A sun of one’s own – Epilogue

A sun of one’s own – Epilogue

a sun of one’s own – Epilogue (2020) für Fagott und Violoncello von Elnaz Seyedi bezieht sich auf Friedrich Nietzsches Aphorismus aus Die fröhliche Wissenschaft: „Ich will für mich eine eigene Sonne schaffen.“ Auch Edvard Munchs von Nietzsche inspiriertes Gemälde Die Sonne (1911) bildet einen gedanklichen Hintergrund. Entgegen der Erwartung eines strahlenden Klangbildes entfaltet das Stück jedoch eine eher dunkle, kontemplative Klangwelt. Fagott und Violoncello bewegen sich vorwiegend in tiefen Registern und bilden ein ruhiges, kontinuierliches Klangfeld. Feinste Veränderungen von Klangfarbe, Dichte und Artikulation strukturieren den musikalischen Verlauf. Aus zunächst nahezu statischen Klangflächen entstehen allmählich Verdichtungen und gesteigerte Energien, die sich in tremolierenden Klangballungen bündeln, bevor der Klang wieder in fragile, geräuschhafte Sphären übergeht. (Dirk Wieschollek)