Zusammenklang III
Zusammenklang III für Bläserquintett und Klavier (1989-91)
Der Schaffenszeit von ZUSAMMENKLANG I-III (1987-1991) lag besonders ein Gedanke zugrunde: Musik als Zustand von Musik, und das bedeutete, den Klang als durchkomponiertes Element erlebbar zu machen. Dies versuchte ich durch flexibles Reagieren der musikalischen Parameter, sodass der Klang in jedem Augenblick als Einzelereignis stehen konnte, aber mehr wollte: im zeitlich-linearen Verlauf sich fortzupflanzen, wobei auch die Form der Komposition sich durch das Zusammenklingen der beteiligten Stimmen entwickelte und zu einem Klangorganismus zusammenwuchs, der sehr wohl Solistisches entstehen ließ und es ebenso wieder in sich aufnahm.
Ich glaube aber, Emotion und Konstruktion bedingen einander, und so verdeutlichen besser zwei Mottos aus Zusammenklang I und II das Gemeinte, nicht weil es die Stücke erklärt, sondern weil es eine Haltung zeigt, die auch im Zusammenklang III mitschwingt.
“…wenn Klänge und Düfte sich im Winde drehen…” aus „Abendklänge” von Baudelaire
„Viel hat von Morgen an, seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander, erfahren der Mensch; bald sind wir aber Gesang.” (aus der „Friedensfeier” von Hölderlin)
