Silenzio

Silenzio

„Silenzio” (Stille) ist der Akkordeonistin Elsbeth Moser gewidmet, die auch die Uraufführung zusammen mit der Geigerin Kathrin Rabus und dem Cellisten Christoph Marks spielte. Das Stück ist ursprünglich für Bajan geschrieben, eine Knopfharmonika, die ihr als Folklore-Instrument aus ihrer tatarischen Heimat vertraut ist. Die ungewöhnliche Anordnung der Knöpfe und die daraus resultierende Spieltechnik hat Gubaidulina nicht zufällig mit deutschem Fachwerk verglichen, wo die hölzerne Struktur eines Bauwerks offengelegt statt verborgen wird.

Wie die Komponistin erklärt, muss der größte Teil des Werkes Pianissimo gespielt werden. Dabei hatte sie aber nicht die Absicht, Stille darzustellen oder einen ähnlichen Eindruck zu erwecken. Für sie ist die Stille das Fundament, auf dem die Dinge wachsen. Exakte rhythmische Proportionen kehren in allen fünf Sätzen in unterschiedlichen Formen wieder, mal nur verborgen, mal ganz offensichtlich als Proportionen von Notenlängen. Im Finale werden verborgene und offenkundige Proportion zur Synthese gebracht: Das gleiche Zahlenverhältnis 7:2:5, das die drei Abschnitte des Satzes zueinander in Proportion setzt, liegt auch den ständig wiederkehrenden rhythmischen Sequenzen des Akkordeons zugrunde, der quasi Variationen über einen Rhythmus spielt.“ (Keith Anderson)