen lediglich irgendwann in eine Erschöpfung hinein. „Thinking has become stale. Remain motionless. Es muss genügen, um das stetige Diminuendo der tosenden Stille zu wissen.“
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KATIA GUEDES – Sopran, Komposition
Geboren in São Paulo, Brasilien. Studium (Oboe, Gesang und Komposition) an der USP Brasilien. Aufbaustudium an der HfM Hanns Eisler bei Inge Uibel sowie Masterstudien in Musik- und Theaterwissenschaft, TU und FU, in Berlin.
Internationale Konzerttätigkeit in mehrere Musikfestspiele u.a. bei Semperoper Dresden, Biennale Salzburg, Münchener Biennale, MaerzMusik, Ultraschall und Teatro Real Madrid mit den Ensembles Mosaik, KNM Berlin, Modern Art Sextett, nieuw ensemble amsterdam, Kammerorchester Basel, Klangforum-Wien, Berliner Symphoniker, Jenaer Philharmonie.
Als Komponistin aufgetreten in der Diagonale-Bielefeld, Pyramidale, BKA-Berlin, Lissabon, São Paulo, Festival Intersonanzen, Festival Avignon sowie in dem Festival BAM Berlin mit ihrem ersten Musiktheaterstück.
www.katiaguedes.me
„Blätterklang/Yaprak sesi“ für Sopran, Kemençe, Yaylı tanbur, Violine, Viola und Violoncello, nach Texten von Nâzim Hikmet, UA
Für mein Stück „Blätterklang/Yaprak sesi“ habe ich unterschiedliche Texte von Nâzim Hikmet benutzt, in denen das zentrale Thema der Klang der Blätter und Bäume ist. Die Texte werden auf Deutsch und Türkisch gesungen, in der Übersetzung von Gisela Kraft. Der Klang der Blätter wird hier sowohl als Klangmaterial verstanden, als auch figurativ als Sprache und Gesang, was der Klang aus den geschriebenen Blättern ist.
Ein Wimmern, wie wenn irgend jemand weine, Bir inilti duydum serviliklerde
vernahm ich aus den Zweigen der Zypressen. Dedim: Burada da ağlayan var mi?
Ist es der Wind, der seufzt im stillen Haine, Yoksa tek başına bu kuytu yerde,
will eine alte Liebe nicht vergessen? Eski bir sevgiyi anan rüzgâr mi?
Du kümmre dich nicht um die Stille der Luft. Sen bakma havanın durgunluğuna
Das Weltmeer, es schläft und schläft – und erwacht! Derya dediğin uyur uyur uyanır.
Fünfzigtausendmal sah ich Blätterfall Elli bin kere gördüm yaprak dökümünü
Das Abfallen Fortwehen Vermodern der Blätter düşüşlerini sürünüşlerini çürüyüşlerini yaprakların
Aber in Blätterfall hineinzugeraten ama yaprak dökümüne
Zieht immer noch meine Seele zusammen rastlamak yine de burar içimi
traditionelle türkische Musik
Close
Klanginstallation – Duo Davila-Torkar
Imaginary Ecosystems
Omer Eilam stammt ursprünglich aus Tel Aviv und hat Universitätsabschlüsse in Neurowissenschaften, Computerbiologie und Musik. Im Jahr 2014 zog er in die Niederlande, um am Institut für Sonologie elektronische Musik zu studieren, wobei er sich auf die Musik von Karlheinz Stockhausen konzentrierte und als Klangprojektionist und Synthesizer-Entwickler arbeitete. Ab 2019 wurde Omer Eilam in der Umweltbewegung aktiv, gründete das aktivistische Online-Radio von Extinction Rebellion mit, half bei der Organisation der Konferenz „Breathing with the Climate Crisis“ am Goetheanum in der Schweiz, schrieb mehrere Essays über die Beziehung zwischen Mensch und Natur und komponierte ein Stück, das den Aktivisten gewidmet ist, die den Hambacher Forst vor der Zerstörung schützen. Neben seiner musikalischen Praxis vermittelt er im Rahmen des QuerKlang-Projekts und als Mitglied des lev-Kollektivs experimentelle Musikpädagogik in Schulen und Bibliotheken. Seit 2021 lebt er in Falkensee (Berlin) und erforscht weiterhin die vielen Facetten der menschlichen Existenz durch Kunst, Poesie und Musik.
Links zu früheren Werken:
Vision of the Valley of Dry Bones
Eine akusmatische Komposition, die über zeitlose Vorstellungen von Schöpfung und Zerstörung reflektiert – wie sie sowohl in der biblischen Vision des Propheten Ezechiel dargestellt sind als auch in ihrer aktuellen Manifestation im Krieg zwischen Israel und Gaza.
Anthroposophia
Als Teil des Projekts „Imaginary Ecosystems“ basiert dieses Stück auf einem Vortrag von Rudolf Steiner, der mithilfe imaginativer Praktiken jene Bereiche erkundet, die zwischen unserem Wach- und unserem Traum-Bewusstsein liegen. Wie klingen unsichtbare Chöre, wenn sie ein Duett mit metallischen Insekten singen? Oder eine alte Spieluhr, die einem stotternden Wind ein Wiegenlied vorsingt ...
A Day at Hambacher Forst
Eine musikalisch-erzählerische Reise in einen Wald, der in den letzten 50 Jahren zugunsten des Kohleabbaus ausgelöscht wurde. Das Stück erzählt die Geschichte dieses Ortes sowie die der Aktivisten, die dort verweilen – in einem verzweifelten Versuch, ihn vor der Zerstörung zu bewahren.
Solar System Meditation
Eine moderne Adaption von Johannes Keplers „Harmonie der Sphären“, die elektronische Klangsyntheseverfahren nutzt und den umgebenden Publikumsraum auf eine Weise beschallt, die der Rotation der Planeten um die Sonne entspricht.
TIERKREIS
Eine elektronische Musikrealisierung des Stücks TIERKREIS, das 1974 von Karlheinz Stockhausen komponiert wurde.
Omer Eilam stammt ursprünglich aus Tel Aviv und hat Universitätsabschlüsse in Neurowissenschaften, Computerbiologie und Musik. Im Jahr 2014 zog er in die Niederlande, um am Institut für Sonologie elektronische Musik zu studieren, wobei er sich auf die Musik von Karlheinz Stockhausen konzentrierte und als Klangprojektionist und Synthesizer-Entwickler arbeitete. Ab 2019 wurde Omer Eilam in der Umweltbewegung aktiv, gründete das aktivistische Online-Radio von Extinction Rebellion mit, half bei der Organisation der Konferenz „Breathing with the Climate Crisis“ am Goetheanum in der Schweiz, schrieb mehrere Essays über die Beziehung zwischen Mensch und Natur und komponierte ein Stück, das den Aktivisten gewidmet ist, die den Hambacher Forst vor der Zerstörung schützen. Neben seiner musikalischen Praxis vermittelt er im Rahmen des QuerKlang-Projekts und als Mitglied des lev-Kollektivs experimentelle Musikpädagogik in Schulen und Bibliotheken. Seit 2021 lebt er in Falkensee (Berlin) und erforscht weiterhin die vielen Facetten der menschlichen Existenz durch Kunst, Poesie und Musik.
Links zu früheren Werken:
Vision of the Valley of Dry Bones
Eine akusmatische Komposition, die über zeitlose Vorstellungen von Schöpfung und Zerstörung reflektiert – wie sie sowohl in der biblischen Vision des Propheten Ezechiel dargestellt sind als auch in ihrer aktuellen Manifestation im Krieg zwischen Israel und Gaza.
Anthroposophia
Als Teil des Projekts „Imaginary Ecosystems“ basiert dieses Stück auf einem Vortrag von Rudolf Steiner, der mithilfe imaginativer Praktiken jene Bereiche erkundet, die zwischen unserem Wach- und unserem Traum-Bewusstsein liegen. Wie klingen unsichtbare Chöre, wenn sie ein Duett mit metallischen Insekten singen? Oder eine alte Spieluhr, die einem stotternden Wind ein Wiegenlied vorsingt ...
A Day at Hambacher Forst
Eine musikalisch-erzählerische Reise in einen Wald, der in den letzten 50 Jahren zugunsten des Kohleabbaus ausgelöscht wurde. Das Stück erzählt die Geschichte dieses Ortes sowie die der Aktivisten, die dort verweilen – in einem verzweifelten Versuch, ihn vor der Zerstörung zu bewahren.
Solar System Meditation
Eine moderne Adaption von Johannes Keplers „Harmonie der Sphären“, die elektronische Klangsyntheseverfahren nutzt und den umgebenden Publikumsraum auf eine Weise beschallt, die der Rotation der Planeten um die Sonne entspricht.
TIERKREIS
Eine elektronische Musikrealisierung des Stücks TIERKREIS, das 1974 von Karlheinz Stockhausen komponiert wurde.
Imaginary Ecosystems ist eine interaktive Klanginstallation, die anhand einer generativen Klangökologie die Grenzen zwischen natürlichen und künstlichen Systemen untersucht. Sie entführt die Besucher in eine Klangwelt – ein sich entwickelndes Ökosystem aus „Klangorganismen“, deren Verhalten in Echtzeit aufeinander und auf die Anwesenheit von Menschen reagiert.
Jeder Organismus wird durch algorithmische Prozesse gesteuert, die von biologischen Dynamiken wie Wachstum, Anpassung und gegenseitiger Abhängigkeit inspiriert sind. Das System entwickelt sich kontinuierlich weiter und erzeugt eine sich ständig verändernde Klanglandschaft, die auf ihre Umgebung reagiert. Über taktile und visuelle Schnittstellen können Besucher Parameter wie Textur, Dichte und räumliche Position beeinflussen und werden so zu Teilnehmern des Ökosystems statt zu externen Beobachtern.
Die Installation baut auf Eilams langjähriger Forschung zu generativer Komposition und ökologischem Hören auf, die er während seines Studiums am Institut für Sonologie begann und die in seinem kürzlich veröffentlichten Album gipfelte. In seiner Arbeit untersucht er, wie ökologische Vorstellungskraft den Künstler bei der Schaffung neuer Klangwelten leiten kann.
Duo Davila-Torkar
Pia Davila
Die Sopranistin Pia Davila ist eine vielseitige Sängerin. Neben dem immer hochgeschätzten Konzertrepertoire und der Kirchenmusik setzt sie sich für Uraufführungen, neue Musiktheaterformen und Ideen ein.
Im Opernbereich singt sie zumeist Barockopern oder Opern mit zeitgenössischem Repertoire, wo sie sich in wenigen Jahren für wichtige Produktionen profilieren konnte. So sang sie zum Beispiel an den Städtischen Bühnen Osnabrück, dem Staatstheater Braunschweig, dem Theater Bremen, der Staatsoper Hamburg, der Deutschen Oper Berlin und der Biennale München. Im Sommer 2024 wurde sie für die Hauptrolle der Jasmin in der Oper „Koma“ unter der Leitung von Bas Wiegers bei den Salzburger Festspielen eingeladen.
Karlheinz Stockhausens Musik hat in Pia Davilas Arbeit einen großen Anteil gewonnen. 2019 sang sie zum ersten Mal „Dienstag“ und „Donnerstag“ aus „Licht“ an der National OperAmsterdam unter der Regie von Pierre Audi. In Zusammenarbeit mit Maxime Pascal und dem Orchester „Le Balcon“ aus Paris sang sie „Donnerstag“ unter der Regie von Benjamin Lazar,„Sonntag“ unter der Regie von Ted Hoffmann und „Montag“ unter der Regie von Silvia Costa in der Philharmonie Paris und der Oper Lille.
Aufgrund ihrer regen internationalen Konzerttätigkeit kann Pia Davila Konzerte europaweit in Hauptkirchen, Festivals für zeitgenössische Musik, führenden Festivals der Musik Johann Sebastian Bachs und Barockmusikfestivals vorweisen.
Neben ihrer musikalischen Aktivität arbeitet sie in sozialen Projekten, zum Beispiel wurde sie im Rahmen ihrer Arbeit für Geflüchtete 2019 zum Neujahrsempfang des Bundespräsidenten auf Schloss Bellevue eingeladen.
Die in Berlin geborene, deutsche Sopranistin studierte in Hamburg bei Prof. Jörn Dopfer an der Hochschule für Musik und Theater, wo sie im März 2018 ihr Konzertexamen mit Auszeichung abschloss.
www.piadavila.com
Neža Torkar wurde 1990 in Slowenien geboren und absolvierte Ihr Diplom- und Masterstudium bei Prof. Ivan Koval an der Hochschule für Musik «Franz Liszt» Weimar. Sie widmet sich leidenschaftlich Neuer Musik und neuen Kompositionen für Akkordeon und arbeitet dabei eng mit Komponisten zusammen, darunter Uros Rojko, Johannes Hildebrandt, Helmut Zapf, Giordano Bruno do Nascimento, Eunsil Kwon, Gisbert Näther, Gabriel Iranyi,
Katarina Pustinek Rakar, Jan Cyz, Andreas Staffel, Nejc Kuhar. Deren Uraufführungen führten sie auf die Konzertpodien in Deutschland, Slowenien, Spanien, Österreich, Italien, Serbien, England, Südkorea, Kroatien und Belgien. Nach zahlreichen Preisen bei internationalen Wettbewerben war sie 2017 besonders erfolgreich. So ist sie Gewinnerin des Akkordeon Wettbewerbs in Arrasate – Spanien (mit Sonderreis für die beste Interpretation des Pflichtstücks), des internationalen Wettbewerbs in Beltinci (Slowenien) und des Wettbewerbs in Pula, Kroatien. Beim weltweit anerkanntesten Akkordeon Wettbewerb in Klingenthal erhielt Neza 2017 in der
“Königskategorie“ «Solisten ohne Altersbegrenzung» den 3. Platz und 2018 beim selben Wettbewerb den 2. Platz im Duo mit der Cellistin Romana Simbera. Des Weiteren wurde sie ausgezeichnet mit dem Preis des Bürgermeisters von Jesenice, Slowenien. Neza konzertiert regelmäßig solistisch und in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen und wirkt bei diversen Projekten mit (Gewandhaus Leipzig, Jeunesses musicales Slowenien, Rundfunkaufnahmen, RTV Slowenien, Festival Ljubljana, Weimaer Frühjahrstage, Festival Echos Italien, Rotary club, Kulturfeste Brandenburg u.a.).
Sie war Stipendiatin des „Charlotte-Krupp“ Stipendiums, des „CONCERTO“ Stipendiums der Alfred-Toepfer-Stiftung und wurde gefördert durch das Slowenische Kultur-Ministerium.
nach Texten aus dem Gedichtband " Stadtplan” von Michael Wüstefeld
Prolog
1. Wenn der Regen
2.Ich sitze fest
3.Vorm Café
4. Am Abend
LORENZO ROMANO
Lorenzo Romano (1985, Florenz) ist Komponist und künstlerischer Forscher. Im Zentrum seines Schaffens steht das Konzept des Rework: ein Paradigma, das den kreativen Prozess als Akt der Aneignung, Transformation und Neukombination bestehenden Materials begreift und die Prinzipien der Remix-Kultur in die zeitgenössische Komposition überträgt. Sein Schaffen umfasst Instrumentalmusik, Elektronik, Musiktheater und Ballettmusik.
Seine Werke wurden von führenden Ensembles aufgeführt, darunter die Neue Vocalsolisten, das Ensemble Recherche, das Quartetto Prometeo, das Schallfeld Ensemble und die Hamburgische Staatsoper. Festivals wie die Darmstädter Ferienkurse, Wien Modern, die Biennale Venedig, impuls und Klangspuren haben seine Musik in ihre Programme aufgenommen. Seine Arbeit wird von der Ernst von Siemens Musikstiftung und dem Bundeskanzleramt Österreich gefördert; ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Köster-Preis und dem Premio Franco Evangelisti.
Er studierte Neuere Geschichte in Florenz, bevor er sich der Komposition zuwandte. Anschließend studierte er Komposition in Florenz sowie Instrumentalkomposition bei Beat Furrer und Computermusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, wo er 2013 das Schallfeld Ensemble gründete. Seine Dissertation, gefördert durch ein gemeinsames Stipendium der Claussen-Simon-Stiftung, der Hamburgischen Staatsoper und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wurde mit summa cum laude ausgezeichnet. Er unterrichtet an den Konservatorien in Udine und Parma und lebt in Berlin.
CloseFRAGMENTE DER NATUR
Für Sopran und Akkordeon
Was bedeutet Natur – und was verstehen wir unter Natürlichkeit? Sechs eigenständige Fragmente nähern sich dieser Frage aus verschiedenen Perspektiven: Emily Dickinsons Gedicht Nature is what we see tritt in Dialog mit Zitaten von Tobler, Novalis und Heisenberg. Anstelle einer linearen Erzählung entsteht ein klangliches Mosaik, das wissenschaftliche, poetische und sinnliche Zugänge zur Natur miteinander verwebt.
Die Gesangsstimme bewegt sich zwischen gehaltenen Tönen und schnellen, gleitenden Passagen – eine vokale Sprache, die Natürlichkeit nicht abbildet, sondern verkörpert. Das Akkordeon tritt als gleichberechtigter Partner hinzu, dessen experimentelle Spieltechniken die Grenze zwischen Klang und Geräusch befragen.
Stimme und Akkordeon teilen einen gemeinsamen Ursprung: Beide erzeugen Klang durch Luft und Atmung. In diesem geteilten Atem sucht das Werk eine Verbindung zwischen Konzertsaal und Natur – und lädt die Zuhörenden ein, mit veränderter Wahrnehmung in den Alltag zurückzukehren.
TEXTE
- Natur! Wir sind von ihr umgeben und umschlungen – unvermögend, aus ihr herauszutreten, und unvermögend tiefer in sie hineinzukommen.
(Christof Tobler - Die Natur Fragment, 1784)
- Nature is what we see—
The Hill—the Afternoon—
Squirrel—Eclipse—the Bumble bee—
Nay—Nature is Heaven—
(Emily Dickinson, poem 668, 1863)
- Die Natur hat Kunstinstinkt – daher ist es Geschwätz, wenn man Natur und Kunst unterscheiden will.
(Novalis, Fragmente. 1773)
- Nature is what we hear—
The Bobolink—the Sea—
Thunder—the Cricket—
Nay—Nature is Harmony—
(Emily Dickinson, poem 668, 1863)
- Was wir beobachten ist nicht die Natur selbst, sondern die Natur, die unserer Fragestellung ausgesetzt ist.
(Werner Heisenberg, Physik und Philosophie, 1958)
- Nature is what we know—
Yet have no art to say—
So impotent Our Wisdom is
To her Simplicity.
(Emily Dickinson, poem 668, 1863)
Close
Gerald Eckert, geboren 1960 in Nürnberg, studierte Mathematik an der Universität Erlangen, Violoncello und Dirigieren in Nürnberg und Komposition bei Nicolaus A. Huber an der Folkwang-Hochschule Essen. Weitere Kompositionskurse besuchte er bei Jonathan Harvey und Brian Ferneyhough.
1996/97 verbrachte Gerald Eckert einen Arbeits- und Forschungsaufenthalt am CCRMA der Stanford Universität in den USA, 2000/ 01 hatte er einen Lehrauftrag an der TU Darmstadt (Komposition und Architektur) und von 2012 - 2014 war Gerald Eckert Professor für Komposition an der Chung-Ang University in Seoul/ Anseong Süd-Korea.
Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den "Gulbenkian Prize" Portugal 1993, den Kranichstein Preis Darmstadt 1996, den 1. Preis Bourges 2003, Stuttgart 2005 sowie Stipendien u.a. für Venedig 2006 oder die Villa Aurora/ Los Angeles 2010, die Villa Serpentara/ Olevano Romano 2010, das Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop 2013, das Künstlerhaus Schöppingen 2024.
2025 wurde er für den Deutschen Musikautor*innenpreis der GEMA nominiert.
Er hatte Aufführungen auf Festivals wie Ars Musica Brüssel, Eclat Festival Stuttgart, Transit-Festival Leuven, Ultraschall Berlin, Musica Strasbourg, Futura Festival Crest/ Frankreich, Núcleo Música Nueva de Montevideo, Dresdner Tage für zeitgenössische Musik, Tage für Neue Musik Zürich, "Melos-Ethos" Festival Bratislava, "Slowind" Festival/ Slowenien, Musica Scienza Rom, SICMF Seoul, NYCEMF New York, NY Philharmonic Biennal, etc. und arbeitete mit Orchestern, Ensembles und Interpreten wie der NDR-Philharmonie, Klangforum Wien, Ensemble Modern, Ensemble Reflexion K, Ensemble Aventure, Ensemble Recherche, Ensemble SurPlus, Formalist Quartet/ Los Angeles, Divertimento Ensemble (Italien), Musikfabrik NRW, etc. zusammen.
Seit 1989 arbeitet er auch an eigenen Bildern und realisierte von 1994 an verschiedene Austellungen und Installationen. Kataloge erschienen u.a. 1995, 2006 und 2014.
2013 wurde von Gisela Nauck eine Monographie über Gerald Eckert beim Wolke Verlag, Hofheim veröffentlicht. CDs mit seiner Musik erschienen u.a. bei den Labels ambitus, col legno, NEOS oder mode records.
Gerald Eckert
im Endlichen, dehnbar
2006/ 2023
für
Akkordeon
Leise, fast Sho-artige Klänge zu Beginn des Werkes spannen einen feingliedrigen Klangraum auf, der sich im Verlauf über den ganzen Ambitus des Instrumentes erstreckt. Gleichzeig werden durch die dynamischen
Kontraste echoartige Wirkungen oder kaskadenartige Sogwirkungen erzeugt. Gegenstand der Auseinandersetzung war das auf unterschiedlichen Ebenen in Relationen stehende Ausarbeiten der vertikalen
Struktur im Verhältnis zur zeitlichen Verdichtung oder der Vereinzelung - Verlöschen -, das sich letztlich in fortwährend verändernden, diffizilen Klangräumen darstellt.
Aigerim Seilova ist eine in Hamburg lebende Komponistin und Medienkünstlerin. In ihren instrumentalen, vokalen und multimedialen Arbeiten verbindet sie akustische Performance mit
Elektronik, Video und interaktiven Medien.
Dabei untersucht sie, wie sich Vibration durch Körper, Instrumente und digitale Umgebungen bewegt und wie Spannung, Kraft und Resonanz kompositorisch modelliert werden können.
Ihre Werke wurden u. a. vom Ensemble Modern, Ensemble Mosaik, und dem Norwegischen Rundfunkorchester aufgeführt. Zu ihren Auszeichnungen zählen der Hindemith-Preis des
Schleswig-Holstein Musik Festivals, der Chevillion–Bonnaud-Kompositionspreis sowie der Kompositionspreis von Radio France (France Musique) beim Internationalen Klavierwettbewerb
von Orléans. Sie war Leonard Bernstein Fellow in Composition am Tanglewood Music Center und ist Stipendiatin der Akademie Musiktheater heute der Deutsche Bank Stiftung.
Bärenmarkt
Musik: Aigerim Seilova
Text: Katharina Schultens
Der "Bärenmarkt" basiert auf einem Gedicht von Katharina Schultens, das mit ungewöhnlichen, teils surreal wirkenden Bildern arbeitet. Die „Tanzbären“, die im Text erscheinen, fungieren als
vielschichtige Metaphern für Erinnerungen, Lebensphasen und Beziehungen. In fragmentarischen Szenen werden verschiedene „Bären“ beschrieben – Figuren, die zwischen
Realität und Symbol oszillieren und dabei unterschiedliche Zustände des Ichs oder seines Umfelds verkörpern.
Die Sprache des Gedichts ist bewusst elliptisch und brüchig. Satzfragmente, abrupte Bildwechsel und überraschende Verbindungen zwischen körperlichen, emotionalen und
ökonomischen Motiven (etwa der Begriff des „Bärenmarkts“) erzeugen eine Atmosphäre der Verfremdung. Das Vertraute erscheint dabei zugleich fremd und verschoben.
Die fragmentarische Struktur prägt auch die musikalische Gestaltung. Die Gesangslinie folgt eng der Sprachrhythmik und reagiert sensibel auf die wechselnden Bilder des Textes. Einzelne
Worte oder Motive können musikalisch hervorgehoben werden, während Pausen und klangliche Reduktion Raum für die Mehrdeutigkeit der Bilder lassen. Dadurch entsteht eine musikalische
Dramaturgie, die weniger auf kontinuierliche Entwicklung als auf das Nebeneinander verschiedener emotionaler Zustände ausgerichtet ist.
[In der Verbindung von poetischer Bildsprache und musikalischer Verdichtung entsteht ein Klangraum, in dem Wahrnehmung in Bewegung geraten. Das Lied lädt dazu ein, die Brüche und offenen Bedeutungen des Textes nicht aufzulösen, sondern als Teil seiner ästhetischen Erfahrung zu begreifen.]
Katharina Schultens
bärenmarkt
der zweite meiner tanzbären lief früher halbmarathon
laokoon: lag er nun umwickelt in bollingerbändern
zuckte abwechselnd mit den tatzen hob die beine
rappelte sich begann als der gesang einsetzte
von einem bein aufs andere zu treten
die kreisenden arme dicht am lendenfell
rutschte der hut ihm übers auge
die jacke klaffte überm runden bauch
der weich war ich wusste wie sehr
der zweite meiner tanzbären
hatte seine kinder zurückgelassen
als die gier ihm unerbittlich
durch den ring geschlüpft war
der innig seinen stolz mit seinem
schwanz verband: hatte gezippelt
gezogen sacht…
der zweite meiner tanzbären füllte alles
was an erinnerung aus seinem körper rann
in flaschen ab die leise zischten
er trank und trank lief hellgelb an
vergaß endlich von neuem wer er war
-
ich ging zurück zum ersten
ich vermisste weiterhin den ersten
ich hatte vergessen was der erste wusste
vor allem hatte ich: was nicht vergessen
der erste meiner tanzbären war uneinholbar
der erste meiner tanzbären war ein wirklich fixer sprinter
der erste meiner tanzbären hatte in sibirien sein fell rasiert
der erste meiner tanzbären war eigentlich kein bär
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Rede-Wendungen (2026), Text: Kito Lorenc
Different Traces- dazu könnten auch Rede-Wendungen gehören. Deshalb wählte ich einen Text des sorbischen Dichters Kito Lorenc aus und vertonte es für Stimme (Sopran) und Akkordeon für die diesjährigen (2026) „intersonanzen“.
Kito Lorenc
Redewendungen
Ich steh auf Messers Schneide
knietief in der Kreide
als fünftes Rad am Wagen
und will ein Schnippchen schlagen
Auf dem Zahnfleisch krieche ich
in Teufels Küche
Der Teufel malt mich an die Wand
und legt mir Feuer in die Hand
Ich sauf im Sitzen Tinte
werf Korn in meine Flinte
streu Puder auf mein Haupt
und jag die Katze aus dem Klammersack
Und wie’s mich juckt so kommen
die Felle angeschwommen
mit Zähnen auf den Haaren
die noch voll Suppe waren
Kaum hab ich einen blassen Dunst
der Tuten- und der Blasenkunst
da beißt die Maus den Faden ab
der ich den Marsch geblasen hab
CloseGiordano Bruno do Nascimento ist ein Komponist, der sich durch eine tiefgreifende künstlerische Erkundung über die Bedeutung der menschlichen Stimme in unserer Gesellschaft auszeichnet. Sein Schaffen, tief verwurzelt in der Philosophie und der zeitgenössischen Kulturkritik, hinterfragt herkömmliche Wahrnehmungen und Funktionen der Stimme und deren Einfluss auf unsere Gesellschaft.
Do Nascimento kombiniert seine Erkundung klanglicher Ausdrucksformen mit einem multimedialen Ansatz, indem er Videos, die von sozialen Medien und YouTube-Inhalten inspiriert sind, selbst gestaltet. Dies spiegelt seine Faszination für die dynamische Beziehung zwischen Gesellschaft und sozialen Medien wider und wie diese die Individuen beeinflussen.
Seine Forschung befasst sich auch mit den Überschneidungen von Geschlecht und Stimme und untersucht, wie stimmliche Ausdrucksformen traditionelle Geschlechternormen überschreiten und zu einem fließenden Verständnis von Identität beitragen können.
Über die Jahre erhielt Giordano zahlreiche Auszeichnungen und nahm an prestigeträchtigen künstlerischen Residenzen teil, darunter im Künstlerhof Schreyahn und im ISELP in Brüssel. Seine Opern und Kammermusikwerke, darunter "Frau Kempelens Sprechmaschinen" und "Vis-à-Vis(a)", wurden international gefeiert und auf bedeutenden Festivals wie dem Pan Music Festival in Seoul, MATA-Festival in New York und dem B-Classic Festival in Belgien aufgeführt.
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Surgical Aphasia (UA) - Für Soprano und Akkordeon
Eine der Arten, wie ich Lebenserfahrungen verarbeite, ist durch Humor. Nach einer Gehirnoperation wurde mein Sprachzentrum so beeinträchtigt, dass ich keine Sätze mehr bilden konnte. Ich konnte keine Worte mehr finden. Mit anderen Worten: Ich verlor alle Sprachen, die ich sprach – sie waren einfach verschwunden. Der Chirurg sprach mit mir auf Deutsch, und ich verstand alles, konnte aber nicht antworten. Ich wusste nicht mehr, wie die Worte heißen, und selbst wenn ich mich erinnerte, konnte ich sie nicht aussprechen. Die einzige Sprache, die teilweise zugänglich blieb, war Englisch – allerdings in einer fragmentierten, bruchstückhaften Form.
Danach musste ich alle Sprachen von Grund auf neu lernen: die Namen der Zahlen, das Zählen von 1 bis 100, wie man Jahre und Jahrhunderte benennt, Wochentage, Monate und so weiter. Beim Lernen kam es vor, dass ich Wörter nur Sekunden nach dem Aussprechen wieder vergaß – ein Kampf, der nicht immer ganz ohne Humor war. Wörter wie „August“ (auf Deutsch wie auf Englisch) oder Zahlen wie „5“ (fünf) oder „20“ (zwanzig) wurden unerwartet schwierig. Viele Phoneme waren – und sind auch jetzt, drei Monate nach der Operation, teilweise noch – wie Zungenbrecher.
Dieser fortlaufende Prozess des Wiedererlernens, der über die Fertigstellung dieses Stückes hinaus andauert, zeigt sich in einem ständigen Wechsel zwischen Klarheit und Störung: zwischen erkennbaren Phonemen und Momenten, in denen sich Klang von semantischer Bedeutung löst.
Surgical Aphasia – nicht als Diagnose zu empfehlen, sondern als Stück – ist ein unmittelbarer Ausdruck meiner Wahrnehmung von Sprachklängen beim Versuch, bedeutungsvolle Sprache zu formen.
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Friday, 5 June 2026
Ensemble Aventure
Konzert Ensemble Aventure

Thomas Gerwin
BiPol XI – Klangpanorama (2026)
für Flöte, Klarinette, Fagott, Violine/Viola und Violoncello
Diese dem Ensemble Aventure gewidmete Komposition exploriert in 3 Sätzen mit Coda den jeweiligen Raum der Aufführung, zunächst durch eine unorthodoxe, breite Aufstellung des Quintetts wie eine filmische Großleinwand vor dem Publikum. Im letzten Satz und in der Coda agieren die Musiker*innen auch um das Publikum herum sowie am Schluss unsichtbar in Vor- und Nebenräumen. Dabei bewegen sich nicht nur die Musiker*innen, sondern auch die musikalischen Materialien, bipolar miteinander verflochten, in einem steten Spannungsfeld zwischen extremen ästhetischen Gegensätzen.
Eine überbordende Klangphantasie ist die Grundlage der Musik von Milica Djordjević (*1984). Als Komponistin verfügt sie souverän über das ganze Arsenal zeitgenössischer Klang- und Spieltechniken und ist in der Lage, die von einem einsamen Cello erzeugten Klänge mittels Live-Elektronik in ein akustisches Gewitter von schier existenziellen Dimensionen zu transformieren, umgekehrt zwölf Schlagzeuger sich in das Übergangsfeld vom Unhörbaren zum Schattenhaften versenken zu lassen oder in Ensemble- und Orchesterkompositionen statische Klangflächen sacht zu verflüssigen und in träge und zäh dahinrinnende Strömungen zu verwandeln. In ihrer Musik kann der Hörer nie vor Überraschungen sicher sein. Fast programmatisch mutet es da an, dass sie ein großes Orchesterwerk aus dem Jahr 2016 Quicksilver genannt hat, denn ihrem ganzen Komponieren eignet etwas Quecksilbriges, das sich der eindeutigen Festlegung entzieht. Dabei ist dieses Schaffen von einer unbedingten künstlerischen Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit getragen, die sich ihrer Hörerschaft unmittelbar mitteilt.
Sie ist eine Virtuosin der Orchesterkräfte mit überbordender Klangfantasie... So geht Orchestermusik heute. Ecki Ramón Weber, 11. September 2024 concerti
Milica Djordjević begann ihre Kompositionsstudien in Belgrad, wo sie sich auch schon mit elektronischer Musik beschäftigte, ging danach nach Strasbourg und ans Pariser IRCAM, bevor sie schließlich von 2011 bis 2013 ihr postgraduales Studium in Berlin bei Hanspeter Kyburz an der Hochschule für Musik Hanns Eisler abschloss.
Ihr bereits umfangreiches Schaffen umfasst Werke für Soloinstrumente, Kammermusikwerke in verschiedenen Besetzungen vom instrumentalen Duo bis zum Doppelquartett, Vokalwerke und groß besetzte Orchesterkompositionen. In seiner Vielfalt unterstreicht es die Versatilität und handwerkliche Virtuosität der Komponistin.
Milica Djordjević arbeitete mit führenden Interpret*innen und Klangkörpern unserer Zeit, darunter Berliner Philharmoniker, Gustavo Dudamel, Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks, Symphonieorchester des WDR, Symphonieorchester des SWR, Arditti Quartet, Münchener Kammerorchester, Ensemble Musikfabrik, ensemble modern, Ensemble Recherche, J.A.C.K. Quartet, Ilan Volkov, Marco Blaauw, Carl Rosman, Peter Rundel, Teodoro Anzellotti, Tamara Stefanovich, Enno Poppe, Bas Wiegers, Pierre-Laurent Aimard...
Für ihre Werke hat Milica Djordjević zahlreiche hochrangige Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter auch den Claudio Abbado Komponistenpreis der Berliner Philharmoniker (2020), den Komponistenpreis der Ernst von Siemens-Musikstiftung (2016), den Belmont-Preis für zeitgenössische Musik (2015)… Ihre monografische CDs erhielten den Preis der deutschen Schallplattenkritik 2017 und 2024.
Sie ist Professorin für Komposition an der Musikhochschule Lübeck.
https://www.milicadjordjevic.com/
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Das Wort „Pomen“ kann sowohl als Erwähnung als auch als Gedenken übersetzt werden, steht jedoch zugleich für eine sehr alte serbische Tradition im Zusammenhang mit dem Tod. Dabei werden verschiedene Rituale vollzogen und traditionelle Lieder für die Verstorbenen gesungen – auf eine ganz besondere Weise: äußerst ausdrucksstark und kraftvoll, jedoch ohne Pathos. Manche betrauern ihre Liebsten, manche feiern sie, manche tun beides; einige bringen Speisen und Getränke mit, andere singen …
CloseTrioTrio ist eine 3-stimmige Komposition für unterschiedliche Besetzungen, die den Interpreten ein großes Maß an improvisatorischen Freiheiten lässt - gleichzeitig aber auch deren Ausgestaltung fordert.
Es gibt keine Partitur. Jeder Instrumentalist spielt aus einer Einzelstimme und möge diese als einen Solo-Part betrachten. Gleichwohl bleibt das aufeinander Hören eine unverzichtbare Grundlage für eine gelungene Aufführung des Werkes.
Die Koordination der Spieler erfolgt mithilfe von drei gleichzeitig gestarteten Stoppuhren entsprechend den Zeitangaben in den Noten.
Die drei weitgehend gleichen Stimmen setzen kanonisch ein, laufen in der Mitte zusammen und gehen zum Ende wieder auseinander.
Aus dem vorgegebenen Tonmaterial und den verbalen Spielanweisungen ist jede Stimme individuell zu erarbeiten.
Der Tonvorrat ist zu Beginn eines jeden Abschnittes in einer Box vorgegeben. Es sollen ausschließlich diese Töne verwendet werden, keine Oktavierungen. Die Dauer des jeweiligen Abschnittes ist durch eine Wellenlinie gekennzeichnet.
Sind für einen längeren Abschnitt nur wenige Töne gegeben, kann in beliebiger Reihenfolge wiederholt werden. Falls mehr Töne in der Box stehen, als in dem folgenden Abschnitt unterzubringen sind, soll eine beliebige Auswahl erfolgen.
Über die gegebenen Artikulationshinweise hinaus mag jeder Instrumentalist auch instrumentenspezifische Spielweisen einbringen.
Es gibt drei Tonbereiche: hoch/mittel/tief. Vor Beginn der Aufführung sind zwei Entscheidungen zu treffen:
- welches Instrument übernimmt welchen Tonbereich?
- welches Instrument setzt als erstes, als zweites, als drittes ein?
Aus diesen Kombinationen ergeben sich immer neue Spielvarianten. Das Ende ist offen.
Auftrag von musica aperta Winterthur mit Unterstützung der Fondation Nicati - de Luze
CloseAnn Cleare ist eine Künstlerin, die in den Bereichen Konzertmusik, Oper, Installation und ortsspezifische Arbeiten tätig ist. Beschrieben als „eine gänzlich andere Kunstform“, die aus musikalischen Traditionen schöpft – sich jedoch zugleich gegen diese stemmt und über sie hinausweist, um etwas auszudrücken, das einerseits vom Klang handelt, andererseits aber gleichermaßen Energie, Bewegung, Raum und die Welt selbst in den Blick nimmt –, erkundet ihr Werk die skulpturale und expressive Natur des Klangs und erweitert dabei die Möglichkeiten von Klangfarbe, Textur und Form. Oftmals die Poetik von Ort, Zeit, Kommunikation und Transformation erforschend, zielt Cleares Schaffen darauf ab, Ideen durch Klang zu beleben und das Publikum sowohl in die Wildheit als auch in die Intimität des klanglichen Ausdrucks eintauchen zu lassen.
Von der Berliner Philharmonie über die Walt Disney Hall und das Lincoln Center bis hin zur Wigmore Hall und der HARPA wurde Ann Cleares Werk von internationalen Rundfunkanstalten – darunter BBC, NPR, ORF, RTÉ, SWR, WDR – in Auftrag gegeben und präsentiert; zudem war es auf Festivals wie New Music Dublin, der Gaudeamus Week, den Wittener Tagen für Neue Kammermusik, beim Internationalen Musikinstitut Darmstadt, dem MATA Festival, dem Sound Reasons Festival in Indien, der Shanghai New Music Week, dem Totally Huge New Music Festival in Perth, bei „Rainy Days“, dem Huddersfield Contemporary Music Festival und dem Musikfest Berlin zu hören. Durch die Zusammenarbeit mit einigen der progressivsten Musiker unserer Zeit hat sie sich einen Ruf für die Schaffung innovativer musikalischer Formen erworben – sowohl in der Art ihrer Präsentation als auch in der Musik selbst. Sie arbeitete mit Ensembles wie dem International Contemporary Ensemble, dem Crash Ensemble, der Musikfabrik, ELISION, dem National Symphony Orchestra of Ireland, dem JACK Quartet, dem Ensemble Nikel, den Curious Chamber Players, Yarn/Wire, dem ensemble mosaik, dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem ensemble recherche, TAK, dem Ensemble Garage, dem Argento Chamber Ensemble, dem Riot Ensemble, Ekmeles, dem Ensemblekollektiv, line upon line und dem Bozzini Quartet zusammen; hinzu kommen Solisten wie Carol McGonnell, Richard Craig, Patrick Stadler, Ryan Muncy, Claire Chase, Richard Haynes, William Lang, Lina Andonovska, Michelle O’Rourke, Samuel Stoll und Callum G’Froerer.
Jüngere Arbeiten konzentrieren sich auf die Schaffung immersiver Erlebnisräume, in denen dem Klang neben seiner akustischen auch eine visuelle Dimension verliehen wird. Inspiriert von historisch bedeutsamen Orten in den irischen Midlands, zielt das Werk *MIDHE* darauf ab, das Feuer der verschwundenen mittleren Provinz Irlands durch den Klang und die Bewegung von über 200 Mitwirkenden neu zu entfachen; *TERRARIUM* kartografiert die geologischen Schichten ...der Moorlandschaften in ein immersives Terrarium aus Klang und Licht, dargeboten von zehn Musiker*innen und „Erdteppichen“; NOCTURNE, das sich über Innen- und Außenräume von Orten erstreckt, die den Nachthimmel würdigen und schützen, verwebt Ort, Klang und Publikumsbeteiligung, um die Art und Weise zu erkunden, wie der Mensch im Laufe der Geschichte den Kosmos imaginiert hat. Little Lives, eine 90-minütige Oper für fünf Sänger*innen und Ensemble, untersucht die Themen Informationskriege sowie die progressiven und regressiven Rollen nationaler Identität. Meridians – ein einstündiges, raumbezogenes Werk für Streichquartett mit Soloklarinette und Solosaxophonen – begreift Musik als eine Maschine zur Messung von Leuchtkraft, Energie, Zeit und Erinnerung, wobei sich Klangvektoren um das Publikum entfalten; vergleichbar mit einer Sonnenuhr und einem Nachtuhr-Instrument, die in den sich wandelnden Welten von Tag und Nacht am Werk sind.
Zu ihren aktuellen und zukünftigen Projekten zählen ein Werk für Streichorchester für das Ensemble Resonanz, das 2026 bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt wird; ein neues immersives Werk für das Ensemble TAK, das im Frühjahr 2027 in New York Premiere feiert; neue Kammermusikwerke für das Riot Ensemble und Stone Drawn Circles; sowie ein Extended-Reality-Werk, das in Zusammenarbeit mit der Multimedia-Künstlerin Fionnuala Conway entsteht.
Ann studierte am University College Cork sowie am IRCAM und promovierte an der Harvard University. Im Oktober 2019 wurde ihr für ihre Verdienste um die Musik die Ehrendoktorwürde der National University of Ireland verliehen. Ihre Partituren erscheinen im Verlag Project Schott New York. Sie ist Assistenzprofessorin für Musik und Medientechnologien am Trinity College Dublin und zählt zu den ersten 40 Mitgliedern des Netzwerks der Young Academy of Ireland.
Closeeyam iii (if it's living somewhere outside of you)
“One day, you’re there. And then, all of a sudden, there’s less of you. And you wonder where that part went? If it’s living somewhere outside of you? And you keep thinking… maybe you’ll get it back? And then you realize: it’s just gone.”
From AMC’s Television Series Mad Men, Meditations in an Emergency [2.13]
„Eines Tages bist du da. Und dann, ganz plötzlich, ist weniger von dir da. Und du fragst dich: Wohin ist dieser Teil verschwunden? Ob er irgendwo außerhalb von dir weiterlebt? Und du denkst immer wieder … vielleicht bekommst du ihn zurück? Und dann erkennst du: Er ist einfach fort.“
Close
(1. Februar 1963 – 27. Juni 2004)
„Im Zentrum meines kompositorischen Schaffens steht die Idee, den Klang als ein Material zu begreifen, in das man eintaucht, um dessen physikalische und perzeptive Eigenschaften zu formen: Körnung, Dichte, Porosität, Leuchtkraft, Kompaktheit und Elastizität. Es handelt sich folglich um Klangskulptur, instrumentale Synthese, Anamorphose, Transformation der spektralen Morphologie sowie um ein ständiges Abgleiten hin zu unhaltbaren Dichten, Verzerrungen und Interferenzen – nicht zuletzt dank der Unterstützung durch elektroakustische Technologien. Dabei gewinnen Klangfarben nicht-akademischer Herkunft zunehmend an Bedeutung, ebenso wie der ‚verunreinigte‘, gewaltsame Klang vorwiegend metallischen Ursprungs, wie er in bestimmten Spielarten der Rock- und Technomusik anzutreffen ist.“
Fausto Romitelli wurde am 1. Februar 1963 in Gorizia geboren; er absolvierte sein Kompositionsstudium am Conservatorio „Giuseppe Verdi“ in Mailand und nahm anschließend an Meisterkursen an der Accademia Chigiana in Siena sowie an der Scuola Civica in Mailand teil. Im Jahr 1991 zog er nach Paris, um am „Cursus d’Informatique Musicale“ des IRCAM neue Technologien zu studieren; mit dieser Institution arbeitete er zudem von 1993 bis 1995 als „compositeur en recherche“ zusammen. Wenngleich sein Interesse den bedeutendsten Strömungen der europäischen Musikszene galt – insbesondere György Ligeti und Giacinto Scelsi –, bezog er seine wichtigste Inspiration aus der französischen Spektralmusik, namentlich von Hugues Dufourt und Gérard Grisey; Letzterem widmete er das zweite Stück seines Zyklus *Domeniche alla periferia dell’Impero* (1995–96, 2000). In *EnTrance* (1995–96) widmet sich seine Kompositionsweise der Erforschung der menschlichen Stimme, wobei er ein Mantra aus dem *Tibetischen Totenbuch* verwendet: Die daraus resultierende Musik wirkt äußerst kompakt und entfaltet einen hypnotischen, rituellen Fluss, in dem der Klang – verstanden als „zu formendes Material“ – eine Symbiose eingeht mit der Affinität zur Technologie und der Suche nach neuen akustischen Horizonten.
Romitelli betrieb seine persönlichen Forschungen auch jenseits der akademischen Avantgarde; dementsprechend birgt seine Musik einen expressiven Gehalt von großer Ausdruckskraft sowie eine gewaltsame klangliche Wucht, die von beachtlicher formaler Komplexität zeugt. Diese Qualitäten manifestieren sich in einer seiner bedeutendsten Kompositionen: der Trilogie *Professor Bad Trip* (1998–2000), die auf der Lektüre jener Werke Henri Michaux’ basiert, die dieser unter dem Einfluss halluzinogener Drogen verfasste. In diesem Werk verband Romitelli – neben seiner Vorliebe für das Deformierte und das Künstliche – die klanglichen Erkundungen der Rockmusik mit einer elektroakustischen Bearbeitung von Klängen und instrumentalen Gesten. Ähnlich wie in *Blood on the Floor, Painting 1986* (2000) – das den gewaltsamen und destruktiven Aspekt der Projektion von Realität auf Fiktion betont – ist auch die Trilogie offen von den Arbeiten Francis Bacons inspiriert, insbesondere von dessen Serie *Three Studies for Self-Portrait*. Mit *Flowing Down Too Slow* (2001) – einem Auftragswerk von Art Zoyd und Musiques Nouvelles – erweiterte sich das kompositorische Spektrum von Romitellis Tonsprache um klangliche Anregungen, die er den Erfahrungen von Künstlern wie Aphex Twin, DJ Spooky und Scanner entlehnte; dabei blieb jedoch stets der hypnotische und rituelle Aspekt dominant, gepaart mit seiner Vorliebe für das Ungleichartige und das Künstliche. Sein Interesse an den sozialen und künstlerischen Facetten der Gegenwartswelt – und hier insbesondere an den Mitteln und Prozessen der Massenkommunikation – mündete schließlich in Werken wie *Dead City Radio. Audiodrome* (2003), dessen Wesen sich in dem Titel des Buches des kanadischen Soziologen Marshall McLuhan verdichtet: *The Medium is the Message*. „Die Wahrnehmung der Welt wird durch die Übertragungskanäle geformt: Was wir sehen und hören, wird nicht bloß reproduziert, sondern von einem elektronischen Medium verarbeitet und neu erschaffen – einem Medium, das sich über die reale Erfahrung legt und diese ersetzt“ (Romitelli). *Dead City Radio* interpretiert die albtraumhafte Beziehung zwischen Wahrnehmung und Technologie und reflektiert dabei die Techniken der Produktion und Reproduktion elektronischer Kanäle.
In seinem letzten Werk, *An Index of Metals* (2003), fanden jene musikalischen Experimente und literarischen Anregungen – die seinen real-surrealen Ansatz der kompositorischen Arbeit stets begleitet hatten – ihre Vollendung in einer grandiosen, abstrakten Erzählung. Basierend auf dem „Wunsch, ein umfassendes Wahrnehmungserlebnis zu schaffen, das den musikalischen Aspekt mit seinem visuellen Pendant vereint, um den Betrachter in eine glühende, umhüllende Materie eintauchen zu lassen“, konzipierte Romitelli dieses Werk als „eine initiatische Feier der Metamorphose und Verschmelzung der Materie – eine Lichtinszenierung, in der eine Ausweitung der Selbstwahrnehmung über die physischen Grenzen des Körpers hinaus mittels Techniken der Übertragung und Verschmelzung in eine fremde Materie provoziert wird. Es ist ein Weg hin zu wahrnehmungsmäßiger Sättigung und Hypnose, ein Weg der totalen Veränderung der gewohnten sensorischen Parameter.“
Nach einer Reihe von Erfolgen bei verschiedenen internationalen Wettbewerben – in Amsterdam, Frankfurt, Graz, Mailand, Stockholm und Siena (erster Preis beim Casella-Wettbewerb 1989) – wurde Romitellis Musik regelmäßig an den bedeutendsten internationalen Konzertorten aufgeführt. Bei Festivals, die vom Festival Musica in Straßburg, dem Festival Présences von Radio France und dem Ars Musica in Brüssel bis hin zu den „Saisons“ des Ircam-Intercontemporain, der Biennale von Venedig und dem Festival Milano Musica reichten, wurden seine Werke von Ensembles und Orchestern interpretiert, darunter Ictus, L’Itinéraire, Court-Circuit, Intercontemporain, Musiques Nouvelles, das ensemble recherche, Alter Ego, das RAI National Symphony Orchestra und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin; dabei entstanden Auftragswerke für Institutionen wie das französische Kulturministerium (*Acid Dreams & Spanish Queens* und *Professor Bad Trip: Lesson II*), Musiques Nouvelles (*Professor Bad Trip: Lesson I*), Ictus (*Professor Bad Trip: Lesson III*), La Musique et les Arts (*Mediterraneo*), Radio France (*Cupio Dissolvi*), das Ircam (*EnTrance*), die Gulbenkian-Stiftung (*The Nameless City*), Milano Musica (*The Poppy in the Cloud*), L’Itinéraire (*Blood on the Floor, Painting 1986*) und die Fondation Royaumont (*Lost* sowie *An Index of Metals*).
Fausto Romitelli starb nach schwerer Krankheit am 27. Juni 2004 im Alter von 41 Jahren in Mailand.
(Roberta Milanaccio, Verlag Riccordi)
CloseDomeniche alla periferia dell’impero, Seconda domenica – Hommage à Gérard Grisey (2000) von Fausto Romitelli für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello ist eine Hommage an den französischen Komponisten Gérard Grisey. Das Werk entfaltet einen dichten, energetischen Klangraum aus wiederkehrenden, ständig variierten Gesten und Klangfiguren. Charakteristisch ist die Erweiterung des Instrumentariums durch einfache Klangobjekte wie ein Gitarren-Stimmgerät (Pitch Pipe), Kazoo und Mundharmonika. Der Titel verweist auf Romitellis Interesse an randständigen, „rohen“ Klangfarben – jenseits des musikalischen Zentrums, jedoch mit großer kompositorischer Präzision gestaltet. (Luigi Manfrin)
CloseSeyedi studierte von 2000 bis 2005 das Fach Informatik an der Azad-Universität ihrer Heimatstadt. Von 2007 bis 2014 studierte sie an der Hochschule für Künste Bremen bei Younghi Pagh-Paan, Jörg Birkenkötter und Kilian Schwoon Komposition. Bei Günter Steinke schloss sich von 2014 bis 2017 ein Masterstudium an der Folkwang Universität der Künste Essen an. Zudem studierte sie bei Caspar Johannes Walter an der Musik-Akademie Basel und bei Michael Reudenbach an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main
In Seyedis Schaffen finden sich Einflüsse von Literatur, Architektur oder bildender Kunst sowie von ihrem Informatikstudium. Zahlreiche ihrer Werke entstanden aus spartenübergreifenden Kooperationen. Aus der Zusammenarbeit mit der Lyrikerin Anja Kampmann ging ihr 2023 bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführtes Stück „Dunst – als käme alles zurück“ für 2 Stimmen und Ensemble hervor. Seyedi sucht mit ihrer Musik „Verbindungen zu verschiedenen Kunstformen, zur Philosophie und zur Kultur ihrer Heimat Iran“. Zu dem Projekt“ Pythagorean Triple“ (2020), einer „mathematisch-akusmatischen Spurensuche“, aufgeführt in der Alten Feuerwache Köln, trug sie das Stück „2910“ (2019) für Harfe, Kontrabass und Schlagzeug bei. Das Thema „Hören mit Helmholtz“, ein interdisziplinäres Seminarprojekt zu Helmholtz’ Musikästhetik, durchgeführt von den Heidelberger Seminaren für Philosophie (Philipp Brüllmann) und für Musikwissenschaft (Christiane Wiesenfeldt, ist der Kontext, in dem ihr Werk „witnessing… – aushalten“ (2024) entstand. Für die „Jugend komponiert“ arbeitete sie 2024 in einer Kompositionswerkstatt als Dozentin mit. Mehrfach kooperierte sie mit dem iranischen Komponisten Ehsan Khatibi. Der Einsatz von Licht als kompositorischem Mittel prägte bereits ihre 2020 für das Nationaltheater Mannheim entstandene Kollektivkomposition zu Albert Camus‘ „Der Fremde“ und er wurde auch ein wesentlicher Faktor für „PS: and the trees will ask the wind“ (2020) für Paetzoldflöte, Violine, Objekte, Audio- und Videozuspielung, das in einer überarbeiteten Version von 2023 eine Bassflöte anstatt der Paetzoldflöte vorsieht. Zu der Bespielung des Deutschen Pavillons auf der Biennale di Venezia 2019 durch die Installationskünstlerin Natascha Sadr Haghighian steuerte Seyedi die elektronische Klanginstallation „awakening“ bei. Seyedi arbeitete an Sound Moving Sources mit, einem zweijährigen Projekt zur künstlerischen Forschung am Institut für Computermusik und Soundtechnologie der Zürcher Hochschule der Künste (2021–2022). Untersucht wurden dabei „die Möglichkeiten, wie ein Lautsprecher sich im Raum bewegen kann, um im Zusammenspiel mit Musikern variable Klangräume zu etablieren.“
Seyedi erhielt zahlreiche Stipendien, darunter der Friedrich-Ebert-Stiftung (2011–2017) und des DAAD (2016). 2017 gewann sie den Kompositionswettbewerb Phoenix Trabant in Basel und erhielt das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln. 2018/19 war sie Stipendiatin der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) in Frankfurt.
Ihre Werke wurden bei zahlreichen internationalen Festivals und Konzertreihen für Neue Musik aufgeführt, darunter Wittener Tage für Neue Kammermusik, Ultraschall Berlin, Gaudeamus Muziekweek, Impuls Graz und das Huddersfield Contemporary Music Festival.
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a sun of one’s own – Epilogue (2020) für Fagott und Violoncello von Elnaz Seyedi bezieht sich auf Friedrich Nietzsches Aphorismus aus Die fröhliche Wissenschaft: „Ich will für mich eine eigene Sonne schaffen.“ Auch Edvard Munchs von Nietzsche inspiriertes Gemälde Die Sonne (1911) bildet einen gedanklichen Hintergrund. Entgegen der Erwartung eines strahlenden Klangbildes entfaltet das Stück jedoch eine eher dunkle, kontemplative Klangwelt. Fagott und Violoncello bewegen sich vorwiegend in tiefen Registern und bilden ein ruhiges, kontinuierliches Klangfeld. Feinste Veränderungen von Klangfarbe, Dichte und Artikulation strukturieren den musikalischen Verlauf. Aus zunächst nahezu statischen Klangflächen entstehen allmählich Verdichtungen und gesteigerte Energien, die sich in tremolierenden Klangballungen bündeln, bevor der Klang wieder in fragile, geräuschhafte Sphären übergeht. (Dirk Wieschollek)
Close1963 in Meinerzhagen (Sauerland) geboren, machte er seine ersten musikalischen Erfahrungen als Kontrabassist in Gospel- und Jazzbands. Nach dem Abitur schloss sich ein Studium der Philosophie an. Während eines 6-jährigen Amsterdam-Aufenthaltes studierte er Komposition an der Hoge School voor de Kunsten Utrecht bei Henk Alkema und erhielt 1993 sein Kompositionsdiplom. Er besuchte Meisterkurse für Komposition u.a. bei: Prof. G. Stäbler, Prof. M. Spahlinger, Prof. P.-H. Dittrich, H.J. Hespos.Er hat u.a. mit Garth Knox, Michael Riessler, Krassimir Sterev, Christiane Edinger, Björn Lehmann sowie dem Sonar Quartett, Minguett Quartett, dem Hezarfen Ensemble Istanbul, dem Spanischen Nationalorchester und den Brandenburger Symphonikern zusammengearbeitet. Lienenkämper ist auf vielen internationalen Kulturfestivals vertreten, u.a. beim Festival de Música de Alicante, den Weimarer Frühjahrstagen für zeitgenössische Musik und den Intersonanzen Potsdam. Für seine Werke erhielt er u.a. den 1. Preis beim Kompositionswettbewerb des Spanischen Nationalorchesters Auditorio Nacional de Musica 2010 und den 1. Preis beim Gustav Mahler Kompositionswettbewerb der Stadt Klagenfurt 2003 und 2009. Stefan Lienenkämper war 2016 und 2018 insgesamt 5 Monate Stipendiat der Kulturakademie Tarabya in Istanbul.
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click! goes the kaleidoscope (2026) UA
für Viola, Violoncello, Fagott, Klarinette, Flöte
Das Quintett geht aus der Komposition nothing wrong with thoughts für zwei Violoncellim(2025) hervor. In acht ohne Pause ineinander übergehenden Abschnitten erscheinen fünf Konstellationen. Der erste und der fünfte, der dritte und der achte sowie der vierte und der sechste Abschnitt sind jeweils aufeinander bezogen; der zweite und der siebte stehen für sich. Die Abschnitte tragen die Überschriften: sprechend / naturhaft und rau / schwebend / näher / betrachtend / ruhig / intensiv / zart und entfernt.
Nicht der Klick selbst, sondern die veränderte Perspektive nach dem Klick des Kaleidoskops interessiert mich an dieser Metapher. Mit jeder Drehung verändert sich das Bild; Brechungen verschieben sich, Formen finden neue Achsen.
Die fünf Instrumente bilden ein Geflecht aus Linien, Reibungen und Resonanzen. Punktuelle, flüchtige Klangbewegungen treten hervor und ziehen sich sogleich wieder in die Textur zurück.
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Duo Tocar
Konzert Duo Tocar
Das Ensemble Duo Tocar widmet sich mit großer Leidenschaft der klassischen und zeitgenössischen Musik für Violine und Klavier. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die intensive Auseinandersetzung mit musikalischer Sprache – von den klanglichen Feinheiten der klassischen Tradition bis zu den ausdrucksstarken Formen der Gegenwart.
Ein besonderer Schwerpunkt des Duos liegt auf der Aufführung und Uraufführung neuer Werke. Durch die enge Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten entstehen lebendige Interpretationen, die das Publikum unmittelbar an der Entstehung neuer musikalischer Ausdrucksformen teilhaben lassen.
Mit Energie, Präzision und Neugier erkundet das Duo die vielfältigen Möglichkeiten des Zusammenspiels von Violine und Klavier. Ihr Ziel ist es, die emotionale Kraft und Ausdruckstiefe der Musik unmittelbar erlebbar zu machen und die Begeisterung für Musik – auch für zeitgenössische Klänge – an das Publikum weiterzugeben.
Duo Tocar versteht Musik als lebendigen Dialog: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Interpretinnen und Publikum, zwischen Tradition und neuen Ideen.
Werkommentar
Ich habe diese Komposition für das Duo Tocar geschrieben. Die thematische Melodie, die auf einer 12-Ton-Reihe basiert, ist ein durchgängiges Element, das alle sieben Stücke miteinander verbindet.
Benjamin Lang (*1976) studierte Komposition (bei Adriana Hölszky, Johannes Schöllhorn und Michael Edwards), Musiktheorie, Dirigieren und Musikwissenschaft in Rostock, Salzburg, Hannover, Lugano, Bremen und Edinburgh; Konzertexamen in Komposition, Promotion in Komposition und Doktorat in Musikwissenschaft.
Nach Lehraufträgen in Musiktheorie und Komposition an mehreren Musikhochschulen war er wissenschaftlicher Mitarbeiter für Komposition, Kompositionspädagogik und Musiktheorie am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück. Später lehrte er Musiktheorie und Komposition an der Zürcher Hochschule der Künste und an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. 2018 wurde er an der Hochschule für Musik und Theater Rostock berufen und seit 2023 wirkt er dort als Rektor.
Seine Kompositionen wurden auf unterschiedlichen Festivals im In- und Ausland (ur-)aufgeführt. Einige seiner Werke sind im Verlag Neue Musik erhältlich.
CloseCascades colorées (2026) für Violine und Klavier ist inspiriert von den Niagarafällen, die abends in der Dunkelheit farbig angeleuchtet werden und sich von der kanadischen Seite aus betrachten lassen. Diese Nocturne besteht aus drei Abschnitten mit den Zentraltönen a, c und f angelehnt an die ersten Töne aus der kanadischen Hymne „Oh Canada!“. Die musikalischen Strukturen der drei Abschnitte verändern sich nur minimal, vergleichbar mit den kontinuierlich fließenden Wassermassen der Niagarafälle. Es wird quasi nur die jeweilige Grundstruktur innerhalb der Einzelabschnitte unterschiedlich „eingefärbt“. Die Violine spielt dabei ausschließlich vierteltönig „verschoben“ im Verhältnis zur temperierten Stimmung des Klaviers.
CloseGeorg Katzer, geb. 1935 in Habelschwerdt, Schlesien, studierte Komposition bei Rudolf Wagner-Regeny und Ruth Zechlin in Berlin (Ost) und an der Akademie der Musischen Künste in Prag. Danach war er Meisterschüler von Hanns Eisler an der Akademie der Künste der DDR, zu deren Mitglied er im Jahre 1978 gewählt wurde. Ernennung zum Professor für Komposition in Verbindung mit einer Meisterklasse. Hier gründete er 1982 das Studio für Elektroakustische Musik, dessen künstlerischer Leiter er bis 2005 war. Mitgliedschaft der Akademie für Elektroakustische Musik in Bourges/Frankreich. Gastprofessur an der Michigan State University 1980. Ehrengast der Villa Massimo, Rom, 1992. Neben seiner kompositorischen Arbeit (Kammermusik, Orchesterwerke, Solokonzerte, drei Opern, zwei Ballette, Puppenspiele) beschäftigte sich K. auch mit Computermusik, Multimedia-Projekten und Improvisation. Bei europäischen Tourneen spielte er zusammen u. a. mit Johannes Bauer, Wolfgang Fuchs, Paul Lytten, Radu Malfatti, Phil Minton, Ernst-Ludwig Petrowski, Phil Wachsman. Kompositionspreise und Auszeichnungen erhielt er in der DDR, in der Schweiz, in Frankreich, in den USA und in der Bundesrepublik Deutschland, u.a. das Bundesverdienstkreuz. Georg Katzer starb am 7. Mai 2019 in Berlin.
CloseAufgrund meiner Verehrung für D.S. (2001) – Georg Katzer
Das Werk „Aufgrund meiner Verehrung für D.S.“ komponierte Georg Katzer im Jahr 2001.
Mit seinen Hunderten von "Sonaten" genannten Klavierstücken kann Domenico Scarlatti als der Begründer der neueren Klaviermusik gelten. Seine Experimentierlust ist tollkühn, sein Formwille zwingend, sein Klangsinn raffiniert, der Umgang mit dem Instrument virtuos. Vieles von dem, was uns heute an der Technik des Klavierspiels selbstverständlich erscheint, ist von Scarlatti entwickelt worden. Während J. S. Bach die musikalische Zeit im Wesentlichen als Kontinuum begreift, faßt der im gleichen Geburtsjahr 1685 geborene Domenico Scarlatti sie als Diskontinuum auf. Sein neuartiges antithetisches Komponieren zieht daraus die formale Konsequenz. Der Bezug meines Stückes zu Scarlatti ist von allgemeiner Art; es gibt keine Zitate, Tonsymbolik (was nahe gelegen hätte) oder ähnliches. Es ist ein Versuch Neue Musik in Scarlattis Geist zu erfinden.“ (1)
(Georg Katzer)
CloseJulia Deppert-Lang, geb. 1970 in Bönnigheim/Württemberg, studierte an den Musikhochschulen Stuttgart und Trossingen Violine, Musiktheorie und Komposition. 2000 - 2003 setzte sie
bei Adriana Hölszky am Mozarteum Salzburg ihre Kompositionsstudien fort, 2004 - 2007studierte sie mit einem Promotionsstipendium (PhD 2009) der Universität Edinburgh
algorithmische Komposition bei Michael Edwards. Ihre Musik wurde in Deutschland, Österreich, Kroatien, Grossbritannien und der Schweiz gespielt. Julia Deppert-Lang ist seit 1992 als Geigerin, Bratscherin und als Violin- und Viola-Lehrerin tätig, ausserdem als Lehrbeauftragte für Musiktheorie im Hochschulbereich. Derzeit unterrichtet sie Musiktheorie und Komposition im Rahmen einer Vertretungsprofessur an der Hochschule für Musik und Theater Rostock.
Aprilwetter, ein Parkplatz - der starke Regenschauer ist gerade vorbei. Es entfaltet sich ein Spiel von Sonne und Wolken, Licht und Schatten. An den schweren Wassertropfen
im Maschendrahtzaun verändert sich nichts, aber durch den Wechsel der äußeren Umstände entsteht eine eigene Dramaturgie, die mich zu diesem Stück inspiriert hat.
Xuan Yao, in China geboren, erforscht als Komponistin die Verbindung von Klang und Körperlichkeit, insbesondere die Nutzung des menschlichen Körpers und der Atmung als kompositorische Elemente. Seit 2020 studiert sie bei Prof. Johannes Schöllhorn an der Hochschule für Musik Freiburg. Ihre künstlerische Entwicklung wurde durch Studien in China, Deutschland und eine dreijährige Ausbildung bei Helmut Zapf in Berlin geprägt. Ihre Werke wurden europaweit aufgeführt, darunter ihr Orchesterstück „Versteckter Klang“ (SWR-Orchester, 2021). Neben ihrer kompositorischen Tätigkeit sammelte sie Erfahrung als Musiklehrerin in Düsseldorf und Tianjin.
Close„Zerreiss das Licht,“
Nicht das Dunkel beendet das Licht. Manchmal zerreißt es an sich selbst.
Kaspar Querfurth (*1990 Berlin)
Nach erstem Kompositionsunterricht bei Helmut Zapf, sowie erstem Schlagzeugunterricht bei Wolfgang Eger und Claudia Sgarbi, studierte er an der Musikhochschule Lübeck bei Dieter Mack (Komposition) und Johannes Fischer (Schlagzeug), sowie an der Guildhall School of Music and Drama, London, bei Prof. Julian Anderson und James Weeks.
Er nahm an Meisterkursen mit — unter anderen — Brian Ferneyhough, Mark Andre, Kaija Saariaho, Michael Jarrell und Friedrich Goldmann teil. Seine Musik wurde im Rahmen von Festivals wie Time of Music Viitasaari, dem Takefu International Music Festival und Archipel Genève, sowie von Ensembles wie der Birmingham Contemporary Music Group, dem ensemble recherche, dem Asasello Quartett sowie dem sonic.art quartet gespielt. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und des DAAD. Kaspar Querfurth lebt in Berlin.
CloseEinschluss (2008)
für Violine und Klavier
Ein Einschluss ist eine Pflanze oder ein Insekt, das in einem Kristall oder einem Schmuckstein eingeschlossen wurde. Ausgehend von diesem Bild zeigen die in dem
Stück verwendeten musikalischen Bestandteile — wie zum Beispiel kurze Melodien, hektische Klangfarbenveränderungen oder schnelle Läufe — eine gewisse Lebhaftigkeit,
die jedoch durch einen gleichbleibenden Grundcharakter und einen Tonambitus, der nur die obere Hälfte der Klaviertastatur abdeckt, begrenzt wird.
Johannes Boris Borowski (*1979), eine herausragende Stimme der Neuen Musik, wurde schon früh gefördert durch prominente Künstler und Auftraggeber. Er studierte Komposition bei Hanspeter Kyburz und Marco Stroppa sowie Musiktheorie bei Jörg Mainka. Neben Instrumental- und Orchestermusik komponiert Borowski seit einigen Jahren überwiegend Vokalmusik und forscht in Zusammenarbeit mit Sänger*innen/Pianist*innen intensiv im Bereich Neues Klavierlied.
Mit vielen Ensembles und Orchestern hatte er Aufführungen und Projekte, so z.B. mit dem Ensemble Modern, Ensemble Intercontemporain, Chicago Symphony Orchestra, WDR Sinfonieorchester sowie mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Susanna Mälkki, George Benjamin, Peter Eötvös, Zubin Mehta und Daniel Barenboim.
Borowski unterrichtet Musiktheorie und Komposition an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin sowie an der Hochschule für Musik und Theater Rostock.
Jared Redmond-Klavier solo
Jared Redmond - Klavier solo
Jared Redmond ist Pianist und Komponist, stammt aus der San Francisco Bay Area und lebt derzeit in Berlin. Sein Repertoire reicht von der Musik des 16. bis zum 21. Jahrhundert, und er ist als Solopianist, Komponist und Improvisator in Nordamerika, Europa und Ostasien aufgetreten. Als Komponist ist er insbesondere für seine Zusammenarbeit mit traditionellen koreanischen Musikerinnen und Musikern sowie Instrumenten bekannt.
Zu seinen jüngsten Auftritten zählen Konzerte mit zeitgenössischer, klassischer und improvisierter Musik an Spielstätten wie dem Hamburger Bahnhof Berlin, dem Berkeley Piano Club (USA), KGR(n) (Tokio), der University of South Florida, der University of California, dem Sejong Culture Center, dem Pan Music Festival, der Ilshin Hall, mit dem Vallejo Symphony sowie beim Korean Improvised Music Festival. Von 2023 bis 2025 präsentierte er im Rahmen seiner Reihe „Wunderkammer“ vielseitige Solo-Programme in Korea, die Musik von der Renaissance bis zur modernen Avantgarde umfassten. Ende 2026 wird er mit einem Rezitalprogramm, das dem 100. Geburtstag von Morton Feldman, Betsy Jolas und György Kurtág gewidmet ist, durch die USA und Südkorea touren. Zudem wird er in Seoul die ostasiatische Erstaufführung von Dennis Johnsons fünfstündigem minimalistischem Meisterwerk November in seiner eigenen neuen Realisierung der Skizzen des Komponisten geben.
Im Jahr 2025 veröffentlichte Jared das Soloalbum Scintillant mit Werken von Pierre Boulez, Scarlatti und Antonio Soler. Von 2018 bis 2020 war er Visiting Scholar-Professor für Komposition und Musiktheorie an der Hanyang University in Seoul, und von 2020 bis 2024 lehrte er an der Seoul National University School of Music.
In seinem Klavier-Recital im Rahmen der intersonanzen 2026 präsentiert Jared Redmond seine eigene Komposition „Doth“ in einer europäischen Erstaufführung, Uraufführungen von Volker Freidel, Ludger Kisters und Irina Emeliantseva, sowie ein Ausschnitt aus Gebhard Ullmanns „Impromtus und Interationen“. Wir freuen uns auf die Aufführungen der Musik von Betsy Jolas und Morton Feldman, anlässlich ihrer hundertsten Geburtstage.
CloseIrina Emeliantseva, Komponistin und Pianistin, spielte bei zahlreichen Festivals und Konzerten zahlreiche Uraufführungen und Erstaufführungen. Sie hat mehrere CD ́s (zuletzt beim Bayerischen Rundfunk in München) aufgenommen, erhielt zahlreiche Kompositionspreise, Stipendien und Aufenthalte. Ihre Werke werden regelmäßig bei verschiedenen Konzerten und Festivals weltweit aufgeführt. Seit einigen Jahren leitet sie das Festival "Tage der Neuen Musik" in Tübingen sowie die Konzertreihe "Aktuelle Musik" in Strausberg. Irina Emeliantseva ist die neue Vorsitzende des Deutschen Komponist:innenverbandes im Land Brandenburg.
www.irina-emusik.de
CloseDie Sieben Klavierstücke (1999) sind kurze, konzentrierte Miniaturen, deren jeweilige Tempoangabe zum strukturellen Ausgangspunkt wird. Aus klar definierten Pulsationen entwickeln sich eigenständige klangliche und rhythmische Charaktere. Reduziertes Material lenkt den Blick auf feine Veränderungen von Dichte, Energie und Artikulation. Ruhigere Momente stehen bewegteren Abschnitten gegenüber. Der Zusammenhang entsteht weniger durch thematische Arbeit als durch rhythmische Transformation. So bilden die Stücke eine Folge präziser, verdichteter Momentaufnahmen.
CloseDie französisch-amerikanische Komponistin Betsy Jolas wurde 1926 in Paris geboren. Sie begann ihre Ausbildung in den Vereinigten Staaten, bevor sie nach Frankreich zurückkehrte, um am Pariser Konservatorium bei Darius Milhaud, Simone Plé-Caussade und Olivier Messiaen zu studieren. Von 1971 bis 1974 vertrat sie Messiaen an dieser Institution, wo sie 1975 zur Professorin für Analyse und 1978 für Komposition ernannt wurde. Zudem lehrte sie an mehreren amerikanischen Universitäten, darunter Yale, Harvard und Berkeley.
Als Gewinnerin des Internationalen Dirigierwettbewerbs von Besançon im Jahr 1953 erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem von der Copley Foundation in Chicago (1954), der American Academy of Arts (1973) und der Koussevitzky Foundation (1974) – sowie den Grand Prix de la Ville de Paris (1981) und den Grand Prix der SACEM (1982).
Ihre Werke, die für eine große Vielfalt an Ensembles komponiert wurden, erlebten ihre Uraufführung unter anderem durch das Ensemble Domaine Musical sowie bei den Festivals in Tanglewood, Holland und Royan; heute werden sie weltweit von Künstlern wie Élisabeth Chojnacka, Kent Nagano, William Christie, Claude Helffer und Kim Kashkashian aufgeführt. Im Jahr 2016 brachten Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker das Werk *A Little Summer Suite* zur Uraufführung. 2019 folgte die Weltpremiere von *Letters from Bachville* durch das Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Andris Nelsons. In der Saison 2022/2023 fanden die Uraufführungen von *The Latest* durch das Orchestre de Paris unter der Leitung von Klaus Mäkelä sowie von *Ces belles années...* durch das London Symphony Orchestra unter der Leitung von Sir Simon Rattle statt.
Ihre preisgekrönte Diskografie ist auf den Labels EMI, Adès, Erato, Barclay und CRI erhältlich.
CloseVolker Freidel wurde 1960 in Berlin geboren. Er studierte in Berlin (HDK heute: UDK), Düsseldorf (Robert-Schumann-Hochschule) und Leipzig (Hochschule für Musik Mendelssohn-Bartholdy)
Komposition und Klavier. Seine Arbeit umfasst die verschiedensten Besetzungen in Solo-, Kammer- und Orchestermusik. Auftragswerke erhielt er aus dem In- und Ausland. Seit 2000 lebt er als freischaffender Komponist und Klavierlehrer in Potsdam.
www.volkerfreidel.de
Gebhard Ullmann gilt seit den 80er Jahren als eine der führenden Musikerpersönlichkeiten sowohl der Berliner als auch der internationalen zeitgenössischen musikalisch übergreifenden Szenen und hat mittlerweile 70 CDs/LPs als Leiter/Co-Leiter oder/und Komponist veröffentlicht.
Seine Kompositionen werden von der Wiener Universal Edition veröffentlicht. Er komponierte drei Streichquartette Streichquartette (CD ‚String Quartets’ 2025 Challenge Classics/Fineline) diverse Kammermusiken und viele großorchestrale Werke.
Sein grossorchestrales Holzbläser/Akkordeon Projekt Tá Lam aus dem Jahr 1990 gilt heute als Meilenstein dieser Art von genreübergreifender Musik. Sein Konzert für Altsaxophon und Orchester wurde im März 2026 uraufgeführt.
Derzeit arbeitet er an dem Projekt Module für Orchester, (37 Minuten sind derzeit veröffentlicht) und an einem Harry Partch Projekt mit der Kölner Musikfabrik.
Der Wiener Kulturjournalist Reinhard Kager über Impromptus und Interationen: ... doch schon die zweite Komponente des Titels macht stutzig, denn der Begriff „Interation“ ist als Amalgam aus „Interlude“ und „Irritation“ zu verstehen.
Die vier Interationen des Zyklus entsprechen Interventionen, die auf einem manipulierten Klavier gespielt werden müssen, dessen teilweise sehr unterschiedliche
Präparierungen in der Partitur minutiös festgehalten sind.
... Ullmann überrascht mit einem Faible für fein ausgehörte Nachklänge, in denen der Lauf der Zeit innezuhalten scheint. Es sind nicht nur die Tempi – mit Larghissimo ist etwa Interation #2 bezeichnet –, die diesen Eindruck vermitteln, sondern auch die feinen, ebenfalls genau vorgeschriebenen Pedalisierungseffekte.
Es scheint, als habe der Berliner Musiker genug von all dem aufgeregten Fortschreiten unserer Zeit, um stattdessen eindrücklich auf die Kraft des Innehaltens und Nachdenkens zu verweisen.
Impromptus und Interationen wurde 2024 vom Wiener Kairos Label veröffentlicht und gewann eine Reihe von best-of-the-year Auszeichnungen.
Gebhard Ullmann gilt seit den 80er Jahren als eine der führenden Musikerpersönlichkeiten sowohl der Berliner als auch der internationalen zeitgenössischen musikalisch übergreifenden Szenen und hat mittlerweile 70 CDs/LPs als Leiter/Co-Leiter oder/und Komponist veröffentlicht.
Seine Kompositionen werden von der Wiener Universal Edition veröffentlicht. Er komponierte drei Streichquartette Streichquartette (CD ‚String Quartets’ 2025 Challenge Classics/Fineline) diverse Kammermusiken und viele großorchestrale Werke.
Sein grossorchestrales Holzbläser/Akkordeon Projekt Tá Lam aus dem Jahr 1990 gilt heute als Meilenstein dieser Art von genreübergreifender Musik. Sein Konzert für Altsaxophon und Orchester wurde im März 2026 uraufgeführt.
Derzeit arbeitet er an dem Projekt Module für Orchester, (37 Minuten sind derzeit veröffentlicht) und an einem Harry Partch Projekt mit der Kölner Musikfabrik.
Der Wiener Kulturjournalist Reinhard Kager über Impromptus und Interationen: ... doch schon die zweite Komponente des Titels macht stutzig, denn der Begriff „Interation“ ist als Amalgam aus „Interlude“ und „Irritation“ zu verstehen.
Die vier Interationen des Zyklus entsprechen Interventionen, die auf einem manipulierten Klavier gespielt werden müssen, dessen teilweise sehr unterschiedliche
Präparierungen in der Partitur minutiös festgehalten sind.
... Ullmann überrascht mit einem Faible für fein ausgehörte Nachklänge, in denen der Lauf der Zeit innezuhalten scheint. Es sind nicht nur die Tempi – mit Larghissimo ist etwa Interation #2 bezeichnet –, die diesen Eindruck vermitteln, sondern auch die feinen, ebenfalls genau vorgeschriebenen Pedalisierungseffekte.
Es scheint, als habe der Berliner Musiker genug von all dem aufgeregten Fortschreiten unserer Zeit, um stattdessen eindrücklich auf die Kraft des Innehaltens und Nachdenkens zu verweisen.
Impromptus und Interationen wurde 2024 vom Wiener Kairos Label veröffentlicht und gewann eine Reihe von best-of-the-year Auszeichnungen.
Ludger Kisters studierte Komposition bei Michael Obst in Weimar und Jack Body in Wellington sowie elektroakustische Komposition bei Robin Minard in Weimar und Germán Toro Pérez in Zürich. Während dieser Zeit besuchte er verschiedene Kompositionskurse, u.a. am IRCAM, Paris.
Kisters war Stipendiat des Künstlerhof Schreyahn und des DAAD, außerdem Gastkomponist am ICST Zürich und an der TU Berlin. 2008 nahm er an einer Expedition teil, um Klänge im Amazonas-Regenwald für einen Auftrag des Bayerischen Rundfunks aufzunehmen. 2019 initiierte Kisters mit Gisela Nauck und Uli Aumüller das Festival Mühlenbecker Klanglandschaften. Veröffentlichungen seiner Werke finden sich u.a. auf den CDs der DEGEM, bei Arthaus Musik und bei Schott. Das Werkverzeichnis umfasst elektroakustische Musik, Kammermusik, Vokalmusik und Orchesterwerke sowie Klanginstallationen und multimediale Kompositionen, interpretiert u.a. durch das Ensemble Modern, das Arditti quartet, Claudia Buder, Carin Levine, Wu Wei, RIAS Kammerchor Berlin, die Staatskapelle Weimar und das MDR-Sinfonie-Orchester.
CloseWoge für Klavier Solo wurde 2026 für Jared Redmond komponiert. Das Werk beschäftigt sich mit unterschiedlichen Schattierungen von Bewegung und Dichte. Eingebettet in die nuancenreichen Resonanzen des Klaviers entsteht so eine bizarre Klangwelt mit sogartigen Prozessen und schroffen Brüchen.
CloseMorton Feldman wurde 1926 in New York geboren und starb ebenda 1987. Wie sein Freund John Cage, war er ein amerikanischer Komponist und Künstler – ein Amerikaner im wahrsten Sinne des Wortes.
Er hat seine Identität durch den grundsätzlichen Unterschied zwischen seinen Ansichten die Kunst der Komposition betreffend und denen seiner Kollegen in Europa bestimmt. Er war stolz, Amerikaner zu sein, weil er überzeugt war, dass dies ihm eine in Europa unvorstellbare schöpferische Freiheit ermöglichte. Und als ein wahrer Amerikaner, hatte er möglicherweise auch ein winziges Minderwertigkeitsgefühl gegenüber der kulturellen Traditionen Europas, was er ablehnte und doch insgeheim bewunderte.
Wie jeder wahre Künstler besaß Feldman eine Sensibilität für die verschiedensten Eindrücke, allen voran die Literatur und die Malerei. Seiner Affinität für die Welt Samuel Becketts verdankt die Musikgeschichte das einmalige Musiktheaterwerk Neither sowie zwei Stücke für Kammerensemble. Seine Freundschaft mit den New Yorker Malern des abstrakten Expressionismus hat eine Reihe von Kompositionen gezeitigt, darunter Rothko Chapel. Aber sogar die Kunst des Knüpfens orientalischer Teppiche hat ihn inspiriert.
Feldman hat die Frage nach der niedrigen Dynamik seiner Werke folgendermaßen beantwortet:
„ – Weil wenn es laut ist, kann man den Klang nicht hören. Man hört den Anschlag. Dann hört man den Ton nicht mehr, nur seinen Verfall. Und ich glaube, das ist was seinerzeit Boulez beeindruckt haben mochte: er hörte einen Ton, statt einen Anschlag, und der ist erschienen und verschwunden ohne Anschlag und Verfall, fast wie ein elektronisches Medium. Man darf auch nicht vergessen, dass laut und leise ein Aspekt der Differenzierung sind. Und meine Musik ist eher ein Monolog, der keiner Aufrufzeichen, keines Doppelpunkts bedarf, sie bedarf keines…”
Feldman hatte auch eine originelle Antwort parat, wenn er gefragt wurde, warum er eigentlich komponierte:„Sie kennen die wunderbare Bemerkung Disraelis? Er war leider kein guter Schriftsteller, aber wenn er einer gewesen wäre, wäre die Bemerkung großartig gewesen. Man fragte ihn, warum hatte er angefangen, Romane zu schreiben. Er antwortete, weil er nichts zu lesen hatte (lacht). Bei mir war es ähnlich mit der zeitgenössischen Musik. Ich war nicht glücklich mit ihr. Sie wurde wie ein Rohrschach-Test.”
Morton Feldman wurde am 12. Januar 1926 in New York geboren. Im Alter von zwölf Jahren studierte er mit der Busoni-Schülerin Madame Maurina-Press Klavier; ihr verdankt Feldman seine lebhafte Musikalität. Bevor er 1941 bei Wallingford Riegger Komposition zu studieren begann, schrieb er kurze, von Scriabin beeinflusste Klavierstücke. 1944 wurde Stefan Wolpe sein Lehrer; sie verbrachten jedoch sehr viel mehr Zeit mit Diskussionen über Musik.
1949 fand dann die ausschlaggebende Begegnung statt: Feldman traf John Cage, und damit begann eine für die Entwicklung der amerikanischen Musik in den 50er Jahren entscheidende Zusammenarbeit. Cage war es, der Feldman Vertrauen zu seinen eigenen Ideen gab; daraus erwuchsen völlig intuitive Kompositionen. Er arbeitete nie mit irgendwelchen identifizierbaren Systemen, sondern schritt von Augenblick zu Augenblick, von einem Klang zum nächsten. Während der 50er Jahre in New York gehörten zu seinen Freunden die Komponisten Earle Brown und Christian Wolff, die Maler Mark Rothko, Philip Guston, Franz Kline, Jackson Pollock, Robert Rauschenberg und der Pianist David Tudor. Insbesondere die Maler beeinflussten Feldman bei seiner Suche nach einer eigenen, unmittelbaren und greifbaren Klangwelt. Daraus ergaben sich Experimente mit grafischer Notation: Projection 2 gehört zu den frühesten derartigen Partituren. In diesen Werken wählen die Spieler ihre Noten aus vorgegebenen Registern und Zeitstrukturen.
Feldman war jedoch mit den Freiheiten, die diese so stark von der Improvisation abhängigen Kompositionen den Interpreten zugestanden, nicht zufrieden und gab zwischen 1953 und 1958 die grafische Notation wieder auf. Doch die genaue Notation, die er in dieser Zeit an deren Stelle setzte, fand er wiederum zu eindimensional, und so kehrte er für zwei Orchesterwerke – Atlantis (1958) und Out of Last Pieces (1969) – zur Grafik zurück. Gleich nach diesen erschien eine Reihe von Instrumentalwerken mit dem Titel Durations, in denen die Tonhöhen genau festgelegt sind, die Interpreten aber gleichzeitig die Freiheit haben, ihre jeweils eigene Dauer – innerhalb eines vorgegebenen Grundzeitmaßes – wählen zu können.
1967 wurde seine letze grafisch notierten Partitur In Search of an Orchestration veröffentlicht. Es folgte das Werk On Time and the Instrumental Factor (1969), in dem er erneut zur genauen Notation zurückkehrte. Mit Ausnahme von zwei Werken in den frühen 70er Jahren behielt er von nun an die Kontrolle über Tonhöhe, Rhythmus, Dynamik und Dauer bei.
1973 erreichte Feldman eine Anfrage der University of New York in Buffalo, die Edgar Varese-Professur zu übernehmen; er hatte sie für den Rest seines Lebens inne.
Seit den späten 70er Jahren nahmen seine Kompositionen an Länge in einem solche Grade zu, dass das zweite Streichquartett bis zu fünfeinhalb Stunden dauern kann. Es war besonders der Umfang dieser Werke, der zu Kontroversen Anlass gab, doch Feldman war jederzeit glücklich, wenn er versuchen konnte, seine dahinter stehenden Gedanken zu erläutern:
„Meine ganze Generation hielt sich an die 20- bis 25-Minuten-Stücke. Das war unsere Uhr. Wir alle kannten sie und wussten mit dieser Uhr umzugehen. Sobald man aber einsätzige 20-bis 25-Minuten-Stücke hinter sich lässt, entstehen andere Probleme. Bis zu einer Stunde Dauer denkt man über die Form nach, doch nach eineinhalb Stunden zählt der Umfang. Form ist leicht – das ist einfach die Gliederung von Dingen in Teile, doch der Umfang ist eine andere Angelegenheit. Man muss das ganze Stück überblicken – dazu bedarf es einer erhöhten Art der Konzentration. Vorher waren meine Stücke wie Objekte; jetzt sind sie wie sich entwickelnde Dinge.“
Neun einsätzige Kompositionen von Feldman dauern länger als eineinhalb Stunden.
Eines seiner letzen Werke, Palais de Mari (1986), ist mit einer Dauer von zwanzig Minuten für eine späte Komposition ungewöhnlich kurz. Grund dafür war ein Auftrag von Bunita Marcus; für sie sollte er ein Werk schreiben, das alles, was er in den sehr langen Stücken gemacht hatte, zusammenfassen und in ein kürzeres einbringen sollte. Da sie seine Zeitvorstellung kannte, bat sie ihn um ein zehnminütiges Werk, ahnend, dass es wohl die doppelte Länge haben werde.
Im Alter von einundsechzig Jahren starb Morton Feldman am 3. September 1987 in seinem Heim in Buffalo.
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Palais de Mari
For Francesco Clemente
Mit zum Teil radikalen Längen versuchte Feldman, sich dem traditionellen Konzertbetrieb entgegenzustellen. Eines seiner kürzeren Werke, Palais de Mari (1986), wurde von Bunita Marcus in Auftrag gegeben. Sie beauftragte ihn, ein Werk zu schreiben, das inhaltlich alle Elemente und Eigenschaften der langen Stücke in zusammengefasster Form einbringen sollte. Die ursprüngliche Vorstellung war ein zehnminütiges Werk, das Resultat bewegt sich zwischen etwas über 22 und über 29 Minuten Spiellänge.
In den letzten zehn Jahren seines Lebens interessierte sich Feldman zunehmend für Teppiche aus dem nahen und mittleren Osten. In seinem bedeutenden Aufsatz Crippled Symmetry von 1981 beschreibt er, wie fasziniert er von der ungenauen Symmetrie in den Mustern dieser Teppiche war—eine Eigenschaft, die er auch in der Musik Weberns, Strawinskys und Reichs fand. Er schreibt auch von der „unterschwelligen Mathematik“ in den Bildern Mark Rothkos. In seinem Darmstädter Vortrag von 1984 geht er darauf ein: „Eine der interessantesten Eigenschaften bei schönen alten Teppichen in natürlichen Pflanzenfarben ist abrash. Abrash bedeutet, dass man in kleinen Mengen färbt. Man kann Wolle nicht in großen Mengen färben. Man bekommt also dasselbe, aber eben nicht ganz dasselbe. Er hat einen Anflug von Mikrotonalität. Wenn man ihn dann betrachtet, hat er ein wundersames Schimmern, das von den feinen Abstufungen herrührt.“
Palais de Mari, sein letztes Klavierwerk, verkörpert diese Eigenschaften in einer meisterhaft 25 Minuten überspannenden Komposition. Im Louvre hatte Feldman ein Bild der Ruinen des antiken babylonischen Palastes von Mari gesehen, in dem er eine weitere Spielart unvollkommener Symmetrie entdeckte. Feldmans Komposition bildet eine nach innen gewandte, schrittweise sich verschiebende Fläche aus zumeist konsonanten Klängen. Scheinbar identische Wiederholungen werden fast immer durch kleine Veränderungen in Rhythmus, Tonhöhe und der Platzierung im Takt variiert. Die äußerst leise Dynamik und der durchgehende Pedalgebrauch verstärkt das „wundersame Schimmern“.
Das Stück war ein Auftrag der mit Feldman befreundeten Pianistin Bunita Marcus. Er widmete das Werk dem Maler Francesco Clemente, in dessen Loft Bunita Marcus 1986 die Uraufführung spielte.
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Saturday, 6 June 2026
Guten Morgen Eberswalde
Hanna Hartmann – Matthias Bauer – Duo F:LAUTO:E
Octopus Dreaming
Hanna Hartmann: Octopus Dreaming
SOLO für verstärkte und bewegte Objekte.
Hanna Hartman ist Komponistin, Klangkünstlerin und Performerin und lebt in Berlin. Sie hat Werke für Radio, elektroakustische Musik, Ensembles und Klanginstallationen komponiert und weltweit zahlreiche Aufführungen gegeben. Zu ihren vielen Auszeichnungen und Stipendien zählen der Karl-Sczuka-Preis, der Phonurgia-Nova-Preis, ein Stipendium der Villa Aurora und der Rom-Preis (Villa Massimo). Hanna Hartman ist Mitglied der Deutschen Akademie der Künste.
Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Konzerten und Festivals präsentiert, darunter die Darmstädter Festivals, das Huddersfield Contemporary Music Festival, das Eclat Festival, Rainy Days Luxemburg, Roma Europa, Rom, das Other Minds Festival, San Francisco, die Musikbiennale Venedig und die Donaueschinger Musiktage.
Hanna Hartman ist eine in Berlin lebende Komponistin, Klangkünstlerin und Performerin. Sie hat Werke für Radio, elektroakustische Musik, für Ensembles und Klanginstallationen komponiert und zahlreiche Aufführungen weltweit realisiert. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen und Stipendien zählen der Karl-Sczuka-Preis, der Phonurgia Nova Prize, ein Stipendium der Villa Aurora sowie der Rompreis (Villa Massimo). Hanna Hartman ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.
Ihre Arbeiten wurden im Rahmen zahlreicher Konzerte und Festivals präsentiert – darunter die Darmstädter Ferienkurse, das Huddersfield Contemporary Music Festival, das Eclat Festival, „Rainy Days“ in Luxemburg, „Roma Europa“ in Rom, das „Other Minds Festival“ in San Francisco, die Musikbiennale Venedig sowie die Donaueschinger Musiktage.
Nachdem sie ihre ganz eigene Sprache entwickelt hat, schafft die schwedische Klangkünstlerin und Komponistin Hanna Hartman Kompositionen, die sich ausschließlich aus authentischen Klängen zusammensetzen, welche sie rund um die Welt aufgenommen hat. Die Klänge werden ihrem ursprünglichen Kontext entnommen und so in ihrer Reinheit wahrgenommen. Hanna Hartman strebt danach, verborgene Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichsten auditiven Eindrücken aufzudecken, und erschafft in neuen Konstellationen außergewöhnliche Klangwelten.
Close
Livre pour contrebasse 1-10
Matthias Bauer: 'Livre pour contrebasse 1-10'
Meine Solo-Musik auf dem Kontrabass hat sich improvisatorisch über 40 Jahre entwickelt. Sehr viel Material, sowohl musikalisch als auch spieltechnisch, hat sich angesammelt. Das 'LIVRE POUR CONTREBASSE' ist meine Sammlung von kürzeren Stücken für Kontrabass. Jede Komposition verwendet dabei eine spezielle Technik, welche auch musikalisch an eine spezifische Emotion oder Atmosphäre gekoppelt ist. Besonders die erweiterten Spieltechniken werden dabei berücksichtigt und der Akzent liegt auf dem ausgiebigen Gebrauch von Flageoletttönen, welche auf dem Kontrabass besonders klangvoll sind.
Matthias Bauer ist ein Kontrabassist, Improvisator und Komponist aus Berlin. Er ist spezialisiert in neuer Musik und führte viele Kompositionen für Kontrabass auf. Unter anderem realisierte er die Uraufführungen ihm gewidmeter Werke von Georg Katzer, Helmut Oehring, Helmut Zapf und Hans-Joachim Hespos. Er arbeitet mit Berliner Ensembles für neue Musik wie das 'Ensemble unitedberlin' oder das 'Asianart Ensemble'. Er spielte mit vielen international bekannten Musikern der frei improvisierten Musik und nahm an etlichen Festivals teil. Bauer komponierte für größere und kleinere Ensembles wie auch für Tanz und Theater.
CloseMatthias Bauer ist ein Kontrabassist, Improvisator und Komponist aus Berlin. Er ist spezialisiert in neuer Musik und führte viele Kompositionen für Kontrabass auf. Unter anderem realisierte er die Uraufführungen ihm gewidmeter Werke von Georg Katzer, Helmut Oehring, Helmut Zapf und Hans-Joachim Hespos. Er arbeitet mit Berliner Ensembles für neue Musik wie das 'Ensemble unitedberlin' oder das 'Asianart Ensemble'. Er spielte mit vielen international bekannten Musikern der frei improvisierten Musik und nahm an etlichen Festivals teil. Bauer komponierte für größere und kleinere Ensembles wie auch für Tanz und Theater.
Close'Livre pour contrebasse 1-10'
Meine Solo-Musik auf dem Kontrabass hat sich improvisatorisch über 40 Jahre entwickelt. Sehr viel Material, sowohl musikalisch als auch spieltechnisch, hat sich angesammelt. Das 'LIVRE POUR CONTREBASSE' ist meine Sammlung von kürzeren Stücken für Kontrabass. Jede Komposition verwendet dabei eine spezielle Technik, welche auch musikalisch an eine spezifische Emotion oder Atmosphäre gekoppelt ist. Besonders die erweiterten Spieltechniken werden dabei berücksichtigt und der Akzent liegt auf dem ausgiebigen Gebrauch von Flageoletttönen, welche auf dem Kontrabass besonders klangvoll sind.
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Duo F:LAUTO:E
Die Musik des Berliner Duos ist eine spannende Mischung aus zeitgenössischer Komposition, Drone und Ambient. Durch die Fusion der Flöte mit live gesteuerten Electronics und analogen Effektgeräten erschaffen sie einen sehr eigenen Sound, der sich ständig wandelt.
DUO F:LAUT:E Zeitgenössische Musik. Flöten. Hybride Klänge. Live-Elektronik.
Die Flötistin Marianna Schürmann und der Live-Elektroniker Laurenz Karsten widmen sich der zeitgenössischen Musik. 2022 hat sich das DUO F:LAUT:E gegründet, um sich mit der Verbindung
von Flöte mit Live-Elektronik zu beschäftigen. Sowohl Kompositionen, die speziell für das Ensemble geschrieben wurden als auch Eigenkompositionen machen den Sound des Duos zu etwas Besonderem. In enger Zusammenarbeit mit Komponist:innen sind bereits neue Werke entstanden von Marta Kowalczuk und Jongsung OH.
Die Musik des Berliner Duos ist eine spannende Mischung aus zeitgenössischer Komposition, Drone und Ambient. Durch die Fusion der Flöte mit live gesteuerten Electronics und analogen Effektgeräten erschaffen sie einen sehr eigenen Sound, der sich ständig wandelt.
Die Berliner Flötistin Marianna Schürmann (geb. 1991) studierte 2010 bis 2014 an der Universität der Künste Berlin im Diplomstudiengang Flöte und Pädagogik bei Prof. Annette von Stackelberg.
Ihr Masterstudium mit Profil Kammermusik absolvierte sie 2016 an der Hochschule für Musik in Weimar bei Prof. Wally Hase. Marianna Schürmann zeichnet sich durch ihre vielseitige Konzerttätigkeit und Offenheit gegenüber allen Formen der Musik aus. Auf der Suche nach Neuem und Unbekanntem gelangte sie zur zeitgenössischen Musik. Seit 2016 ist Marianna Schürmann festes Mitglied bei ensemble via nova und hat mit diesem bereits zahlreiche Konzerte auf Neue Musik Festivals in Deutschland sowie international gespielt. Ihre Tätigkeit im Bereich der zeitgenössischen Musik führte sie nach London (London Ear Festival), Italien (Suono Gallo Festival), Berlin (Pyramidale, Klangwerkstatt, Unerhörte Musik), Danzig (Neo Arte Festival), Thüringen (eigene Konzertreihe Connect, Klangnetz, Weimarer Frühjahrstage) und viele weitere.
Neben ihrer regelmäßigen Konzerttätigkeit mit ensemble via nova spielte Marianna Schürmann bereits mit hervorragenden Ensembles und Orchestern wie Ensemble Reflektor,Thüringen Philharmonie Gotha Eisenach, Landesmusikkapelle Eisenach und dem Verworner- Krause-Kammerorchester.
Laurenz Karsten (geb. 1989) ist als Gitarrist, Komponist und Produzent im Bereich Jazz, Techno und Elektronische Musik bekannt. Er studierte an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ Dresden. Als Performer ist er sowohl in seiner Wahlheimat Berlin, als auch in ganz Deutschland und über die Landesgrenzen hinaus aktiv. Konzertreisen führten ihn in die USA, nach Island, Italien, Türkei, Jordanien, Israel, Schweiz, Dänemark, Polen, Russland und viele mehr. Laurenz Karsten spielt zusammen mit der Band Komfortrauschen, Sebastian Studnitzky 4tet und projektbasiert mit ensemble via nova. Sein Schaffen umfasst sowohl elektronische (Tanz)Musik als auch Neue Musik und es kam zusammen mit Marianna Schürmann im DUO F:LAUT:E bereits zu Aufführungen eigener Werke und Auftragskompositionen.
CloseHenry Mex geb. 1962 in Berlin-Ost, spielte in den 80igern als Bassist in Jazzbands; studierte an der HfM „Hanns-Eisler“ Berlin, fand Anfang der 90iger seine Ausrichtung zur freien Improvisation und Neuen Musik, begründete und leitete das Festival Kryptonale (Erschließung der Wasserspeicher Berlin- Prenzlauer Berg für Klang-Kunstprojekte) von 1994 bis 2004. Seitdem entstanden Raumkompositionen, Klanginstallationen, Tanztheaterprojekte. Orchesterwerke wurden in Deutschland und Frankreich aufgeführt. Kammermusikalischen Kompositionen wurden u.a. von MCME, Adapter, Janus Wien, Ensemble Junge Musik, Art Ensemble NRW, Via Nova Weimar, Fukio Köln, Quillo, ENM Tallinn und Broken Frames Syndicate aufgeführt. Seit 2010 Juryarbeit in verschiedenen Kunstbeiräten. Seit 2019 Mitglied beim Ensemble MIET+ Weimar. Seit 2020 experimentiert er mit alternativen, skulpturalen 3D- Partituren. Seit 2024 ist er künstlerischer Leiter des Neue Musik Festivals intersonanzen www.henry-mex.de
CloseHenry Mex „Weather Report“ für Flöten und Loop-Station.
Das Aufnehmen von Loops ist wie das Aufnehmen von Fotos. Man entnimmt dem Fluss der Zeit Momente und fügt sie zu einer Skulptur zusammen oder hängt sie wie Bilder an die Wand. Ein Wetterbericht ist der Versuch mit Satellitenfotos und Wetterkarten den großen Fluss des Klimas vorherzusagen. Mittlerweile kann die Menschheit das sogar in einem sehr großen Zeitrahmen und somit reden wir über den Klimawandel.
„Weather Report“ scheint ein Duo für Flöte und Live-Elektronik zu sein, ist aber beim Blick in die Partitur, ein Sextett. Dort ist die Liveperformance der Flöte mit Aufnahme- und Wiedergabe-Anweisungen notiert, sowie 5 weitere daraus resultierende Stimme, die in die vier Himmelsrichtungen des Raums wiedergegeben werden. Das tatsächliche Hörereignis ist, wie beim Wetter, nicht 100%ig vorhersagbar, nicht alle Einflüsse und Rückkopplungen sind kalkulierbar und alles wird sehr schnell sehr komplex.
Die Uraufführung wurde von Pia Marei Hauser 2025 mit einer Boss RC-505 Loop-Station mit 5 Loop-Bänken realisiert. Zu den intersonanzen 2026 erleben wir eine Ableton Live - Realisierung von Laurenz Karsten.
CloseMartin Daske, 1962 in Berlin geboren. Kompositorische Ausbildung bei Christian Wolff und Boguslaw Schaeffer. Daske entwickelte neben seinem „normalen“ kompositorischen Schaffen eine Form dreidimensionaler Notation ("Folianten") und 2010 eine weitere ("Notensetzen"). Zahlreiche Hörspiele und andere Radioarbeiten, Klanginstallationen, Theater- und Filmmusiken. Seit 1989 einer der beiden künstlerischen Leiter der Konzertreihe "Unerhörte Musik" in Berlin. Seit 1993 betreibt Daske sein eigenes Produktionsstudio: tribord studio. Diverse CD-Veröffentlichungen, Stipendien und Preise. (www.tribordstudio.de)
CloseSteinwind (1991) ist eine Komposition für Flöte und Zuspielband. Der Titel bezieht sich auf den kalten Südwestwind im Alpstein (Schweiz), der dort als ‚Steinwind‘ bekannt ist. Das Stück thematisiert die Auseinandersetzung zwischen dem ‚lebendigen‘ Instrument und dem ‚eingefrorenen‘, fixierten Material des Zuspielbandes. Die Flöte tastet Klanglandschaften ab und versucht, in einen Dialog mit den mineralischen, oft rauen Texturen der Elektronik zu treten.
CloseWIND TALK für Glissando Flöte, optional für Flöte und Zuspiel (2018)
von Sabine Vogel
Während meiner Arbeit mit dem Projekt “Landscape Quartet”, habe ich mich oft stundenlang dem Wind ausgesetzt. Ich experimentierte mit Windharfen und Installationen aus Bambusflöten - der Wind hat mich gestreichelt, liebkost, gekitzelt, an mir gerüttelt. Er hat mich durch sämtliche Gemütszustände geblasen: Ich habe gelacht, gespielt, geweint, geschrien. Das Zuspiel für dieses Stück besteht aus Aufnahmen mit diesen ‚Windbegegnungen’. Ich habe zu den Installationen gespielt und oft schien es so, als ob nicht nur ich auf den Wind reagiere, sondern wir miteinander kommunizieren. Als ob er seine eigene ‚Agency’ (engl. für Handlungsfähigkeit/Vermittlung) hat.
Die Flöte legt sich in den Wind, sie lässt sich umstreicheln und kosen, stellt sich gegen ihn, lässt sich aufrütteln und beruhigen.
Die meisten Aufnahmen für das Zuspiel fanden im Rahmen von „Landscape Quartet“ statt, gefördert vom AHRC, UK und RANK, SE.
Marta Kowalczuk (1998) ist Komponistin und Barockgeigerin. Ihre Musik bewegt sich in vielschichtigen Texturen und wandelnden Zuständen. Oft sind ihre Werke geprägt von fragmentarischen Strukturen, theatralischen Gesten und klanglicher Durchlässigkeit. Ihr Schaffen umfasst Oper und Musiktheater, Instrumental-, Vokal- und Chormusik sowie Filmmusik. Sie studierte Komposition bei Michael Obst in Weimar, Gordon Kampe in Hamburg und Grażyna Pstrokońska-Nawratil in Wrocław sowie Barockvioline bei Zbigniew Pilch in Wrocław. Derzeit lebt sie in Hamburg und arbeitet freischaffend als Komponistin und Barockgeigerin.
Ihre Werke wurden u. a. von der MDR-Sinfonieorchester, der Staatskapelle Weimar, dem Göttinger Symphonieorchester, Ensemble Resonanz, Kammerensemble Neue Musik Berlin,
Ensemble via nova, Das Neue Ensemble, Ensemble Garage, Philharmonisches Orchester Kiel, Hamburger Ratsmusik und I SOLISTI Antwerp aufgeführt - unter der Leitung von Dirigent*innen
wie Kent Nagano, Holly Hyun Choe, Dennis Russell Davies und Frank Strobel. Aufführungen fanden in renommierten Sälen wie der Elbphilharmonie Hamburg und dem Gewandhaus Leipzig
sowie auf Festivals in Deutschland, Südkorea, den USA und verschiedenen europäischen Ländern statt. Zu ihren jüngsten Auszeichnungen und Projekten zählen ein Orchesterauftrag derPhilharmonie Kiel im Rahmen des Wettbewerbs Hafenstädte – Tore zur Welt (2025), der ad libitum-Kompositionspreis der Winfried Böhler Stiftung (2024/25), ein Auftrag für ein
performatives Projekt im Rahmen des Kompositionswettbewerbs der Schlosskonzerte Oranienburg (2025) sowie eine dreimonatige Residenz bei Zvjezdane Staze in Bosnien und
Herzegowina (2024). 2023 war sie Stipendiatin der Fleetstreet Residency Hamburg und erhielt eine Honorable Mentions beim Flute New Music Consortium Wettbewerb (USA). Weitere
Auszeichnungen waren eine sechsmonatige Residenz am Künstlerhof Schreyahn (2022/23) und der Deutsche Filmmusikpreis in der Nachwuchskategorie (2022). Zu den früheren
Auszeichnungen zählen Honorable Mentions des Ensemble Ibis Wettbewerbs (Miami, 2021), Auswahlen für das Miniatura Projekt (University of Wisconsin Green Bay, 2021), Kaleidoscope
call for scores (Los Angeles, 2021) und die Teilnahme am MDR-Klassik-Projekt Mikrokompositionen (2020).
Neben ihrer kompositorischen Tätigkeit engagiert sich Marta auch im Bereich der musikalischen Vermittlung durch Lehre, Workshops und Diskussionsformate. Sie ist Gründungsmitglied der
Arbeitsgruppe „Generation Zukunft“ im Deutschen Komponist:innenverband (DKV) und in 2025 wurde zur stellvertretenden Vorsitzenden des DKV-Fördervereins gewählt.
„ru – ur“ (ru – rural, ur – urban)
ist ein Stück für Piccolo/Altflöte und Elektronik. Field Recordings aus winterlichen ländlichen und urbanen Umgebungen bilden die elektronische Ebene, mit der die Flöte in einen wechselnden klanglichen Austausch tritt. Die Idee zu diesem Stück entstand während eines Aufenthaltsstipendiums im Künstlerhof Schreyahn. In dieser Zeit pendelte ich regelmäßig zwischen dem Dorf und Hamburg, mit Regionalzügen durch winterliche Landschaften. Dabei wurde der Kontrast zwischen beiden Orten immer wieder hörbar: die weite, ruhige Klanglandschaft des Dorfes und die dichtere
akustische Umgebung der Stadt. Gleichzeitig hatten beide für mich etwas gemeinsam - eine eigene Form von winterlicher Ruhe.
Jongsung OH wurde 1987 in Seoul, Südkorea, geboren und lebt derzeit in Köln. Er studierte an der Seoul National University bei Uzong Choe sowie an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar bei Michael Obst, Ulrich Kreppein und Seven Daigger. Derzeit absolviert er ein weiterführendes Studium der elektronischen Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Professor Michael Beil.
Er hat zahlreiche internationale Auszeichnungen gewonnen, darunter den Ersten Preis beim 7. Internationalen Kompositionswettbewerb des Molinari Quartetts in Montréal (Kanada) sowie den Großen Preis beim 4. Internationalen Krzysztof-Penderecki-Wettbewerb für junge Komponisten. Zudem wurde ihm der Zweite Preis beim 22. Internationalen Kompositionswettbewerb im Rahmen des Festivals „Weimarer Frühling für zeitgenössische Musik“ 2021 verliehen. Im Jahr 2022 erhielt er den Thüringer Kompositionspreis und wurde als Stipendiat der Peter-Eötvös-Stiftung ausgewählt.
Seine Werke wurden weltweit von Festivals in Auftrag gegeben und uraufgeführt – darunter die Liszt-Biennale (Deutschland), das Krakow Composers Festival (Polen), das Impérial Annecy Festival (Frankreich), das Symphony Festival (Südkorea), „Spotlight on Composers“ (Ungarn), das Festival „Weimarer Frühling für zeitgenössische Musik“ (Deutschland), das Tongyeong International Music Festival (Südkorea) und „Orgelmixturen“ (Köln, Deutschland). Seine Musik wurde zudem im Großen Saal des Wiener Musikvereins anlässlich des 130-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Korea und Österreich aufgeführt.
Er hat mit renommierten Orchestern, Ensembles und Musikern aus aller Welt zusammengearbeitet, darunter Peter Barsony (Ungarn), Wu Wei (China), Odile Auboin (Frankreich), Emilien Courait (Frankreich), Gregory Vajda (Ungarn), Nicolò Umberto Foron (Deutschland/Italien), das Molinari Quartet (Kanada), das Ars Nova Ensemble (Frankreich), das Danubia Orchestra (Ungarn), das Orkiestra Muzyki Nowej (Polen), das Via Nova Ensemble (Deutschland), das TIMF Ensemble (Südkorea), das IEMA Ensemble (Deutschland), das Ensemble Musikfabrik (Deutschland), das oNSET Ensemble (USA), das MDR-Orchester (Deutschland), das Österreichisch-Koreanische Philharmonische Orchester (Österreich/Südkorea), die Thüringen Philharmonie (Deutschland), das Korean National Symphony Orchestra und das Seoul Philharmonic Orchestra.
CloseDas Ricercar, das auf Italienisch "recherchieren" oder "erforschen" bedeutet, ist eine Kompositionsform. In der Musikgeschichte haben Komponisten diesen Titel gewählt, wenn sie
musikalische Möglichkeiten erforschen wollten. In diesem Werk hat der Komponist drei verschiedene Aspekte untersucht: Erstens die Reihenfolge der Exposition musikalischer Elemente, zweitens die Kombination von Instrumenten und Elektronik und drittens die Amplitude der Obertöne. Im ersten Satz erfährt das Publikum einen rückläufigen Prozess der Phrasenentwicklung, bei dem
das Schlussmaterial zuerst exponiert wird. Im zweiten Satz hört das Publikum verschiedene Kombinationen von Flöte und Elektronik. Im dritten Satz hat der Komponist versucht, bestimmte
Frequenzen zu betonen. Dadurch kann das Publikum die verschiedenen Klangfarben der Obertöne erleben.
Die Berliner Flötistin Marianna Schürmann (geb. 1991) studierte 2010 bis 2014 an der Universität der Künste Berlin im Diplomstudiengang Flöte und Pädagogik bei Prof. Annette von Stackelberg.Ihr Masterstudium mit Profil Kammermusik absolvierte sie 2016 an der Hochschule für Musik in Weimar bei Prof. Wally Hase. Marianna Schürmann zeichnet sich durch ihre vielseitige Konzerttätigkeit und Offenheit gegenüber allen Formen der Musik aus. Auf der Suche nach Neuem und Unbekanntem gelangte sie zur zeitgenössischen Musik. Seit 2016 ist Marianna Schürmann festes Mitglied bei ensemble via nova und hat mit diesem bereits zahlreiche Konzerte auf Neue Musik Festivals in Deutschland sowie international gespielt. Ihre Tätigkeit im Bereich der zeitgenössischen Musik führte sie nach London (London Ear Festival), Italien (Suono Gallo Festival), Berlin (Pyramidale, Klangwerkstatt, Unerhörte Musik), Danzig (Neo Arte Festival), Thüringen (eigene Konzertreihe Connect, Klangnetz, Weimarer Frühjahrstage) und viele weitere. Neben ihrer regelmäßigen Konzerttätigkeit mit ensemble via nova spielte MariannaSchürmann bereits mit hervorragenden Ensembles und Orchestern wie Ensemble Reflektor,Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach, Landesmusikkapelle Eisenach und dem Verworner- Krause-Kammerorchester.
Laurenz Karsten (geb. 1989) ist als Gitarrist, Komponist und Produzent im Bereich Jazz, Techno und Elektronische Musik bekannt. Er studierte an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“
Dresden. Als Performer ist er sowohl in seiner Wahlheimat Berlin, als auch in ganz Deutschland und über die Landesgrenzen hinaus aktiv. Konzertreisen führten ihn in die USA, nach Island,
Italien, Türkei, Jordanien, Israel, Schweiz, Dänemark, Polen, Russland und viele mehr. Laurenz Karsten spielt zusammen mit der Band Komfortrauschen, Sebastian Studnitzky 4tet und
projektbasiert mit ensemble via nova. Sein Schaffen umfasst sowohl elektronische (Tanz)Musik als auch Neue Musik und es kam zusammen mit Marianna Schürmann im DUO F:LAUT:E bereits zu Aufführungen eigener Werke und Auftragskompositionen.
Ensemble Quillo
Konzert Ensemble Quillo
Das Ensemble Quillo steht seit der Gründung im Jahr 2004 für neue Klänge und kreative Experimente. In der Kernbesetzung umfasst es 12 MusikerInnen.
Das Ensemble Quillo bringt neue Musik an ungewöhnliche Orte und stets in unmittelbare Nähe zum Publikum. Dabei nutzt das Ensemble innovative, teils ungewöhnliche Formate, öffnet nicht nur die eigene Spielstätte, sondern tourt auch mit einer mobilen Bühne über Land, lädt zu musikalischen Wanderungen durch die uckermärkische Landschaft ein, zur Performance zeitgenössischer Musik auf dem Marktplatz oder zum Konzert im heimischen Wohnzimmer der Gäste. Künstlerisches Zuhause ist der Hof Quillo in Falkenhagen/Nordwestuckermark, der sich als Ort für Kunst und Kultur im ländlichen Raum etabliert hat.
Torstein Aagaard-Nilsen (geb. 1964 in Norwegen) ist als freischaffender Komponist, Arrangeur und Dirigent tätig. Er studierte an der Universität Bergen sowie am Musikkonservatorium Bergen (heute Grieg-Akademie).
Seine Musik wirkt unmittelbar und impulsiv. Mal ist sie erzählerisch angelegt, mal von visuellen Aspekten – wie etwa Naturerlebnissen – geprägt. Harmonie und Melodie werden dabei lediglich als Objekte behandelt, was ihm eine gewisse Freiheit hinsichtlich Tonalität und Klangfarbe gewährt.
Das breite Spektrum seiner musikalischen Aktivitäten, die Vielseitigkeit seines Schaffens sowie sein Interesse an der Zusammenarbeit mit Amateuren und jungen Musikern lassen sich damit erklären, dass Aagaard-Nilsen das Komponieren als eine Art sozialer Tätigkeit begreift. „Komponisten (und Künstler im Allgemeinen) spielen in der modernen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Kunst dringt unter die Haut und hinterlässt dort Spuren von Erlebnissen. In einer modernen Gesellschaft ist es wichtiger denn je, den Zuhörern eine Alternative zu bieten. Aus diesem Grund schreibe ich meiner Musik eine Funktion zu – jenseits der bloßen Tatsache, dass sie Musik ist.“
https://taan.no/
CloseAagard-Nilsen schreibt über Crossing Lines Folgendes:
„Das Werk wurde von Jostein Stalheim in Auftrag gegeben, um mit seinem Nordic Quartet aufgeführt zu werden. Stalheim leitete auch die Uraufführung in Boda. Das Stück ist um vier verschiedene solistische Passagen herum aufgebaut – je eine für jedes Instrument. Das Material dieser Soli wird transformiert und weiterentwickelt, bis es auf einen Schluss zuläuft, in dem alles „in der Nacht“ verschwindet.“
Das Nordic Quartet, auf das sich Aagard-Nilsen bezieht, war ein einmaliges Projekt. Der Gruppe gehörten Stalheim (Akkordeon), Jesper Juul (Posaune), Ricardo Odriozola (Violine) und John Ehde (Violoncello) an. Sie nahmen das Werk in Bergen im Studio auf; diese Aufnahme ist bislang unveröffentlicht.
Im Einklang mit seinen erklärten Absichten wählte Aagard-Nilsen einen „objektiven“ Titel für sein Stück. Es ist unschwer zu hören, wie sich die Linien der vier Instrumente im Verlauf des Werkes tatsächlich kreuzen und dabei mitunter recht spannungsgeladene Situationen erzeugen. Zu Beginn jedoch tragen alle Instrumente dazu bei, eine neuntönige Reihe zu etablieren, die vom Akkordeon gespielt wird:
G, B, f, as, fis¹, a¹, d², e², es³.
Diese Reihe durchzieht – in verschiedenen Transpositionen und Permutationen – weite Teile des Werkes.
Die Reihe besteht also aus folgenden Tönen:
D, dis, e, f, fis, g, gis, a, ais
Die fehlenden Töne c und cis treten in Takt 27 (Akkordeon und Violine) diskret in Erscheinung und bleiben für die gesamte Dauer des Werkes präsent. Das fehlende h erweist sich als ein eher widerspenstiges Element des Stücks. Es taucht in Takt 128 flüchtig in der Posaunenstimme auf und erscheint zwischen den Takten 168 und 184 noch einige Male – wiederum sehr diskret – in den Akkordeonharmonien, um danach für den Rest des Werkes nicht mehr in Erscheinung zu treten. Zudem spielt es in den Takten 148–151 eine prominente und bedeutsame harmonische Rolle (als enharmonisch notierte kleine None), wie Sie im Folgenden sehen werden.
Es erscheint vollkommen stimmig, dass das Akkordeon das Kernmaterial des Stücks einführt. Selbst unter Berücksichtigung der Präsenz einer potenziell übermächtigen Posaune ist es das Akkordeon, das in dieser ungewöhnlichen Kombination das Geschehen zu dominieren scheint. Seine Präsenz wirkt bisweilen beinahe herrisch; es verleiht dem Stück eine gewisse, etwas abweisende Schärfe. Immer wieder, wenn die anderen Instrumente sich auf ein spielerisches Miteinander einzulassen scheinen, scheinen die lang ausgehaltenen Akkorde des Akkordeons im Hintergrund darauf bedacht zu sein, nicht zuzulassen, dass dieses Spiel die Regeln eines stillschweigend durchgesetzten Verhaltenskodex verletzt. Diesen Unwillen, Frivolität zu dulden, findet ihren treffendsten Ausdruck in den gereizten, repetitiven Akkorden der Takte 98 bis 102. Die Posaune – das einzige potenzielle Konkurrenzinstrument des Akkordeons um die Vorherrschaft im Ensemble – spielt über weite Strecken des Stücks gedämpft und darf lediglich zwischen den Takten 132 und 160 mit offenem Klang erklingen.
Ehrlicherweise muss man sagen, dass jedem Instrument sein Moment im Rampenlicht vergönnt ist – mag dieses auch noch so kurz bemessen sein. Doch während es zweifellos an Schönheit und Spannung nicht mangelt – wenngleich von eher krampfhafter Natur –, scheint Freude nicht auf der Tagesordnung zu stehen.
Crossing Lines ist ein ernstes Musikstück. Es hat den Anschein, als suchten die Instrumente nach einer Art elementarer Lebensfreude, würden jedoch durch die äußeren Umstände daran gehindert. Eine tief verwurzelte Frustration manifestiert sich hörbar in den Kratzklängen der Streicher sowie in den tiefen Flatterzungen-Tönen der Posaune. Ein besonders ergreifender Moment ereignet sich in den Takten 148 bis 152: Der Instrumentengruppe gelingt es, sich zu einem wunderschönen – wenn auch wehmütigen – Bb13-9-Akkord zusammenzufinden, nur um sogleich durch das tiefe A des Akkordeons sabotiert zu werden. Die Streicher reagieren darauf hilflos mit gereizten Kratzgeräuschen. Trotz all dieser Ernsthaftigkeit bietet die Musik auch Raum für klangliche Oasen, wie etwa in den Passagen zwischen den Takten 128 und 133 sowie zwischen Takt 165 und 189.
Das Werk entfaltet sich auf bemerkenswert organische Weise. Die Instrumente reichen sich Motive gegenseitig weiter; bisweilen bewegen sie sich in dieselbe Richtung, zu anderen Zeiten trifft ein aufsteigendes Instrument auf ein absteigendes Gegenstück. Die hauchzarte Coda – von Takt 210 bis zum Schluss – zeigt das Akkordeon in einer unbeschwerten Stimmung, wie es seine filigranen Aufwärtsfiguren „in die Nacht“ hinaufwirft – so die Formulierung des Komponisten. Diese aufsteigenden Figuren ziehen sich als wiederkehrendes Merkmal durch das gesamte Werk. Am Ende, während ein fernes Cello aus der Distanz wachsam Wache hält, gönnt sich das Akkordeon jenen Genuss, den es seinen Spielpartnern im Verlauf des gesamten Stücks vorenthalten zu haben scheint.
All dies ist selbstverständlich lediglich die Interpretation der Musik durch einen einzelnen Hörer. Künftigen Interpreten und Hörern des Werks steht es frei, sich der Musik auf jede Weise zu nähern und sie so zu verstehen, wie es ihnen sinnvoll erscheint. Das Werk ist auf der 2003 erschienenen CD „Singing Landscape“ des Labels Euridice zu hören. Die gesamte CD ist der Musik von Aagard-Nilsen gewidmet.
Dem Vorbild seines älteren Kollegen Ketil Hvoslef folgend, hat Torstein Aagard-Nilsen in Crossing Lines auf meisterhafte Weise ein Gleichgewicht und einen inneren Zusammenhalt innerhalb einer recht ungewöhnlichen Instrumentenkombination geschaffen.
Ricardo Odriozola, 25. März 2024
CloseJohannes K. Hildebrandt
geb. 1968 in Quedlinburg, aufgewachsen in Zeitz, Studium in Weimar, über 180 Kompositionen – Kammermusik, Konzerte, Orchesterwerke, Chorwerke und Filmmusik, 1994 Gründung ensemble via nova, Mitglied im Ensemble MIET+, Vorstandsmitglied des DKV, Vorsitzender der Fachgruppe E-Musik (FEM), Vizepräsident des Landesmusikrates Thüringen, Intendant der Weimarer Frühjahrstage. Interpreten: Jenaer Philharmonie, Staatskapelle Weimar, Loh-Orchester, Orchester des Staatstheaters Brandenburg, Staatsphilharmonie Timisoara, Thüringer Symphoniker, Arditti Quartet, Ensemble FLAME, Ensemble Suono Giallo, KNM-Berlin, oh-ton-Ensemble, Ensemble Mosaik, Ensemble Insomnio, Ensemble Black Pencil, Ensemble Quillo, Ensemble L’ART POUR L’ART, Lux:NM, Maulwerker, NEO-Quartett, modern art ensemble u.v.a.
www.JohannesHildebrandt.de
CloseJohannes K. Hildebrandt
drei.zwei
für Violine, Akkordeon und Violoncello (2011/2026)
Das Stück geht zurück auf mein Stück „Drei“ aus dem Jahr 2009, von dem es bisher zahlreiche Varianten gibt. drei.zwei ist die zweite Fassung aus dem Jahr 2011, nun in einer revidierten aktualisierten Fassung für die Intersonanzen 2026. Die Struktur und Idee der Stücke dieser Reihe ist gleich, 3 Akteure, die in unterschiedlichen Konstellationen agieren, zu zweit, zu dritt und auch allein. Erst ganz am Ende finden die drei Akteure zu einem gemeinsamen Spiel, um dann doch wieder einzelne Wege zu gehen. In drei.zwei werden die Instrumente sehr dicht geführt, was zu einem hohen Verschmelzungsgrat führt. Alles Weitere liegt in der Phantasie des Hörers.
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Markus Wettstein, 1963 bei Zürich geboren, studierte Chorleitung und Komposition an den Musikhochschulen Luzern und Basel. 1997 kam er durch ein Arbeitsstipendium nach Berlin, wo er sich als Mitglied mehrerer Ensembles mit frei improvisierter Musik beschäftigte. Zur selben Zeit begann eine intensive Auseinandersetzung mit Fundgegenständen als Klangerzeuger. Es bildete sich eine ungleichstufige Mikrotonalität heraus, in der die Zufallstonhöhen der Fundgegenstände zunehmend mit reinen Intervallen und quasi diatonischen Fragmenten konfrontiert werden. Klare, eindeutig fassbare Strukturen treffen auf komplexes Material, das sich schwer einordnen und nur teilweise kontrollieren lässt. Seit 2018 entstanden mehrere konzeptuelle Arbeiten von mehr als einer Stunde Dauer.
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Markus Wettstein
strang
für Violine, Violoncello, Posaune und Akkordeon
2026 UA
Dem Stück liegt eine Tonfolge zugrunde, die durch einen einfachen Logarithmus aus dem deutschen Wort STRANG und seiner Übersetzung in zwölf weitere europäische Sprachen entstanden ist. Gemeinsam tasten sich die vier Instrumente ihr entlang. Dabei ereignen sich Unschärfen, und die Klangfarben werden ständig neu gemischt. Zum Schluss kehrt das Stück an seinen Ausgangspunkt zurück.
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Sofia Asgatowna Gubaidulina wurde am 24. Oktober 1931 im sowjetischen Tschistopol geboren, einer Kleinstadt in der Tatarischen Autonomen Sowjetrepublik westlich des Urals, der natürlichen Grenze zwischen Europa und Asien. Ihr Vater war Wolgatatar und von Beruf Vermessungsingenieur, ihre Mutter russisch-polnischer Abstimmung; in der Familie wurde Russisch gesprochen. Noch als Kind zog sie mit ihrer Familie in die tatarische Hauptstadt Kasan, wo sie an der Musikschule und am Konservatorium Unterricht erhielt und Klavier und Komposition studierte. Nach Beendigung ihrer Ausbildung übersiedelte sie 1954 nach Moskau und studierte am dortigen Konservatorium bis zu ihrem Abschluss im Jahr 1961 bei Nikolai Pejko und Wissarion Schebalin.
Nach der Aufnahme in den Komponistenverband, die für alle, die in der Sowjetunion ihren Lebensunterhalt mit Komponieren bestreiten wollten, einen wichtigen Schritt darstellte, arbeitete sie als freischaffende Komponistin und schrieb zunächst Musik für Kinder und – was noch wichtiger war – Filmmusik. Diese wurde in den nächsten 30 Jahren ihre wichtigste Einnahmequelle.
Als junge Komponistin in Moskau profitierte Gubaidulina stark von dem Kontakt zu Gleichgesinnten und der relativ offenen kulturellen Atmosphäre in der späten Chruschtschow-Ära. Damals traf sie auch erstmals auf wichtige Interpret*innen wie den Perkussionisten Mark Pekarsky (für den sie viele Stücke wie Stunde der Seele, 1976, rev. 1988, schrieb), den Fagottisten Waleri Popow (Konzert für Fagott und tiefe Streicher, 1975) und den Akkordeonisten und Bajanisten Friedrich Lips, für den sie das Solostück De profundis (1978) und das Kammerkonzert Sieben Worte für Bajan, Violoncello und Streicher (1982) komponierte, dessen Violoncellostimme Vladimir Tonkha, einem weiteren Verfechter ihrer Musik, gewidmet ist.
Bereits damals wurde anhand der Titel und des Charakters der Werke Gubaidulinas Faszination für die Religion deutlich, was ihr Ärger mit den sowjetischen Behörden einbrachte, vor allem bei Aufführungen ihrer Musik im Ausland. 1980 schrieb sie mit Offertorium ihr erstes Violinkonzert (das sie später noch zweimal überarbeitete) für Gidon Kremer, der es in der ganzen Welt aufführte. Das Werk verschaffte ihr internationale Beachtung und Auftragswerke vieler weiterer Interpreten und Interpretinnen und Orchester aus Westeuropa, den USA und Japan.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion siedelte sie 1992 in ein kleines Dorf bei Hamburg über, in dem sie bis zu ihrem Tod am 13. März 2025 lebte. Ihr musikalisches Oeuvre ist beachtlich. Es umfasst eine ganze Reihe von Orchesterstücken aus den späten sowjetischen Jahren wie Stimmen… verstummen… (1986) sowie erste Werke der postsowjetischen Zeit wie Zeitgestalten (1994) und Das Licht des Endes (2003) bis hin zu Der Zorn Gottes (2020), einem ihrer stärksten Werke. Darüber hinaus schrieb sie zwei weitere Violinkonzerte, mehrere Konzerte für Violoncello und einige andere Konzerte, darunter eines für ihr geliebtes Bajan sowie eines für japanische Instrumente und Symphonieorchester.
Für Gubaidulina selbst hatten die Chor- und Orchesterwerke besondere Bedeutung, am meisten vielleicht das abendfüllende gigantische Diptychon der Johannes-Passion (2000) und sein Gegenstück Johannes-Ostern (2001). Doch sie schrieb auch viel Kammermusik und pflegte ihre guten Beziehungen zu einzelnen Interpretinnen und Interpreten.
Im Laufe der Jahre wurde Gubaidulina mit zahlreichen Preisen, Ehrungen und Auszeichnungen bedacht. 2021 fanden anlässlich ihres 90. Geburtstags weltweit etliche Veranstaltungen zu Ehren ihres Lebens und Werks statt. Ihr größter Wunsch bestand jedoch immer darin, zuhause ungestört komponieren zu können.
Sofia Gubaidulinas Werke sind bei Boosey & Hawkes/Sikorski erschienen.
Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Gerard McBurney/Boosey & Hawkes
Close„Silenzio" (Stille) ist der Akkordeonistin Elsbeth Moser gewidmet, die auch die Uraufführung zusammen mit der Geigerin Kathrin Rabus und dem Cellisten Christoph Marks spielte. Das Stück ist ursprünglich für Bajan geschrieben, eine Knopfharmonika, die ihr als Folklore-Instrument aus ihrer tatarischen Heimat vertraut ist. Die ungewöhnliche Anordnung der Knöpfe und die daraus resultierende Spieltechnik hat Gubaidulina nicht zufällig mit deutschem Fachwerk verglichen, wo die hölzerne Struktur eines Bauwerks offengelegt statt verborgen wird.
Wie die Komponistin erklärt, muss der größte Teil des Werkes Pianissimo gespielt werden. Dabei hatte sie aber nicht die Absicht, Stille darzustellen oder einen ähnlichen Eindruck zu erwecken. Für sie ist die Stille das Fundament, auf dem die Dinge wachsen. Exakte rhythmische Proportionen kehren in allen fünf Sätzen in unterschiedlichen Formen wieder, mal nur verborgen, mal ganz offensichtlich als Proportionen von Notenlängen. Im Finale werden verborgene und offenkundige Proportion zur Synthese gebracht: Das gleiche Zahlenverhältnis 7:2:5, das die drei Abschnitte des Satzes zueinander in Proportion setzt, liegt auch den ständig wiederkehrenden rhythmischen Sequenzen des Akkordeons zugrunde, der quasi Variationen über einen Rhythmus spielt.“ (Keith Anderson)
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Dr. Alex Nowitz (1968) ist Komponist und vokaler Performancekünstler, künstlerischer Forscher, Autor und Kurator des Festivals DESIGNING VOICES. Als Komponist schuf Alex Nowitz zwei abendfüllende Opern, Werke für Tanz- und Sprechtheater, Kammermusiken, Orchesterstücke, Installationskonzerte und elektroakustische Musiken. Als Tenor und Countertenor, Pfeifvirtuose, Gesang- und Sprechkünstler erschuf er diverse Soloformate, wofür er am Studio for Electro-Instrumental Music (STEIM) in Amsterdam eine mit Sensortechnik ausgestattete, gestengesteuerte Live-Elektronik, das STROPHONION, entwickelte. Die Universität der Künste Stockholm verlieh ihm 2019 den Doktorgrad. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. ECPNM/ISCM Göteborg, Cité Int. des Arts Paris, Villa Aurora Los Angeles, Arbeitspaketstipendium des Landes Brandenburg.
https://nowitz.de/
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Programmnote zur Uraufführung von
Alex Nowitz: Orpheus-Meditationen
für das Ensemble QUILLO im Rahmen der intersonanzen 2026
des Brandenburgischen Vereins für Neue Musik e.V. (bvnm)
_____________
ALEX NOWITZ
Orpheus-Meditationen
für vier Musiker und ihre Stimmen
(Posaune, Akkordeon, Violine, Cello)
köpfe rollen, immer noch singend /
orphische fantasien / [...]
dorthin geht er /
der traum von amerika /
kein wunder, ein bloßer rückruf /
packt das haus der hoffnung ein
Das Gedicht Orpheus-Meditation ist unter dem Eindruck der Wahl des 45. Präsidenten der USA Ende 2016 entstanden und liegt in einer englischen und deutschen Fassung vor. Die Wortbestandteile aus dem Gedicht liefern zusätzliches Klangmaterial für die Interpreten. Die Komposition Orpheus-Meditationen geht über das Konzept einer gewöhnlichen Vertonung eines Textes hinaus und unternimmt den Versuch einer gegenseitigen Durchdringung von sprachlichen und instrumentalklanglichen Elementen. Es will eine Musizierhaltung provozieren, die sich widerspenstig zeigt und ihre eigene ästhetische Welt zu erschaffen imstande ist, wo die stimmlichen und instrumentalen Möglichkeiten im Zusammenspiel erforscht, somit ungewöhnliche Klangareale erschlossen und performative Präsentationsformen erprobt werden. Die choreografischen Elemente werfen die Frage nach der Zielrichtung auf: wohin bewegen wir uns eigentlich?
CloseAndreas Willers, geb. 1957 in Rendsburg (Schleswig-
Holstein), wohnt in Kleinmachnow bei Berlin.
1979/80 Studium u.a bei Joe Diorio am Musicians Institute in Los Angeles (USA), 1982/83 Teilnehmer amModellversuch Popularmusik d. HfM Hamburg bei denProfessoren Manfred Schoof und Siggi Busch, 1983 Master Classes bei John Abercrombie und Dave Holland an der Banff School of Fine Arts, Kanada.
Seither freiberufliche Tätigkeit als Gitarrist und Komponist, erste Veröffentlichungen und überregionale Auftritte ab 1981, Konzerttourneen durch das Goethe Institut, Preise (Dt. Phono Akademie, SWR-Jazzpreis) und Stipendien (Land Berlin, Land Brandenburg, Musikfond).
Seit 1985 Unterrichtstätigkeit, 1991-96 als Dozent für Jazzgitarre und Ensemble an der Hochschule Hanns Eisler in Berlin. Autor von Workshopartikeln über Jazzimprovisation und Performance für die Fachzeitschrift ‚Gitarre & Bass‘, Jurortätigkeiten für die Landesmusikräte in Berlin und Brandenburg, dem Bundeswettbewerb ‚Jugend Jazzt‘ u.a.
Regelmäßige internationale Konzerttätigkeit, Festivalauftritte, Zusammenarbeit mit vielen Größen der internationalen (Paul Bley, David Murray, Mark Dresser, Jim Black, Louis Sclavis, Enrico Rava, Trilok Gurtu, Urs Leimgruber u.v.a.) und der einheimischen Jazz und Improvisationsmusik (C., J. & M. Bauer, Matthias Müller, Achim Kaufmann, Axel Dörner u.v.a.) auf mittlerweile 60 Plattenveröffentlichungen.
Mitwirkung als E-Gitarrist in der Neuen Musik (Ensemble e-werk), an der Komischen Oper Berlin und bei Oper Oder Spree.
Komponist von Jazz, geistlicher Musik und Neuer Musik (Göttinger Gitarrentage, Boreas Ensemble, Jazz Baltica Ensemble, NDR Bigband).
- „Andreas Willers verbindet unterschiedlichste kontrastierende Techniken, Klangwelten und Traditionen zu einem eigenen, bei aller Klangvielfalt leicht
identifizierbaren Sound.“ rororo Jazzlexikon
- ‚Herr Willers can burn with the best of them. His musical resume is beyond extensive and varied.‘ M. Hogue, AAJ
www.andreaswillers.de
CloseZusammen halt - Andreas Willers (*1957)
für das Ensemble Quillo (Quartett), März 2026
Das Werk ‚Zusammen halt‘ reflektiert gesellschaftliche Fragmentierungs- und Findungsprozesse sowie den Wert von Ambiguitätskompetenz und Kommunikation gegenüber sich entwickelnden Spaltungsprozessen und die Zersetzung der normativen Kraft sozialer Gemeinsamkeit in den Echokammern der digitalen Realität. Die ungewöhnliche Quartettbesetzung mit zwei Streichinstrumenten plus Posaune und Akkordeon eröffnet dafür verschiedene Kombinationsmöglichkeit der klanglichen Darstellung von sich gegenseitig beeinflussenden Polarisierungs- und Anziehungsprozessen, unter anderem durch den Einsatz von avancierten Spieltechniken, die Einbeziehung von reduzierten Strukturen rein klanglicher Natur sowie da kurze, quasi splitterhafte Aufzucken entfernt vertrauter, halb-erinnerter tradierter Motivik.
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The Composer-Performer Lounge
Katia Guedes: Schleppnetz/arrastão Performance for Soprano and Tape (2026)
Katia Guedes: Schleppnetz/arrastão
Performance for Soprano and Tape
Inspiriert bin ich von einem Satz von Ailton Krenak, einem brasilianischen Indianer, Philosoph und Schriftsteller, der unsere moderne Zivilisation sehr kritisch betrachtet:
“Wenn der Mensch einen Berg erklettern möchte, kann er nicht seinen Kühlschrank, sein Fahrrad und sein Haus mitnehmen.” Er redet über alle Materialien, die wir in unserem Leben sammeln und mitschleppen. Dieser ganze Besitz kostet Geld und unsere Arbeitszeit, unsere Energie. Ich möchte durch dieses Stück eine Reflexion anbieten, mit der visuell gezeigt wird, was wir alles mit uns schleppen und dabei denken: ohne all das könnten wir nicht gut leben.
Das Wort “arrastão” bedeutet auf Portugiesisch sowohl das unsortierte Fischen, bei dem unnötig Fische als Beifang ohne Nutzen gefangen werden, als auch ein Betrug oder ein Diebstahl in Gruppen. In meiner Darstellung werden alle möglichen Objekte an ein Fischernetz gebunden, sie werden als Last gezeigt, dienen aber auch als Klangteppich.

KATIA GUEDES – Sopran, Komposition
Geboren in São Paulo, Brasilien. Studium (Oboe, Gesang und Komposition) an der USP Brasilien. Aufbaustudium an der HfM Hanns Eisler bei Inge Uibel sowie Masterstudien in Musik- und Theaterwissenschaft, TU und FU, in Berlin.
Internationale Konzerttätigkeit in mehrere Musikfestspiele u.a. bei Semperoper Dresden, Biennale Salzburg, Münchener Biennale, MaerzMusik, Ultraschall und Teatro Real Madrid mit den Ensembles Mosaik, KNM Berlin, Modern Art Sextett, nieuw ensemble amsterdam, Kammerorchester Basel, Klangforum-Wien, Berliner Symphoniker, Jenaer Philharmonie.
Als Komponistin aufgetreten in der Diagonale-Bielefeld, Pyramidale, BKA-Berlin, Lissabon, São Paulo, Festival Intersonanzen, Festival Avignon sowie in dem Festival BAM Berlin mit ihrem ersten Musiktheaterstück.
www.katiaguedes.me
Schleppnetz/arrastão
Performance for Soprano and Tape (30 min)
Inspiriert bin ich von einem Satz von Ailton Krenak, einem brasilianischen Indianer, Philosoph und Schriftsteller, der unsere moderne Zivilisation sehr kritisch betrachtet:
“Wenn der Mensch einen Berg erklettern möchte, kann er nicht seinen Kühlschrank, sein Fahrrad und sein Haus mitnehmen.” Er redet über alle Materialien, die wir in unserem Leben sammeln und mitschleppen. Dieser ganze Besitz kostet Geld und unsere Arbeitszeit, unsere Energie. Ich möchte durch dieses Stück eine Reflexion anbieten, mit der visuell gezeigt wird, was wir alles mit uns schleppen und dabei denken: ohne all das könnten wir nicht gut leben.
Das Wort “arrastão” bedeutet auf Portugiesisch sowohl das unsortierte Fischen, bei dem unnötig Fische als Beifang ohne Nutzen gefangen werden, als auch ein Betrug oder ein Diebstahl in Gruppen. In meiner Darstellung werden alle möglichen Objekte an ein Fischernetz gebunden, sie werden als Last gezeigt, dienen aber auch als Klangteppich.
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Dietrich Petzold: Morpheus‘ Wake für Violine und Zuspiel (2026) UA
Jahrgang 1954
1959 bis 1970 klassische Violinausbildung (in Eisenach und Weimar)
seit 1975 als Geiger und Bratscher solistisch tätig in verschiedenen Besetzungen,
LP- und CD- Produktionen, Film und TV (u.a. mit: Klaus- Lenz-Big-Band, Chris Jarrett, Mikis Theodorakis, Zotos Compania, Johannes Bauer, Ahmed Aslan, Kemal Dinç, Wu Wei, Tristan Honsinger, Butch Morris)
live-Musik zu Vernissagen, Autorenlesungen, (u.a. Peter Brasch, Günther Grass)
Lehrtätigkeit (u.a.für berliner schule für schauspiel und HfS »Ernst Busch« Berlin)
seit 1980 zahlreiche Kompositionen und live-Musiken für Theater, Film, TV (u.a. für Deutsches Theater Berlin, Bühnen d. Stadt Gera, Kleist-Th. Frankfurt, DEFA, Mecklenbg. Landesth. Schwerin, Landesth. Greifswald/ Stralsund, Hackesches Hofth, Neues Theater Halle, Theater Senftenberg, Theater an der Parkaue, Teatret Vart Molde / Norwegen, Junges Theater Zürich, Staatstheater Cottbus)
ca. 40 Musiken für Hörspiel und Feature u.a. für SWF, MDR, NDR, DR, ORF, RBB)
Tonregie u.a. für live-Aufnahmen Tuscan Sun Festival (IMG Artists), Randspiele-Festival, Intersonanzen-Festival
Im eigenen Tonstudio zahlreiche Hörbücher und Kammermusikproduktionen
Derzeit vorwiegend tätig als Musiker und Komponist für Schauspiel im Staatstheater Cottbus, darüber hinaus Stu- dioproduktionen, auch als Autor und Regisseur (u. a. Feature für DLF)
Ehrenamtlich: Förderband e.V. Kulturinitiative Berlin, Vorstandsvorsitzender
Alex Nowitz: Im Dickicht der unsichtbaren Drähte für Stimme und gestenkontrollierte Live-Elektronik (Strophonion) (2023)
Alex Nowitz
Im Dickicht der unsichtbaren Drähte (2023)
für Stimme und gestenkontrollierte Live-Elektronik (Strophonion)
Die Performancekomposition präsentiert die vielfältigen Möglichkeiten individuell erweiterter Stimmkunst. Mithilfe gestenkontrollierter Live-Elektronik, dem sog. Strophonion, und der Anwendung diverser Live-Sampling-Verfahren ist es dem Performer möglich, die eigene Stimme im Augenblick aufzunehmen sowie unmittelbar und, falls nötig, manipuliert wiederzugeben. Das Original begegnet quasi in Echtzeit seinem Klon. Das Ergebnis ist ein irrwitziges Geflecht aus Live-Stimme und ihrem Spiegelbild – ein abstraktes und dennoch humorvolles Vokalspektakel entsteht. Dabei werden nicht nur erweiterte Stimmtechniken und ihr computertechnisch bedingtes Manipulationspotenzial, sondern auch eine Spielpraxis offengelegt, die ein einzigartiges Bewegungsvokabular vom Performer erfordert. Die Anwendung diverser Sensoren ermöglicht die kontinuierliche Messung von Hand- und Armbewegungen, deren Daten unaufhörlich in klanglich-musikalische Parameter übersetzt werden. Diesen Prozess beeinflusst der Musiker mit seinen Bewegungen entsprechend und steuert so das elektronische Klanggeschehen. Die Personalunion von Stimmkünstler und Elektronikmusiker erschafft in diesem Fall eine neuartige Kategorie von Performancepraxis, die ich der Einfachheit halber ‚vokalen Klangtanz‘ nenne.
Dr. Alex Nowitz (1968) ist Komponist und vokaler Performancekünstler, künstlerischer Forscher, Autor und Kurator des Festivals DESIGNING VOICES. Als Komponist schuf Alex Nowitz zwei abendfüllende Opern, Werke für Tanz- und Sprechtheater, Kammermusiken, Orchesterstücke, Installationskonzerte und elektroakustische Musiken. Als Tenor und Countertenor, Pfeifvirtuose, Gesang- und Sprechkünstler erschuf er diverse Soloformate, wofür er am Studio for Electro-Instrumental Music (STEIM) in Amsterdam eine mit Sensortechnik ausgestattete, gestengesteuerte Live-Elektronik, das STROPHONION, entwickelte. Die Universität der Künste Stockholm verlieh ihm 2019 den Doktorgrad. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. ECPNM/ISCM Göteborg, Cité Int. des Arts Paris, Villa Aurora Los Angeles, Arbeitspaketstipendium des Landes Brandenburg.
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Composer-Performer — intersonanzen 2026
Alex Nowitz
Im Dickicht der unsichtbaren Drähte
für Stimme und gestenkontrollierte Live-Elektronik (Strophonion)
- Komponist & Ausführender: Alex Nowitz (Stimme/Live-Elektronik)
Programmnotiz
Die Performancekomposition präsentiert die vielfältigen Möglichkeiten individuell erweiterter Stimmkunst. Mithilfe gestenkontrollierter Live-Elektronik, dem sog. Strophonion, und der Anwendung diverser Live-Sampling-Verfahren ist es dem Performer möglich, die eigene Stimme im Augenblick aufzunehmen sowie unmittelbar und, falls nötig, manipuliert wiederzugeben. Das Original begegnet quasi in Echtzeit seinem Klon. Das Ergebnis ist ein irrwitziges Geflecht aus Live-Stimme und ihrem Spiegelbild – ein abstraktes und dennoch humorvolles Vokalspektakel entsteht. Dabei werden nicht nur erweiterte Stimmtechniken und ihr computertechnisch bedingtes Manipulationspotenzial, sondern auch eine Spielpraxis offengelegt, die ein einzigartiges Bewegungsvokabular vom Performer erfordert. Die Anwendung diverser Sensoren ermöglicht die kontinuierliche Messung von Hand- und Armbewegungen, deren Daten unaufhörlich in klanglich-musikalische Parameter übersetzt werden. Diesen Prozess beeinflusst der Musiker mit seinen Bewegungen entsprechend und steuert so das elektronische Klanggeschehen. Die Personalunion von Stimmkünstler und Elektronikmusiker erschafft in diesem Fall eine neuartige Kategorie von Performancepraxis, die ich der Einfachheit halber ‚vokalen Klangtanz‘ nenne.
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Gebhard Ullmann: für Bassklarinette allein (2021) – Gospel (2021) UA
Zwei Solostücke für Bassklarinette, miteinander verbunden durch Improvisationen
Gebhard Ullmann gilt seit den 80er Jahren als eine der führenden Musikerpersönlichkeiten sowohl der Berliner als auch der internationalen zeitgenössischen musikalisch übergreifenden Szenen und hat mittlerweile 70 CDs/LPs als Leiter/Co-Leiter oder/und Komponist veröffentlicht.
Seine Kompositionen werden von der Wiener Universal Edition veröffentlicht. Er komponierte drei Streichquartette Streichquartette (CD ‚String Quartets’ 2025 Challenge Classics/Fineline) diverse Kammermusiken und viele großorchestrale Werke.
Sein grossorchestrales Holzbläser/Akkordeon Projekt Tá Lam aus dem Jahr 1990 gilt heute als Meilenstein dieser Art von genreübergreifender Musik. Sein Konzert für Altsaxophon und Orchester wurde im März 2026 uraufgeführt.
Derzeit arbeitet er an dem Projekt Module für Orchester, (37 Minuten sind derzeit veröffentlicht) und an einem Harry Partch Projekt mit der Kölner Musikfabrik.
Gebhard Ullmann gilt seit den 80er Jahren als eine der führenden Musikerpersönlichkeiten sowohl der Berliner als auch der internationalen zeitgenössischen musikalisch übergreifenden Szenen und hat mittlerweile 70 CDs/LPs als Leiter/Co-Leiter oder/und Komponist veröffentlicht.
Seine Kompositionen werden von der Wiener Universal Edition veröffentlicht. Er komponierte drei Streichquartette Streichquartette (CD ‚String Quartets’ 2025 Challenge Classics/Fineline) diverse Kammermusiken und viele großorchestrale Werke.
Sein grossorchestrales Holzbläser/Akkordeon Projekt Tá Lam aus dem Jahr 1990 gilt heute als Meilenstein dieser Art von genreübergreifender Musik. Sein Konzert für Altsaxophon und Orchester wurde im März 2026 uraufgeführt.
Derzeit arbeitet er an dem Projekt Module für Orchester, (37 Minuten sind derzeit veröffentlicht) und an einem Harry Partch Projekt mit der Kölner Musikfabrik.
Sabine Vogel: CH’ÍICH für Keramikflöten, Zuspiel und fixed media (2023)
CH'ÍICH für Keramikflöten, Zuspiel und fixed media von Sabine Vogel (2023)
Im Januar 2023 verstarb mein Vater. Während seiner letzten Wochen spielte ich für ihn häufig auf einer Keramikflöte, die nach Vorbild alter Mayatempelflöten von Nash Tavewa vom Volk der Bene Walash gebaut wurde und las ihm aus seinem Mexikoreisetagebuch vor. Für ihn war es Erinnerung, für mich Vorbereitung auf eine zukünftige Reise, die ich kurz nach seinem Tod machte. Mit dem Tagebuch und der Flöte im Gepäck flog ich dann nach Yucatán.
Im Zentrum des Mayadorfes Yaxunah liegt die Cenote Lol-ha. Dort unten klingen die Alltagsgeräusche des Dorfes wie ein Echo aus einer anderen Welt. Die alten Maya glaubten, dass Cenotes mit der Unterwelt verbunden sind und dass das Eintauchen in eine Cenote Sterben und Wiedergeburt ist.
Ich spielte die Flöte in der Tempelanlage von Yaxunah und für die Menschen im Dorf. Dies und die Cenote ließen mich eintauchen, mich verabschieden, trauern und loslassen.
Das Wort Ch’íich war das erste Wort, das ich auf Maya lernte. Es bedeutet ‚Vogel‘. Ch’íich ist meinem Vater gewidmet.
CH'ÍICH für Keramikflöten, Zuspiel und fixed media von Sabine Vogel (2023)
Im Januar 2023 verstarb mein Vater. Während seiner letzten Wochen spielte ich für ihn häufig auf einer Keramikflöte, die nach Vorbild alter Mayatempelflöten von Nash Tavewa vom Volk der Bene Walash gebaut wurde und las ihm aus seinem Mexikoreisetagebuch vor. Für ihn war es Erinnerung, für mich Vorbereitung auf eine zukünftige Reise, die ich kurz nach seinem Tod machte. Mit dem Tagebuch und der Flöte im Gepäck flog ich dann nach Yucatán.
Im Zentrum des Mayadorfes Yaxunah liegt die Cenote Lol-ha. Dort unten klingen die Alltagsgeräusche des Dorfes wie ein Echo aus einer anderen Welt. Die alten Maya glaubten, dass Cenotes mit der Unterwelt verbunden sind und dass das Eintauchen in eine Cenote Sterben und Wiedergeburt ist.
Ich spielte die Flöte in der Tempelanlage von Yaxunah und für die Menschen im Dorf. Dies und die Cenote ließen mich eintauchen, mich verabschieden, trauern und loslassen.
Das Wort Ch’íich war das erste Wort, das ich auf Maya lernte. Es bedeutet ‚Vogel‘. Ch’íich ist meinem Vater gewidmet.
Ermöglich durch durch das Acoustic Ecology Lab Mexiko-Deutschland (Tania Rubio) 2023 und Akademie der Künste Berlin. UA am 20.08.23 Time To Listen Festival, AdK Berlin
Video: https://vimeo.com/907776179
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Sunday, 7 June 2026
Soundwalk – Hör-Expedition: Klänge der Stadt
Konzert der Musikschulen
Städtische Musikschule »J. S. Bach« Potsdam
Holzbläsertrio „Bonny“
Henny H., Querflöte (17, 10. UJ)
Henrike Kremer, Oboe (19, 5. UJ)
Benno Schulz-Coppi, Klarinette (17, 5. UJ)
Malcom Arnold (1921 - 2006) : Divertimento in C-Dur
1. Allegro energico
2. Languido
3. Andantino
4. Piacevole
Raphael Heinsius, Violoncello (13, 5. UJ)
Judith Mosch-Demuth, Klavier
Wolfgang Köhler (*1960): „Take Seven“ Concert Piece
für Violoncello und Klavier
Dante Lauckner, Gitarre (15, 7. UJ)
Bernhard Opitz (*1967): aus „Rummelplatz-Suite“
3. „Der Tanzbär“
Johannes Dinter, Quartfagott (9, 2. UJ)
Meret Reusser, Quartfagott (11, 2. UJ)
Elisa -Leevke Bohl, Fagott (10, 2. UJ)
Shirley Schramm (* 1965: „Armer Fagottist“
Ensemble Querklang
Gisbert Näther (1948 - 2021): „Launige Flöten“ für 5 Blockflöten
(arr. für gemischtes Ensemble von Shirley Schramm)
Allegro
Merle Albrecht, Blockflöte (14, 9. UJ)
Joschua Heidenreich, Querflöte (14, 5. UJ)
Matilda Belitz, Klavier (13, 6. UJ)
Karlheinz Stockhausen (1928 - 2007) aus „Der Tierkreis“: Nr. 1 „Wassermann“
Frieda Barthold, Klavier (14, 9. UJ)
Felix Dimas Hafner, Klavier (16, 9. UJ)
Jasmine Morris (*2001): Double Bind - Nr. 4
Fields of Lightning for four handed prepared piano
Quite slow
Helmut Schmidinger (*1969): Toccata für Klavier zu vier Händen (2000)
Allegro energico
Posaunenquartett
Johannes Beyer (15, 6. UJ), Karl Ladendorf (16,7. UJ)
Oke Monjé (16, 7. UJ) und Jannis Möller (17, 7. UJ)
Gisbert Näther (1948 - 2021): aus: Fünf Miniaturen für Posaunenquartett
Prelude
Marche
Danse
Musikschule Strausberg
Violinduo Elli und Selma Gruber
Béla Bartók (1881–1945): aus: „44 Duette für 2 Violinen“, Sz. 98 (1931)
Nr. 1: Necklied (Párosító / Teasing Song) – Andante
Nr. 2: Reigen (Kalamajkó / Maypole Dance) – Andante
Nr. 14: Polstertanz (Párnás tánc / Pillow Dance) – Allegretto
Nr. 36: Dudelsack (Bagpipes) – Allegro molto
Bertold Hummel (1925–2002): Tango für 2 Violinen (1989)
Greta Steinbrück, Klavier
Benjamin Lang (*1976):aus: „Drei leichte märchenhafte Stücke“: Plötzlich klopft es (2024) (UA)
Jens Rupp (*1964): Der Stern (2010)
Violinduo Elli und Selma Gruber
Albrecht Rau (*1964):
Kleine Suite für 2 Violinen. Für Elli und Selma Gruber (2026, UA)
I. StartEnde. Maestoso II. Im Waschhaus. Tranquillo III. Walzer col legno. Allegretto
IV. Tanz und Einstimmung. Moderato
Mara Hahn, Klavier
Dmitri Kabalevsky (1904-1987): aus: 24 pieces for children op.39 Nr. 20: Clowns (1947)
Béla Bartók: Mikrokosmos IV (1926-1939): Nr. 113: Bulgarian Rhythm
Sina Hahn
Béla Bartók: Mikrokosmos II: Nr. 48: In mixolydischer Tonart
Anikó Drabon (*1972): Wolkenbilder (2007)
Emil Krause, Akkordeon
Jürgen Ganzer (*1950): aus "17 instruktive Stücke:
Das geheimnisvolle Ding; Spinnweben; Tanz der Kobolde; Grashüpfer; Pustekuchen
Trio (Klavier 6-händig / Okarina / Cajon)
Mara Hahn, Sina Hahn, Miara Piotrowski
Harri Wessman (*1949): aus:“Four pieces for piano six hands“: Little Molly in Paris
Irina Emeliantseva (*1973): Vier kleine Klangabenteuer (2025, UA): Morgensonne, Maschinenmusik, Luftballontanz, Sternenhimmel
Sinfonietta Jugendsinfonieorchester der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark
Anestis Logothetis (1921-1994): Kulmination II (1962)
Klaus Schöpp (*1963): Aufräumen! (2026, UA)
für Flöte und Kammerorchester
Gisbert Näther:
„Der Unendliche Traum“ Sinfonischer Prolog op. 61 (1995)
Flöte solo: Sara-Christine Jünemann
Dirigent: Klaus Schöpp
PM-Ensemble – Inklusive
Seit einiger Zeit gibt es in der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark eine Gruppe Menschen im jugendlichen Alter mit geistiger Beeinträchtigung. Ursprünglich auf Perkussion ausgelegt wurde die Arbeit auf elektronische Instrumente und auch Stimme erweitert und es kamen noch weitere Schlagzeugschüler des PM-Ensembles unterstützend dazu.
Die hier agierende Besetzung präsentiert ein Stück aus Rhythmus und Klanglandschaften welches immer wieder neu auf der Bühne und in Sessions entsteht. Improvisation spielt dabei eine große Rolle. Das Instrumentarium kann immer wieder variabel zusammengestellt werden, mal ausschließlich mit akustischen Instrumenten, mal als Mix mit Electronics. Einzig die Stimme wird live elektronisch verarbeitet, um damit eine eigene und tragende Klanglandschaft zu schaffen.
Daniel-Jannik Beesk – percussion
Mattis Morteani – dr
Markus Olbing – dr, percussion
Jannis Schneider – electronic percussion-pad
Paulina Schulz – percussion
Juliane Siebecke – voc
mit
Theo Guillarmain – support, percussion, electronics
Jan-Philip Mesterom – support, percussion, electronics
Matthias Peter – Komposition, Leitung, electronics, percussion
Rhythm Experience Inspires Sound Experience - R.E.I.S.E. – (2026, UA)
...genau das ist es. Nicht vorhersehbar und immer anders.
Abschlusskonzert Ensemble UnitedBerlin
Das Ensemble unitedberlin ist eine unverzichtbare Größe der internationalen Szene für Neue Musik. Seit 1989 bringt es zeitgenössische Werke zu Gehör, überschreitet faktisch und im übertragenen Sinne Grenzen,
stellt sich schwierigen gesellschaftlichen Themen, mahnt politische Missstände an und erinnert an einschneidende geschichtliche Ereignisse.
Neben den Werken der Komponistinnen Doina Rotaru und Nina Šenk präsentiert es eine Uraufführung von Susanne Stelzenbach sowie weitere Werke von Andreas F. Staffel und den diesjährigen Jubilaren Gabriel Iranyi und Helmut Zapf.
Andreas F. Staffel studierte Komposition bei Bojidar Dimov in Düsseldorf sowie Klavier bei Prof. Oleg Maisenberg in Frankfurt und Stuttgart. Er arbeitete als Dozent und Begleiter. Er nahm an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teil und gab Konzerte und Meisterkurse in Europa, Nord- und Zentralamerika sowie in Zentral- und Südostasien. Er arbeitete mit renommierten Solisten und Ensembles und komponierte zahlreiche Werke für Orchester, Ensemble, Bühnenmusik, Kammermusik und elektroakustische Musik. Er ist Gründer und Direktor der Orpheo Academy und des En Counterpoints Festivals und erhielt Auszeichnungen und Stipendien.
CloseAndreas F. Staffel
Über Luftveränderungen-Sieben Stücke für Bläserquintett
Die Komposition entstand im Herbst/Winter 2025 und schließt an mein Orchesterstück Aÿlos an, in dem ich mich ebenfalls intensiv mit den unterschiedlichen „Färbungen der Luft“ auseinandergesetzt habe. Die einzelnen Stücke stellen dieses Phänomen auf sehr unterschiedliche Weise dar. Im ersten Stück „Opak“ wird der Klang auf vielfältige Weise „eingetrübt“. „Instantan“ behandelt sehr spontane heftige Ausbrüche und Klangeruptionen. Nr.3 Transition ist eine Hommage an die ehrwürdige Form der Klassik, ein Choralsatz in Es-Dur mit leichten mikrotonalen Veränderungen. Colores Nihili behandelt die verschiedenen Stufen der Modulation eines Einzeltones, von Luft, zu äolischem Klang (mit Luftgeräusch) über den „Ordinario“ Ton bis zum Flageolet. Von besonderem Interesse sind hierbei die „Grautöne“ zwischen den einzelnen Klangveränderungen. In Ex oriente Lux verwende ich einen Modus der arabischen Tonleiter, den Maquam Hicaz. Perturbatio ist ähnlich wie Instantan eine Studie über spontane Musikerreaktionen und Gefühlsausbrüche. Der Mittelsteil ist in fünf verschiedenen Stimmungen gesetzt, und parodiert das „aneinander vorbei reden“ einer Diskussionsrunde. Das letzte Stück „ Transluzid“ ist eine Studie über das Spektrum und die Resonanz von As, (der romantischsten aller Tonarten) Das Stück klingt aus in vollkommener Ruhe, mit nur wenigen hauchzarten Veränderungen. Die Titel der einzelnen Sätze sind angeregt durch die Lektüre von John Paul Sartres Hauptwerk: Das Sein und das Nichts“ (1943)
Berlin, 28.12. 2025
CloseNina Šenk wurde 1982 geboren und studierte Komposition an der Musikakademie in Ljubljana bei Pavel Mihelčič. Sie setzte ihr Studium bei Lothar Voigtländer in Dresden sowie an der Hochschule für Musik und Theater München bei Matthias Pintscher fort, wo sie 2008 erfolgreich ihren Masterabschluss erlangte.
Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen zählen der Europäische Preis für die beste Komposition beim Festival „Young Euro Classic“ (für ihr *Konzert für Violine und Orchester*, 2004), der Prešeren-Preis – die höchste staatliche Auszeichnung Sloweniens für herausragende künstlerische Leistungen – sowie der Preis beim Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionswettbewerb des Landes Steiermark (2021). Im Jahr 2024 erhielt Nina Šenk den „Erste Bank Kompositionspreis 2024“, eine der renommiertesten Auszeichnungen im Bereich der zeitgenössischen Musik. Nach Ansicht der Jury zeichnet sich die Komponistin durch ein „hohes Maß an Virtuosität im Umgang mit Form und musikalischer Architektur“ aus.
Ihre Werke wurden auf führenden internationalen Festivals aufgeführt, darunter die BBC Proms, die New York Philharmonic Biennial, die Salzburger Festspiele, Wien Modern, Musica Viva München, der Heidelberger Frühling, das Takefu Festival, das Ljubljana Summer Festival, das Slowind Festival, die Slowenischen Musiktage, die World Music Days und der World Saxophone Congress. Zudem wurden sie in Konzertsälen weltweit von Ensembles und Orchestern präsentiert; hierzu zählen unter anderem das Royal Concertgebouw Orchestra, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das New York Philharmonic Orchestra, das Philharmonische Orchester Straßburg, das Slowenische Philharmonische Orchester, das RTV Slovenia Symphony Orchestra, das Ensemble InterContemporain, das Klangforum Wien, das Ensemble Modern, das Scharoun Ensemble, das Riot Ensemble, das Ensemble Mosaik und die London Sinfonietta.
Seit 2019 ist Šenk Mitglied der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Seit 2018 fungiert sie als künstlerische Leiterin der Konzertreihe „Koncertni abonma Ribnica“ und gehört seit 2020 dem Organisationskomitee des internationalen Festivals für zeitgenössische Musik „New Music Forum Ljubljana“ an. In der Spielzeit 2025/26 ist sie „Composer in Focus“ beim Sinfonieorchester Aachen.
Close„Titel und Idee von Kompositionen sind oft sehr verbunden – die ersten Inspirationen sind meistens die Titel. Es gibt auch Stücke wie Recitativo und Allegro, wo ich rein musikalisch rangehe, ohne Programm.“
„Musik soll körperlich spürbar sein – so wie wir Bach oder Brahms körperlich empfinden können. Wenn es mir gelingt, Hörer:innen emotional zu bewegen, ist das die schönste Bestätigung meiner Arbeit. Das ist die Energie, die Musik weitergibt.“
Closegeboren in Reudnitz (Thüringen), lebt als freischaffende Komponistin in Berlin. Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Hauptfach Klavier /1976 Diplom. Danach als Pianistin tätig, Konzerte, Rundfunkaufnahmen und CD-Einspielungen.
Als Komponistin ist Susanne Stelzenbach durch ihre langjährigen Erfahrungen als Pianistin zeitgenössischer Musik geprägt. Ihr Werkverzeichnis umfasst nahezu alle Gattungen, darunter elektronische Musik, Musiktheater,Orchesterwerke und Texte. Ihre Kompositionen werden von namhaften Interpret:innen weltweit aufgeführt und im Rundfunk gesendet. Susanne Stelzenbach erhielt zahlreiche Kompositionsstipendien, Aufträge und Preise. Bei Kreuzberg Records erschienen zwei Porträt-CDs: 2012 „KUNST" und 2017 „treiben". Neben ihrer kompositorischen Tätigkeit kuratiert und organisiert S. Stelzenbach Konzerte mit zeitgenössischer Musik und war von 2002 bis 2021 künstlerische Leiterin des Festivals für neue Musik und interdisziplinäre Kunstaktionen „pyramidale“ in Berlin Marzahn-Hellersdorf.
CloseSusanne Stelzenbach
Ein Schiff in der Wüste – Raumkomposition UA
für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Klavier (2026)
Das bekannteste Schiff in der Wüste, das am 5.9.1909 im Nebel vor der Küste des Landes, das damals Deutsch- Südwestafrika hieß, auf Grund lief, ist das Wrack des Postdampfers „Eduard Bohlen“. Durch wandernde Sanddünen und eine zurückweichende Küstenlinie liegt das Schiff heute ca. 200 m vom Meer entfernt mitten im Sand der Namib-Wüste. Das Wrack ist ein beliebtes Fotomotiv; in seiner Geschichte war es jedoch auch ein leiser Mitspieler im großen Gefüge der Ungerechtigkeit...
Alle Musiker:innen des Ensembles, inklusive des Klaviers, agieren solistisch und nehmen – abhängig vom Aufführungsort – ihre Spielpositionen mit möglichst großem Abstand zueinander ein. Die Komposition beginnt mit langen Tönen in den Bläsern, aus denen eine sich ständig verändernde Klanglandschaft entsteht. In der Mitte des
Stückes entwickeln sich Turbulenzen, die sich nie ganz beruhigen.
Closegeboren in Klausenburg, Rumänien. Komposition-Studium an der Musikuniversität Klausenburg. Er war von 1971 bis 1977 Professor für Kontrapunkt in Jassy an der „George Enesco“ Musikuniversität. Er nahm 1978 und 1984 als DAAD-Stipendiat an den Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik teil. Begegnungen mit György Ligeti, György Kurtág und Morton Feldman.
Zahlreiche Vorträge an Musikuniversitäten wie „Hanns Eisler“ Berlin, UdK Berlin, NYU New York, Milwaukee, Oldenburg, Rostock, Bukarest und Klausenburg und EPTA-Bonn. Kompositionspreise und zahlreiche Aufführungen bei internationalen Musikfestivals in Europa, Amerika und Asien. Seine Werke erscheinen beim Verlag Neue Musik Berlin, seine CDs bei Kairos Wien, Kreuzberg Records und Hungaroton Classic.
CloseDie rumänische Komponistin Doina Rotaru arbeitet häufig mit Archetypen und Symbolen, die sie kunstvoll in ihre fließenden Heterophonien einwebt. Dabei verbindet sie archaische rumänische Einflüsse mit zeitgenössischen Techniken und Strukturen.
Geboren 1951 in Bukarest, hat sie bisher über 120 Werke komponiert, die nahezu alle musikalischen Genres abdecken: von Solo-, Kammer- und Chorwerken bis hin zu Orchesterwerken, von Kompositionen, die Instrumental- und elektronische Musik verbinden, bis hin zu Puppentheatermusik.
Ihre Musik wurde weltweit in zahlreichen Konzerten und Festivals aufgeführt.
Doina Rotaru wurde von der Rumänischen Akademie (1996) und dem Rumänischen Komponistenverband (zehn Preise zwischen 1981 und 2015) ausgezeichnet und gewann 1994 den Ersten Preis beim Internationalen Gedok-Wettbewerb in Mannheim. Sie hielt Vorträge über ihre Musik in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Japan, Island, Schweden, Polen, Italien und Spanien.
Seit 1990 lehrt sie an der Nationalen Musikuniversität Bukarest, wo sie von 2008 bis 2013 auch die Kompositionsabteilung leitete.
CloseDie Strenge der Konstruktion, aber auch die Vorliebe für Improvisation, die maximale Stilisierung der symbolischen Formen, aber auch ihre Ausschmückung mit Ornamenten, wie in einer „Polyphonie der Dekoration“, sowie der rhythmische Rückgriff auf geometrische Figuren wie Quadrat, Kreis, Dreieck, Spirale und Säule – dies sind nur einige der Leitmotive, die uns fesseln und uns einladen, die geheimnisvolle Schönheit einer Welt in ständiger Entwicklung zu entdecken, sowie den „Aufstieg des Denkens im Gebet“ – wie er durch die Flötenklänge in den meisten Werken von Doina Rotaru angedeutet wird. Titel wie “Crystals, Trojets, Magische Kreise, Florilegium, Lichter des Regenbogens“ usw. besitzen eine visuelle Klangfülle.
„Im Einklang mit der Vision des Aufstiegs und der inneren Erleuchtung; mit der spirituellen Entwicklung vom Stadium der Dunkelheit, des Halbschattens, zum Stadium des Lichts: Mit der Erlangung der Transzendenz durch Beschwörung und Gebet setzt Doina Rotaru mit jedem neuen Werk ihre „Untersuchungen“ in der „Alchemie“ des Lichts fort.
Despina Petecel-Theodoru: “From Mimesis to Archetype”
CloseHelmut Zapf wurde am 4. März 1956 in Thüringen geboren. Von 1974 bis 1979 absolvierte er das Studium der Kirchenmusik in Eisenach. Danach war er drei Jahre als Kantor in Eisenberg (Thüringen) tätig. Von 1982 bis 1986 studierte er als Meisterschüler für Komposition an der Akademie der Künste der DDR bei Georg Katzer. Seither arbeitet er als freiberuflicher Komponist und wohnt in Panketal. 1992 gründete er die Konzertreihe Randspiele in der Ev. Sankt-Annen-Kirche in Zepernick. Seit 1987 unterrichtet er an der HfM Hanns Eisler, ab 1990 ist er auch als Kompositionslehrer in der SVA an den Musikschulen Kreuzberg und Neukölln tätig. 1995 wurde Zapf die Leitung des Workshops zum Wettbewerb „Jugend Komponiert" im Land Brandenburg übertragen. 2015 wurde er als Mitglied der Akademie der Künste in Berlin berufen. Preise und Stipendien im In- und Ausland, u.a. auch den Verdienstorden des Landes Brandenburg im Jahr 2024. www.helmutzapf.com
CloseZusammenklang III für Bläserquintett und Klavier (1989-91)
Der Schaffenszeit von ZUSAMMENKLANG I-III (1987-1991) lag besonders ein Gedanke zugrunde: Musik als Zustand von Musik, und das bedeutete, den Klang als durchkomponiertes Element erlebbar zu machen. Dies versuchte ich durch flexibles Reagieren der musikalischen Parameter, sodass der Klang in jedem Augenblick als Einzelereignis stehen konnte, aber mehr wollte: im zeitlich-linearen Verlauf sich fortzupflanzen, wobei auch die Form der Komposition sich durch das Zusammenklingen der beteiligten Stimmen entwickelte und zu einem Klangorganismus zusammenwuchs, der sehr wohl Solistisches entstehen ließ und es ebenso wieder in sich aufnahm.
Ich glaube aber, Emotion und Konstruktion bedingen einander, und so verdeutlichen besser zwei Mottos aus Zusammenklang I und II das Gemeinte, nicht weil es die Stücke erklärt, sondern weil es eine Haltung zeigt, die auch im Zusammenklang III mitschwingt.
"...wenn Klänge und Düfte sich im Winde drehen..." aus „Abendklänge" von Baudelaire
„Viel hat von Morgen an, seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander, erfahren der Mensch; bald sind wir aber Gesang." (aus der „Friedensfeier" von Hölderlin)
Saturday, 13 June 2026
Brückenkonzert Hof Quillo
Tuesday, 17 November 2026
Abschlusskonzert des Cottbusser Musikherbstes
